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Burgdorf Fußgängerzone stößt auf massive Ablehnung
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00:19 21.01.2019
Auf der Marktstraße herrscht viel Verkehr und wenig Leben. Während der Rushhour am Abend reiht sich dort ein Auto ans nächste. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD), Wirtschaftsförderer André Scholz, der Fachbereich Tiefbau und Straßen im Rathaus, der Verein Stadtmarketing Burgdorf (SMB), die im SMB-Arbeitskreis City vertretene Kaufmannschaft und die CDU bilden eine breite Front gegen den Vorschlag der Grünen, auf der viel befahrenen Marktstraße zumindest während der drei Sommermonate eine Fußgängerzone einzurichten – un zwar zwischen historischem Rathaus und Schützenweg. Kleinlaut sprechen die Grünen mittlerweile nur noch davon, dass sie einen Anstoß hätten geben wollen, um die Innenstadt für die Einzelhändler und deren Kunden zu beleben und nicht allein dem Kraftfahrzeugverkehr zu überlassen.

Dass die Grünen auf einigen Widerstand vor allem bei der Kaufmannschaft und den institutionellen Akteuren in der Stadt stoßen würden, war zu erwarten gewesen. Dass sich diese Front derart massiv in Stellung bringt, noch bevor die Ratsfraktionen den Vorschlag überhaupt beraten haben, dürfte Antragstellerin Anne Frick dann doch etwas überrascht haben. Jedenfalls hatte ihr Antrag im jüngsten Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Rats noch gar nicht diskutiert werden sollen. Dass es doch dazu kam, hatte Verwaltungschef Alfred Baxmann geschickt eingefädelt. Der Bürgermeister zweifelt seit jeher an der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit einer Fußgängerzone in Burgdorf.

Erst durfte das Tiefbauamt die aus Verkehrsplanersicht unausweichlichen Folgen einer Fußgängerzone vortragen: Staus, Überlastung der Nebenstraßen, Probleme für die in die Marktstraße einmündenden Einbahnstraßen, Konsequenzen für die 200 täglich durch die Marktstraße fahrenden Busse, Einschränkungen für den Anlieferverkehr und die allgemeine Verunsicherung sämtlicher motorisierter Verkehrsteilnehmer.

Anschließend warnte Wirtschaftsförderer André Scholz eindringlich vor den wirtschaftlichen Konsequenzen für den Einzelhandel, wie es der ebenfalls anwesende Kaufmann und Schuhhändler Martin Polch nach eigenem Bekunden nicht besser hätte vortragen können: Mit der nur 20 Kilometer entfernten und per Bahn gut zu erreichenden Landeshauptstadt, dem nahen Mittelzentrum Celle und dem A2-Center vor der Haustür herrsche eine „irrwitzige Wettbewerbssituation“. Eine temporär eingerichtete Fußgängerzone nannte er unter Berufung auf Gespräche mit dem Handel kontraproduktiv.

Kronzeugen der Fußgängerzonen-Gegner: Kaufmann und Schuhhändler Martin Polch (links) und SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich. Quelle: Joachim Dege

SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich, von Baxmann dazu aufgefordert, spiegelte die Stimmung im Stadtmarketingverein und bei dessen Mitgliedern: „Wenn Ihr das macht, bekommen wir große Probleme.“ Einzelne Gewerbetreibende wie der Backfilialist Bosselmann hätten angekündigt, sie wollten die Stadt gegebenenfalls verlassen: „Eine temporäre Fußgängerzone lehnen unsere Leute ab, weil sie enorme Umsatzverluste befürchten.“ Dabei seien die SMB-Mitglieder diejenigen, die beispielsweise mit 50.000 Euro die Weihnachtsbeleuchtung bezahlten.

Die CDU reihte sich in die Ablehnungsfront ein. „Sie sprechen uns aus der Seele“, sagte Ratsherr Barthold Plaß, während sein Parteifreund Robert Apel warnte: „Wenn unsere Einkaufsstadt als Verkehrschaos wahrgenommen wird, dann gehen die Kunden anderswo hin. Wir können uns diesen Versuch nicht leisten.“

Einzig Sozialdemokrat Dieter Morich schlug sich auf die Seite der Grünen. Diesen riet er, nicht einzuknicken: „Ich unterstütze Euren Vorschlag knallhart, auch wenn ich wenig Hoffnung habe, dass er im Rat eine Mehrheit bekommen wird.“ AfD und WGS indessen hielten sich bedeckt. Die Grüne Frick bekräftigte, dass sich ihre Partei mithilfe einer Fußgängerzone im Sommer „eine Belebung und eine Erhöhung der Anziehungskraft Burgdorf“ vorstellen könne: „Wir wollen es mal testen.“ Bürgermeister Baxmann regte an, die Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung einzuladen, um auch deren Sicht zu berücksichtigen.

Von Joachim Dege

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