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Burgdorf Uraufführung: Zum Geburtstag erklingt die „Ostkreis Suite“
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Uraufführung: Zum Geburtstag erklingt die „Ostkreis Suite“
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14:47 23.08.2019
Jochen Pietsch unterrichtet an der Musikschule Ostkreis Hannover in Lehrte und Sehnde Keyboard und Klavier und ist Spezialist für den Bereich Jazz, Rock und Pop. Quelle: Privat
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Burgdorf

Ein Ständchen zum 40. Geburtstag wäre wohl etwas dürftig gewesen. Da braucht es schon etwas Opulentes, befand Jochen Pietsch vor einem halben Jahr. Und so hat der Keyboard- und Klavierlehrer an der Musikschule Ostkreis Hannover der interkommunalen Einrichtung zu deren 40-Jahr-Feier die „Ostkreis Suite“ gewissermaßen auf dem Leib komponiert. Die Uraufführung ist anlässlich des Festakts vor geladenen Gästen im Veranstaltungszentrum StadtHaus am Sonnabend, 31. August, geplant. Dort will das Lehrerorchester ganz groß aufspielen.

Karl-Heinz Malke dirigiert das Lehrerorchester, das in Hermannsburg die „Ostkreis Suite“ einstudiert hat. Quelle: Privat

Am vorvergangenen Wochenende waren 35 der aktuell 39 Instrumental- und Gesangslehrer der Musikschule, die von den Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze getragen wird, in der Heide in Klausur gegangen. Acht Stunden lang beschäftigten sich die Musiker dort intensiv mit Pietschs Werk und studierten es unter der Leitung von Karl-Heinz Malke gemeinsam ein. Vorausgegangen waren getrennte Proben der einzelnen Instrumentengruppen, denen Pietsch in seiner Suite jeweils „eigene Features“ widmet, wie er es nennt: „Die Instrumente sollen sich so präsentieren wie in der Musikschule.“

Und wie klingt das nun? Wollte man Pietschs Suite mit einem Festmahl vergleichen, die sie in Form von gespielten Noten ja auch ist, träfe wohl diese Beschreibung zu: sehr reichlich und von vorzüglicher Qualität.

Musikschule Ostkreis feiert sich selbst

Das Veranstaltungszentrum StadtHaus an der Sorgenser Straße in Burgdorf ist am Sonnabend, 31. August, ab 17 Uhr der Schauplatz der Geburtstagsfeier, die die interkommunale Musikschule Ostkreis Hannover für sich selbst ausrichtet. Mehr als 100 Gäste hat die Schule zu diesem Festakt eingeladen. Musikschulleiterin Nana Zeh rechnet damit, „50 bis 100 Gäste“ begrüßen zu können, wenn sich ihre Einrichtung Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft von ihrer besten Seite präsentiert. Gerald Hinz, Vorsitzender des Trägervereins, übernimmt die Begrüßung. Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann hat sich für ein Grußwort angesagt, bevor der an der Musikhochschule Hannover lehrende und in Ehlershausen lebende Musikphysiologe und -mediziner Eckart Altenmüller zu seinem Festvortrag ausholt. Mitfeiern werden auch die ehemaligen Musikschulleiter Kurt Eschmann und Eberhard Ladewig. Unter den Gratulanten wird auch die Präsidentin des niedersächsischen Landesverbands der Musikschulen, Gabriele Lösekrug-Möller, sein. Sie wird sich davon überzeugen können, was die Musikschule Ostkreis zu leisten imstande ist. Ablesbar wird das sein an zahlreichen Musikbeiträgen. Das 35-köpfige Lehrerorchester spielt die Uraufführung der opulenten „Ostkreis Suite“. Die hat der Klavierlehrer und Jazz/Rock-Spezialist Jochen Pietsch eigens anlässlich der 40-Jahr-Feier komponiert und unter der Leitung Karl-Heinz Malke mit den Kollegen einstudiert. Weitere klingende Nachweise der Unterrichtsqualität an der Musikschule liefern ehemalige Schüler ab, unter anderem die Klarinettistin Lora Luise Müller. Sie ist als Interpretin und Dozentin für zeitgenössische Klarinettenmusik mittlerweile in Europa und Nordamerika gefragt.

Jenseits es Festakts begeht die Musikschule ihre Gründung vor 40 Jahren mit weiteren Veranstaltungen, zu denen dann auch die Öffentlichkeit eingeladen sein wird. Beim „Treffpunkt Musik“ am 26. Oktober in der Aula des allgemeinbildenden Gymnasiums in Burgdorf wird das Lehrerorchester die „Ostkreis Suite“ ein weiteres Mal aufführen. Im Forum in Lehrte wird die Musikschule am 14. September ein Kindermusical aufführen. Zu einem Familienkonzert lädt die Musikschule für den 28. September ins Bonhoeffer-Haus nach Sehnde ein. Am 15. Dezember schließlich wird Leiterin Nana Zeh die Kanzelrede in der Matthäus-Kirche in Lehrte halten. 120 Musizierende werden den klangvollen Rahmen bilden.

Die „Ostkreis Suite“ soll festlich und feierlich klingen

Sie beginnt mit einem Einsatz des Chors, gefolgt von einem rhythmischen Jazz-Rock-Pop-Apparat der Bläser, zu denen sich auch noch die Tasteninstrumente und die E-Gitarren gesellen. Später tritt die Klassik auf den Plan. Diesen Teil seines Werks lehnte der Komponist an Mozart an: „Es sollte festlich und feierlich klingen, und keinesfalls die Stimmung drücken“, lautet Pietschs Anspruch: Das Klavier beginnt, die Streicher stoßen dazu, bevor die Suite in einen Wiener Walzer übergeht, in dem die Streicher das Sagen haben.

Eher ruhig und unter Filmmusikeinfluss stehend kommt der Auftritt der Akustik-Gitarren daher. Den Schlagwerkern ließ Pietsch bei der Ausgestaltung ihres Soli freie Hand. Die Blockflöten zeigen mit schwungvollen Renaissance-Anklängen im höchst anspruchsvollen Fünfachteltakt, dass sie weit mehr als ein Anfängerinstrument sind. Schließlich setzt der Chor zum großen Finale an, in das noch einmal alle Instrumente einstimmen.

Jede Instrumentengruppe kommt in dem Geburtstagswerk, das die gesamte Bandbreite der Musikschularbeit darstellen soll, zu seinem Recht. Quelle: Privat

Viele Mitglieder des Lehrerorchesters spielen mehrere Instrumente in dem Stück.Schulleiterin Nana Zeh etwa reichert mit drei verschiedenen Percussioninstrumenten und dem Baritonsaxofon den Klangkörper an, der für den Komponisten eine Herausforderung darstellte. „Das Lehrerorchster ist nicht so einfach von der Besetzung. Da gibt es beispielsweise viele Flöten, etliche Klaviere und nur wenige Streicher“, beschreibt Pietsch die Ausgangssituation, mit der er umzugehen hatte.

Das Thema für die Flöten war dann auch sein erstes. Das hatte er bereits vor Weihnachten zu Papier gebracht. Bis die Suite dann fertig war, brauchte es ein halbes Jahr. Immer wenn Pietsch eine Idee hatte und einen passenden Klang im Ohr, versuchte er, diesen festzuhalten. Sogar beim Autofahren habe er Melodien aufs Handy gesungen, berichtet er. Am Ende standen annähernd 400 Takte auf dem Notenpapier – Musik für eine Viertelstunde.

Pietsch weiß, welcher Akkord mit welchem Klang wirkt

Pietsch, 37, verheiratet, Vater von drei kleinen Kindern, hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. An der Musikhochschule in Hannover studierte er Musikerziehung mit dem Hauptfach Jazz, Rock, Pop, Klavier. Im Alter von acht Jahren bekam er von seinen Eltern sein erstes Keyboard, spielte nach eigenem Bekunden nicht nur, was der Lehrer ihm vorgab. Er testete offensiv aus, was das Instrument hergab. So habe er allmählich gelernt, „welcher Akkord mit welchem Klang wirkt“, erinnert er sich. Auch heute noch sieht er sich eher als Keyboarder und weniger als Pianist im klassischen Sinne.

Obwohl Pietsch neben dem Musikschuljob auch noch als Lehrbeauftragter für theoriebegleitendes Klavierspiel an der Musikhochschule unterrichtet und obendrein Kirchenmusikern die populärmusikalische Grundausbildung verpasst, nimmt er sich Zeit für etliche Musikprojekte, allen voran für die Leitung eines Gospelchors, dessen Mitglieder ihre Songs selber komponieren. Mit Soul Control, einer Band, in der er als Keyboarder mitmischt, spielte er beim Maschseefest. Und dann wäre da auch noch die Gala-Bigband Björn Vüllgraf Orchestra, mit der er bereits beim Bundespräsidenten aufspielte. „Ich wollte nie nur Musiklehrer sein, sondern immer auch aktiver Musiker“, bekennt Pietsch.

Von Joachim Dege

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