Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Burgdorf Waldschule: Stadt Burgdorf findet bei Bauarbeiten Asbest
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Waldschule: Stadt Burgdorf findet bei Bauarbeiten Asbest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:40 27.08.2019
Die Waldschule in Ehlershausen besuchen zurzeit 91 Schüler. Quelle: Joachim Dege
Ehlershausen

Im Osttrakt der Waldschule in Ehlershausen hat die Stadt in den Sommerferien krebserregendes Asbest gefunden. Seit Schuljahresbeginn sorgen sich die 19 Beschäftigten und neun ehrenamtlichen Helfer, sofern sie von dem Fund Kenntnis haben, um ihre Gesundheit. Die Stadt will, nachdem Schulleitung und Elternvertretung Druck gemacht haben, beide morgen früh näher informieren.

Dass in der in den 1960-er Jahren errichteten Schule Asbest verbaut worden sein könnte, sorgte bereits vergangenes Jahr für Gesprächsstoff im Ortsrat sowie im Schulausschuss des Rates. Damals war bekannt geworden, dass die Stadt Hausmeister Rüdiger Riekenburg ein Jahr zuvor angewiesen hatte, nicht mehr in die Wände zu bohren. Dies dürften nur noch Spezialfirmen, die Absaugvorrichtungen einsetzen. Die Stadtverwaltung beruhigte damals: Es bestehe kein Anlass zur Sorge. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Wo niemand bohrt, könne kein Asbest austreten.

Messung ergibt: In der Büchereiwand ist Asbest

In den Ferien sollte die ehemalige Bücherei ein Fenster zum Klassenraum 1 erhalten, um sie als Differenzierungsraum nutzen zu können. Dazu bedurfte es eines Durchbruchs. Vorher ließ die Stadt auf beiden Seiten der Wand Bohrungen und Messungen vornehmen. Auf der Büchereiseite ergab die Messung, dass Asbest in der Wand verbaut ist. Der Durchbruch musste unterbleiben, weil kurzfristig keine Spezialfirma aufzutreiben war. Die Stadt hat die Arbeiten in die Herbstferien verschoben.

Im künftigen Differenzierungsraum ergaben Bohrungen, dass krebserregendes Asbest in der Wand verbaut worden ist. Quelle: Joachim Dege

Auf beiden Seiten der Wand prangen seither fünf knallrot umrandete Bohrlöcher. Diese seien versiegelt worden, sodass kein Asbest austreten könne, versichert die Stadt. Weitere Bohrungen veranlasste die Stadt in einem WC, das behindertengerecht umgebaut worden ist. Dort sei kein Asbest gefunden worden, sagt die Stadt, die auf Nachfrage versichert: „Für die weitere Nutzung der Räume bedarf es keiner baulichen Maßnahmen, besondere Verhaltensregeln sind nicht erforderlich.“

Auch im Klassenraum 1 hat die Stadt Bohrungen uns Messungen in der Wand vornehmen lassen – ohne Ergebnis. Quelle: Joachim Dege

Schulleiterin Esther Tönsing erfuhr erst nach den Ferien von dem Fund. Die Architektin der Stadt habe ihr in Aussicht gestellt, dass weitere Messungen erfolgen sollten. Die in der Bücherei gefundene Belastung sei nicht sehr hoch. Messergebnisse machte die Stadt der Schulleiterin allerdings nicht zugänglich.

Die Lehrerin, die in Klassenraum 1 zurzeit 25 Drittklässler unterrichtet und nach eigener Darstellung dort seit 17 Jahren arbeitet, zeigt sich tief besorgt. Sie will namentlich ebenso wenig genannt werden wie die Sekretärin der Schule, die davon berichtet, dass früher „immer lustig gebohrt“ worden sei. Deshalb herrsche nun Unsicherheit.

im Klassenraum 2 ist die Wand an mehreren Stellen beschädigt, besonders um die Türzarge herum. Die Furcht geht um, dass dort Asbest austritt. Quelle: Joachim Dege

Tönsing beruhigt. Im Klassenzimmer 1 sei nichts gefunden worden. Andernfalls hätte sie dort keinen Unterricht mehr zugelassen. Anders sieht das im Klassenzimmer 2 aus, wo Daniela Wendt lehrt. Dort weist die Wand um die Türzarge herum tiefe Risse auf. Teilweise ist der Putz von der Wand geplatzt, wo einst Dübel steckten. Tönsing hat das an die Stadt weitergegeben und will das untersucht wissen.

Elternvertreterin fordert eine Informationsveranstaltung

Elternratsvorsitzende der Schule ist die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Sonja Heyna. Die fragte schriftlich bei der Stadt nach, erhielt aber eine Woche lang keine Antwort. Heyna fordert Einsicht in die Messprotokolle. Sie will wissen, wie es nun in der Schule weitergeht. Zudem fordert sie, dass die Schüler aus den Klassenzimmern 1 und 2 in andere Räume umziehen sollen. Außerdem wünscht sie sich eine Informationsveranstaltung, in der die Stadt alle Schulmitarbeiter und Eltern über den Zustand der Schule ins Bild setzt.

Ortsbürgermeisterin Birgit Meinig kündigte an, sie wolle sich zeitnah ein Bild von der Situation in der Schule machen. Auch sie will die Messergebnisse erklärt bekommen. „Das ist ein blödes Erbe, das da schlummert. Da muss etwas passieren“, sagt sie.

Von Joachim Dege

Durch Fahrlässigkeit ist am vergangenen Freitag das Feuer in einem von Senioren bewohnten mehrstöckigen Haus an der Heiligenbeiler Straße in Burgdorf entstanden. Das haben die Ermittlungen der Polizei ergeben.

27.08.2019

Der Personalrat der Stadt will mehr Personal. Der Arbeitsanfall mache das erforderlich, lautet die Begründung. Die Politik reagier zurückhaltend. Denn mehr freigestellte Mitarbeitervertreter stehen dem Gremium zurzeit rechtlich nicht zu.

27.08.2019

In der KulturWerkStadt können Besucher ab Sonnabend, 31. August, auf eine Reise durch Burgdorfs Stadtgeschichte gehen. Gezeigt werden fotografische Schätze aus dem Archiv des Stadtmuseums.

27.08.2019