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Burgdorf Nabu verschenkt Nisthilfen: Mehlschwalben finden jetzt 95 neue Nester aus Kunststoff
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Burgdorf/Uetze/Lehrte: Mehlschwalben finden 95 neue Nester aus Kunststoff

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17:31 26.07.2020
Detlef Krüger zeigt die Plakette „Schwalben willkommen!“ für sein Haus in Dedenhausen. Dort haben die Mehlschwalben die Kunstnester angenommen. Quelle: Dagmar Hartmann
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Burgdorf/Lehrte/Uetze

Den Mehlschwalben fehlen zunehmend die Nester: Zum einen finden die Tiere kaum noch gutes Nistmaterial in Form von lehmhaltigen, nassen Böden und geeigneten Fassaden. Zum anderen schlagen Hausbesitzer die Nester ab – nicht wissend, dass das Entfernen von Schwalbennestern nicht erlaubt ist, wie Dagmar Hartmann vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte und Uetze sagt.

320 Anfragen beim Nabu

Deshalb starteten die Naturschützer im März eine Aktion, um die Mehlschwalben zu unterstützen, und verschenkten Doppel- und Dreier-Kunstnester an interessierte Hausbesitzer. Die Resonanz auf den öffentlichen Aufruf überraschte die Naturschützer. „Es gingen fast 320 Anfragen ein“, sagt Hartmann, Ansprechpartnerin beim Nabu für Schwalben- und Mauerseglerschutz. Sie bestellte wegen der großen Nachfrage die Nester nach und lieferte insgesamt 95 Doppel- und Dreiernester an ausgewählte Bewerber. Jede Bewerbung sei im Sinne der Mehlschwalben genau geprüft, Fragen beantwortet und danach an die aussichtsreichsten Plätze für eine Nestannahme vergeben worden.

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Am Haus der Familie Steinecke in Otze fielen die Naturnester der Mehlschwalben immer wieder ab, die Kunstnester indes funktionieren gut. Quelle: Dagmar Hartmann

„Ich habe viele neue Verbindungen herstellen können, die mir bei meiner weiteren Arbeit helfen werden“, sagt Hartmann und fügt hinzu, sie erhalte jetzt auch viele Bilder von angenommen Nestern. „Das freut mich natürlich riesig, und ich habe die Hoffnung, dass an diesen Orten in Zukunft auch noch mehr Schwalben ihre Niststätten suchen“, sagt sie. Es sei wichtig, dass sich wieder Kolonien bilden könnten. Denn Mehlschwalben seien aus gutem Grund Koloniebrüter, weil sie im Verbund wehrhafter gegen Nesträuber oder auch Nestbesetzer seien und dadurch bessere Überlebenschancen hätten.

Von Antje Bismark