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Burgdorf Anwohner genervt – alle sechs Minuten kommt ein Lastwagen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Anwohner genervt – alle sechs Minuten kommt ein Lastwagen
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18:17 01.10.2019
Durch das Dorf Dachtmissen donnern täglich bis zu 100 unabgedeckte Schwerlastkolonnen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Für die Anrainer der Ortsdurchfahrten in den Dörfern Dachtmissen und Sorgensen ist es seit zwei Wochen vorbei mit der Dorfidylle. Bis zu 100 unabgedeckte Schwerlasttransporter, die Füllmaterial zu der im Bau befindlichen Recyclinganlage von K+S nach Wathlingen bringen, donnern täglich über die gerade erst sanierte Landesstraße 311 – voll hin und leer wieder zurück zur Bundesstraße 188. Die Dorfbewohner klagen über Lärm und Staub.

„Ab 6 Uhr morgens ist die Nacht vorbei. Dann geht es los, und zwar bis 17 Uhr“, berichtet Christoph Hagen aus Dachtmissen. Er wohnt in zweiter Reihe zur Salzstraße, der Dachtmisser Ortsdurchfahrt. Das Elternschlafzimmer der Familie, die sich um den Schlaf gebracht fühlt, geht nach vorn zur Salzstraße raus: „Es ist sehr laut. An Ausschlafen ist nicht mehr zu denken“, sagt Hagen.

In Dachtmissen und Sorgensen leiden die menschen unter dem Schwerlastverkehr.

„Kein Wunder, dass viele Glauben an Rechtsstaat verlieren“

Was nicht nur ihn fassungslos macht, ist der Umstand, dass das Landesbergbauamt dem Düngemittelkonzern K+S die Recyclinganlage genehmigt hat, bevor das Planfeststellungsverfahren für die geplante Abdeckung der Kalihalde beendet ist. 74 zum Teil erboste Kommentare und sogar Aufrufe zum zivilen Ungehorsam erntete ein mit Bildern garnierter Post des Hänigser Hobbyfotografen Ulrich Schmotz in der mehr als 5700 Mitglieder zählenden Facebook-Gruppe „Uetze aktuell“: „Die Recyclinganlage ... ist so groß wie zehn bis elf Fußballfelder und kostet ... einige Millionen Euro. Das baut man doch nicht, wenn nicht feststehen würde, dass man die Genehmigung für die Rekultivierung des Kalibergs bekommen wird, oder? Kein Wunder, dass viele ... den Glauben an den Rechtsstaat verlieren.“

Bei weitem nicht jeder Schwerlastfahrer hält sich vor der Kindertagesstätte an der Hauptstraße in Sorgensen an das Tempo-30-Limit. Quelle: Joachim Dege

Dienstagmittag in Sorgensen: In nur einer Stunde durchfahren 15 Schwerlastfahrzeuge die Tempo-30-Zone vor dem Kindergarten auf der Hauptstraße. Längst nicht jeder der Fahrer hält sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Das beobachtet in diesen Tagen Anwohner Eckard Büch, dessen Haus direkt an der Hauptstraße steht. Er hat einmal am Küchenfenster, das zur Straße zeigt, die Lastwagen gezählt: Alle sechs Minuten sei einer gekommen, sagt Büch.

Auch Katharine Schmölling aus Dachtmissen, die mit ihrem Sohn zurzeit die Eingewöhnungsphase in der Kita in Sorgensen durchläuft, ist nicht gut zu sprechen auf den Schwerlastverkehr. Als sie morgens mit ihrem Kind am Zebrastreifen vor der Kita stand, seien zwei Lastwagen durchgefahren, und zwar ohne anzuhalten. Daheim in Sorgensen hätten sie und ihr Mann aus Lärmschutzgründen die Fenster austauschen lassen. Das Haus der Familie steht an der Salzstraße, kurz vor der scharfen Rechtskurve Richtung Hänigsen.

Idee: Schwerlastverkehr auf alle betroffenen Dörfer verteilen

Sorgensens Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger (FDP) hat bereits bei der Stadt angefragt, wie sich der Schwerlastverkehr reduzieren lässt. Die Stadt hat die Anfrage an die zuständige Verkehrsbehörde der Region Hannover weitergeleitet, aber nach eigenen Angaben noch keine Antwort erhalten. Laut Schwerdtfeger will die CDU/FDP-Gruppe im Rat das Thema im Verwaltungsausschuss der Stadt ansprechen. Je nachdem, was dabei herauskommt, werde er ein Treffen aller betroffenen Ortschaften organisieren, kündigt der Ortsvorsteher an. Seine Idee: Die von K+S veranlasste Verkehrsbelastung auf alle betroffenen Ortschaften verteilen, indem die Lastwagen jeweils tageweise nur bestimmte Dörfer durchfahren dürfen.

Von Joachim Dege

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