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Burgdorf Sorgenser Mühle dreht sich nur am Aktionstag
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Sorgenser Mühle dreht sich nur am Aktionstag
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00:17 13.06.2019
Staunen über die Mühle und ihre Geschichte (von links): Eske (11), Myriam Schotzki, Mimi (5), Lilian Schmitt, Christoph Adolph vom VVV und Stefan Auerbach. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Kaum setzen sich an diesem Pfingstmontag die vier großen Flügel der Sorgenser Mühle in Bewegung, stehen auch schon die ersten Besucher vor der Tür: Denn nur anlässlich des Mühlentages nehmen Christoph Adolph, Peter Pfeiffenbring und andere Freiwillige des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) das historische Räderwerk in Betrieb. Die Ehrenamtlichen betreuen das Denkmal für die Stadt Burgdorf, sie organisieren kleine Führungen auf den beiden Ebenen und erzählen Details aus der Geschichte.

So begrüßt Adolph die kleinen und großen Gäste wie die elfjährige Eske und die fünfjährige Mimi, die sich mit ihren Müttern Myriam Schotzki und Lilian Schmitt auf den Weg gemacht haben: „Wir kennen bislang die Mühle aus Wettmar und wollten uns jetzt auch einmal die Sorgenser Mühle anschauen“, sagt Schotzki. Für Industriedenkmale schwärmt der Burgdorfer Stefan Auerbauch: „Dieses ist ja nicht allzu oft geöffnet, deshalb nutze ich die Gelegenheit“, sagt er und fügt hinzu: „Die Veranstaltung ist toll organisiert, und auch das Wetter spielt ja mit.“

Hausbaum stammt aus dem Jahr 1680

Seit drei Jahren übernimmt Adolph mit seinen Mitstreitern die Organisation, bringt die Besucher zum Staunen mit Jahreszahlen wie jener vom Hausbaum: Der stamme aus dem Jahr 1680, erklärt er. Der Hausbaum diene nach wie vor als Grundstock der Mühle, er sei zwischen Boden und Bauwerk viereckig, in der Mühle aber rund. „Das finde ich selbst immer noch unglaublich“, sagt er schmunzelnd und greift bei den Erzählungen auch auf die Aussagen eines ehemaligen Müllers zurück, der 1946 seine Ausbildung an der Sorgenser Mühle absolvierte. Der besuchte, inzwischen 88 Jahre alt, im vergangenen Jahr die Veranstaltung: „Dabei muss man sich mal überlegen, welche körperliche Kraft die Müller besitzen mussten“, sagt Adolph mit Respekt.

Martina Handorf vom VVV (rechts) begrüßt Renate Behrens in der Mühle. Quelle: Antje Bismark

Den hat auch Renate Behrens, die sich aus Hannover auf den Weg gemacht hat und von Martina Handorf in der Mühle begrüßt wird. „Ich mag alte Mühlen, und ich mag das Wandern, beides habe ich heute verbunden“, sagt sie, während die Burgdorferin ihr vom Schicksal des Müllers Bodenstab berichtet, der nach einem gewonnenen Gerichtsprozess in der Aue ertrank. Bis in die Sechzigerjahre arbeitete die Mühle noch. Die Funktionsweise des Mahlwerks wiederum zeigt Peter Pfeiffenbring – unter anderem den Besuchern Vito, Skirmante, Monica und Constantin Borsette. „Wir kennen einige Mühlen, aber noch nicht die unseres Wohnortes“, sagt Monica Borsette und schaut gespannt, wie die Zahnräder ineinander greifen.

Nele (10) schnitzt sich einen Speer. Quelle: Antje Bismark

Langeweile kommt auch außerhalb der Mühle nicht auf: Die Buckskinners aus Otze haben eine kleine Schmiede aufgebaut und bieten Kindern die Chance, das Schnitzen zu erlernen. Die nutzt die zehnjährige Nele nur allzu gern, auch wenn sie nach geraumer Zeit gesteht: „Das geht ganz schön in die Arme und Beine.“

Peter Pfeiffenbring vom VVV (von rechts) erklärt Vito, Constantin, Skirmante und Monika Borsette die Funktionsweise der Mühle. Quelle: Antje Bismark

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Von Antje Bismark

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