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Burgdorf So hilft die Diakonie bei drohendem Verlust der Wohnung
Aus der Region Region Hannover Burgdorf So hilft die Diakonie bei drohendem Verlust der Wohnung
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07:31 11.10.2019
Jessica Kind (links) und Alryn Zarske unterstützen Menschen, denen die Wohnungslosigkeit droht. Quelle: privat
Burgdorf

„Wir wollen die Menschen schon dann erreichen, wenn die erste Miete nicht gezahlt wurde, nicht erst, wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht oder die Wohnung schon verloren ist“, sagt Jessica Kind. Die Sozialarbeiterin und Religionspädagogin ist mit ihrer Kollegin Alryn Zarske in der ambulante Sozialberatung „RE_StaRT2“ in den Kommunen im Kirchenkreis Burgdorf tätig – und damit auch in Lehrte, Sehnde und Uetze. Ihre Zielgruppe sind Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder bereits wohnungslos geworden sind.

„So etwas kann manchmal ganz schnell gehen“, erklärt Kind. „Wenn beispielsweise die Hauptverdienerin oder der Hauptverdiener durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit ausfällt, kann das oft schon dazu führen, dass der Verlust der Wohnung droht.“ Häufig kämen bei Klienten aber auch weitere Probleme wie hohe Schulden, eine Trennung oder häusliche Gewalt hinzu. Ziel der Beratung sei es, Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten dabei zu helfen, passgenaue Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu gehöre bei Bedarf auch die Begleitung zu Beratungsstellen, Behörden, Anwälten, Gerichten sowie Einrichtungen im Gesundheitswesen. „Wir betreiben aber keine aktive Wohnungssuche“, stellt Kind klar.

Klienten können anonym bleiben

Die Arbeit im Projekt RE_StaRT2 erfolgt ambulant und niedrigschwellig: Kind, Zarske und zwei weitere Kollegen, die in den Kommunen südwestlich von Hannover unterwegs sind, haben zwar ein Büro, sind aber den größten Teil ihrer Arbeitszeit unterwegs. Hilfesuchende können per Mobiltelefon, SMS und E-Mail kurzfristig einen Beratungstermin vereinbaren. Sie dürfen anonym bleiben und den Ort des Erstgesprächs frei wählen. „Das kann in einem Café sein, bei einer Klientin zu Hause oder sogar im Auto, wenn es sonst keinen Ort gibt“, erzählt Jessica Kind aus ihrer Erfahrung. Auch Mitarbeitende anderer Einrichtungen, Nachbarinnen und Vermieter können den Kontakt herstellen.

RE_StaRT2 ist ein zunächst auf die Jahre 2019 und 2020 angelegtes Modellprojekt für die Region Hannover mit Ausnahme der Stadt Hannover. Träger sind der Diakonieverband Hannover-Land und der hannoversche Verein Werkheim. Finanziert wird das Projekt aus europäischen und Bundesmitteln sowie durch die Region Hannover, die das Projekt koordiniert. Außer der Einzelfallhilfe ist es auch Ziel von RE_StaRT2, Brücken innerhalb der Hilfesysteme zu bauen und die Zugänge für Klienten mithilfe einer Vernetzung zwischen den Einrichtungen zu erleichtern.

Die Mitarbeiterinnen von RE_StaRT2 sind werktags über Telefon und E-Mail direkt zu erreichen. Jessica Kind ist unter Telefon (0175) 822 14 30 sowie per E-Mail an Kind@restart2-hannover.de und Alryn Zarske unter Telefon (0175) 829 63 34 sowie per E-Mail an Zarske@restart2-hannover.de ansprechbar. Jessica Kind wird zudem am Sonntag, 13. Oktober, um 10 Uhr im Gottesdienst der St.-Pankratius-Kirche als Diakonin eingesegnet.

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