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Burgdorf Stadtspaziergang mit der Bürgermeisterkandidatin der Grünen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Stadtspaziergang mit der Bürgermeisterkandidatin der Grünen
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00:17 28.04.2019
Bürgermeisterkandidatin Sinja Münzberg will erreichen, dass Schüler sicher zur Schule gelangen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Die Regionsabgeordnete Sinja Münzberg (Grüne), in der Kommunalpolitik seit 2011 aktiv, zeigt wenig Neigung, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Und das liegt nicht an ihrem friesischen Vornamen, der so viel bedeutet wie „kleine Sonne“. Die mit ihremn Partner in der Weststadt lebende Mutter von zwei Kindern geht selbstbewusst in die Bürgermeisterwahl am 26. Mai. 20 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang und das Erreichen der Stichwahl gibt die Kandidatin als Marschrichtung aus.

Sinja Münzberg will für frischen Wind im Rathaus sorgen

Die 34-Jährige, die in der Südstadt aufwuchs, will frischen Wind ins Rathaus tragen. Das Wort Innovation geht ihr ergo leicht über die Lippen, wenn sie über ihre Wahlkampfthemen spricht: Wohnen in Würde zu bezahlbaren Preisen, Verkehrssicherheit für Radfahrer und speziell für Schulkinder sowie die Verbannung der Autos aus der Marktstraße zugunsten einer Fußgängerzone.

Ganz oben auf Münzbergs Agenda steht die Neuorganisation der Mobilität in der Stadt. Die Infrastruktur dafür sei bisher aus der Windschutzscheiben-Perspektive geplant worden, sagt sie. Diese eindimensionale Herangehensweise sei nicht mehr zeitgemäß. Es gelte, die Verkehrsräume neu zu verteilen, damit auch andere Verkehrsteilnehmer als Autofahrer zu ihrem Recht kämen: Fußgänger und Radfahrer, und unter diesen besonders die Schulkinder.

An der Kreuzung Vor dem Celler Tor/Gartenstraße/Im Langen Mühlenfeld spricht Bürgermeisterkandidatin Sinja Münzberg mit HAZ-Redakteur Joachim Dege über Verkehrssicherheit für Fahrradfahrer. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Kinder sicher zur Schule kommen“, lautet ihre Kernbotschaft, nachdem sie das Gespräch gesucht hatte mit zwei Elterninitiativen. Anlass dafür waren mehrere Verkehrsunfälle, unter anderem der tödliche einer Realschülerin an der Kreuzung Vor dem Celler Tor/Gartenstraße. Die Kreuzung neben der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, die bislang nur eine sichere Querungsmöglichkeit für Radler bietet, gehöre deshalb dringend umgebaut, um mehr Verkehrssicherheit zu erreichen. „Meine acht Jahre alte Tochter würde ich dort nicht allein fahren lassen“, sagt Münzberg, als sie an der Kreuzung steht.

Ebenso wenig auf der Immenser Landstraße. Die Kandidatin verweist auf Greenpeace, die den Radfahrstreifen dort aktuell als einen der gefährlichsten Radwege in Deutschland listet. Aus Münzbergs Sicht ist die Stadt in der Pflicht, die Schulwegsicherheit für alle Schulen zu sichern und die entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Als Bürgermeisterin wolle sie der Verwaltung entsprechende Impulse geben, nötigenfalls Planungskompetenz von außen einbinden. Jedenfalls müsse ein Gesamtkonzept für ein sicheres Radwegenetz her.

Kandidatin will ihre Ideen mit Bürgern diskutieren

Viele Ideen habe sie, sagt Münzberg. Fertige Lösungen habe sie keine in der Tasche, sagt Münzberg. Die Umsetzung ihrer Ideen wolle sie erst einmal mit den Burgdorfern diskutieren, um deren Vorstellungen zu berücksichtigen und für Akzeptanz zu sorgen. Das gelte auch für eine von ihr geforderte Fußgängerzone auf der Marktstraße, wo außer viel Verkehr längst kein Leben mehr stattfinde. Dass die Autos raus müssten aus der Innenstadt, das sei ihr Ziel. Den besten Weg dorthin wolle sie mit den jeweiligen Interessensvertretern gemeinsam suchen.

In den Wahlkampf einsteigen will die einzige Kandidatin im von sechs Männern dominierten Bürgermeister-Rennen am Montag. Jede Woche will sie dann mit einem neuen Thema auf Menschen zugehen. Den Anfang soll das Thema Wohnen machen. Im aus ihrer Sicht lange vernachlässigten Wohnquartier an der Scharnhorst- und der Retschystraße in der Südstadt will sie von den Bewohnern erfahren, welche Wünsche sie haben und welche Vorschläge zur Verbesserung ihrer Wohnsituation. Sie wolle die sozial ausgegrenzten Bewohner „zurückholen in die Stadtgesellschaft“, sagt Münzberg, und dafür Fördertöpfe von Bund und Land anzapfen. Nach diesem Muster plane sie im Mai Themenwochen zur Schulwegsicherheit und zum Innenstadtverkehr. Ihre Schlüsse aus den Treffen mit Wahlberechtigten will die Kandidatin in den sozialen Netzwerken öffentlich zur Diskussion stellen. Ihre Vision, mit der sie auf allen Kanälen nicht hinterm Berg hält, lautet: „Eine Stadt für alle“.

Die Fachfrau für Soziales und Gesundheit

Sinja Münzberg (34) wuchs in der Südstadt auf, wo sie 2004 ihr Abitur am Gymnasium baute. Sie erlernte den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin und absolvierte berufsbegleitend ein Studium der Gesundheitswissenschaften. Von 2011 an nahm sie ein Mandat im Stadtbezirksrat Hannover-Mitte wahr. 2014 zog sie zurück nach Burgdorf. Die Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und acht Jahren arbeitet seit vier Jahren für die Landtagsfraktion der Grünen als Referentin und ist im Ehrenamt Mitglied der Regionsversammlung. Bei der jüngsten Kommunalwahl errang sie für die Grünen, denen sie seit 2009 angehört, ein Mandat im Rat der Stadt, das sie nur ein Jahr später aufgab, um in die Regionsversammlung nachzurücken, wo sie seither Sprecherin für Soziales und Gesundheit ist.

Von Joachim Dege

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