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Burgdorf Wolfgang Obst führt nicht mehr die Geschäfte der Kirche
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00:16 19.04.2019
Die katholische St.-Nikolaus-Gemeinde - hier ihre Kirche am Langen Mühlenfeld in Burgdorf - ist eine lebendige Gemeinde mit einem sehr aktiven Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

Die katholische St.-Nikolaus-Gemeinde hat keinen ehrenamtlichen Kirchenvorstandsvorsitzenden mehr. Jetzt leitet wieder Pfarrer Martin Karras das Gremium, das für die Finanzen, die Anschaffungen und für die Erhaltung der Immobilien der Kirchengemeinde verantwortlich ist. Seit Mitte 2016 hatte Kirchenvorstandsmitglied Wolfgang Obst den Vorsitz im Kirchenvorstand übernommen und war damit quasi Geschäftsführer der Gemeinde mit ihren rund 5000 Mitgliedern in Burgdorf, Hänigsen und Uetze.

Pfarrer Karras hatte nach seiner ernsten Erkrankung darum gebeten, seiner Gesundheit zuliebe von einigen seiner Aufgaben entlastet zu werden. Das Bistum Hildesheim hatte der Regelung damals zugestimmt. Damit war St. Nikolaus eine von sechs Gemeinden im Bistum Hildesheim gewesen, die einen ehrenamtlichen Kirchenvorstandschef hatten. In der Regel ist das Aufgabe des jeweiligen Pfarrers, der dafür im Rahmen seiner Besoldung bezahlt wird. Denn der Vorsitzende des Kirchenvorstands führt die Geschäfte der Gemeinde.

Wolfgang Obst. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Auch diesmal, nach den jüngsten Kirchenwahl Ende 2018, hatte der Kirchenvorstand Obst im Januar zu seinem Vorsitzenden gewählt. Doch das Bistum bestätigte die Wahl nicht. Denn Obst hatte die erneute Aufgabenübernahme an die Bedingungen geknüpft, für seine Arbeit eine finanzielle Entschädigung zum Beispiel in Höhe einer Minijobpauschale zu bekommen. Das hatte Pfarrer Martin Karras gegenüber dem Bistum auch so beantragt. Doch eine Entlohnung Ehrenamtlicher sehe das Kirchenvermögensverwaltungsgesetz nicht vor, erklärt Obst gegenüber der Redaktion.

Seinen Vorstoß begründet der engagierte Katholik damit, dass der Arbeitsaufwand in diesem Amt enorm hoch sei. „Im Januar 2019 habe ich beispielsweise meine Stunden aufgeschrieben, die ich für den Kirchenvorstand gearbeitet habe. Es waren 51“, sagt Obst. Wenn man dies hochrechne, werde klar, dass das Bistum einige Tausend Euro mit dem ehrenamtlichen Kirchenvorstandsvorsitz in St. Nikolaus eingespart habe.

Pfarrer Karras will Bischof für alternative Lösung gewinnen

Pfarrer Karras will nach der Ablehnung durch das Hildesheimer Generalvikariat allerdings nicht zur Tagesordnung übergehen, wie er im Gespräch mit der Redaktion erklärt. „Es steht noch eine denkbare andere Lösung im Raum.“ Die will Karras nach eigenen Worten im Gespräch mit dem neuen Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer erläutern, der momentan auf Kennlernreise in den 119 Gemeinden seines Bistums ist. Übergangsweise habe man im Kirchenvorstand die Aufgaben des Vorsitzenden auf mehrere Schultern verteilt, sagt Karras.

Sollte mit dem Bischof eine Lösung gefunden werden, wird Obst dafür allerdings nicht zur Verfügung stehen. „Ich kann die Enttäuschung von Wolfgang Obst verstehen“, sagt Pfarrer Karras. „Über die Art und Weise wie zumindest der Sachbearbeiter des Bistums reagiert hat, bin auch ich verärgert. Er hat offenbar unser Problem nicht verstanden.“

Anforderungen an die Ehrenamtlichen steigen

Für Obst ist es generell an der Zeit, dass die Katholische Kirche ihr jetziges System überdenkt. Denn mit dem Umbau der Gemeindestrukturen zu sogenannten Pastoralräumen wachsen die Anforderungen an die Ehrenamtlichen. „Wir werden mehr denn je auf das ehrenamtliche Engagement angewiesen sein“, sagt auch Pfarrer Karras.

„Man kann von den ehrenamtlichen Kirchenvorstandsmitgliedern nicht mehr verlangen, dass sie alles kostenlos machen“, sagt Obst, „sie sind Stunden um Stunden und oft auch an den Wochenenden im Einsatz.“ Eine Aufwandsentschädigung wäre nicht zuletzt auch eine Anerkennung ihrer Arbeit. Schon jetzt habe die Arbeit für die Ehrenamtlichen enorm zugenommen. Als Beispiele nennt Obst die neue Datenschutzgrundverordnung, die innerkirchlichen Präventionsmaßnahmen nach den Missbrauchsfällen und das Steuerrecht mit Umstellung des Gemeindeetats auf die Doppik.

Von Anette Wulf-Dettmer

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