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Burgdorf Gute Aussichten vom grünen Berg
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17:12 23.01.2019
Das Abfallsentsorgungsunternehmen aha lässt zurzeit den Wertstoffhof auf der Deponie an der Steinwedeler Straße umbauen und erweitern. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

Auf der Deponie des Abfallsentsorgungsunternehmens Aha an der Steinwedeler Straße bleibt nichts, wie es einmal war. Aha lässt zurzeit den Wertstoffhof umbauen. Gleichzeitig plant der Entsorger die Rekultivierung des riesigen Müllbergs, der sich laut Deponiechef Henry Beck nach der Begrünung 78 Meter über Normalnull über die Südstadt erhebt, bis Ende 2024 vollständig abgedeckt und spätestens dann zum Aussichtspunkt avancieren soll.

Auf dem Wertstoffhof brummt das Geschäft mehr denn je. Nie kamen mehr Bürger mit ihren vollgeladenen Autos auf das Deponiegelände gefahren, um dort ihren Abfall abzuladen: Sperrmüll, Holz, Elektrogeräte, Bauschutt, Gartenabfälle, Metalle, Holz, Hartplastik, Glas, Altkleider, Papier – und Sondermüll. Allein im vergangenen Jahr waren es nach Darstellung von Roland Middendorf, Leiter der Abteilung Abfallbehandlung, mehr als 350.000 Anlieferungen. Das seien 100.000 mehr gewesen als in den Vorjahren.

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Das Abfallsentsorgungsunternehmen aha lässt zurzeit den Wertstoffhof auf der Deponie an der Steinwedeler Straße umbauen und erweitern. Quelle: Joachim Dege

Um den Ansturm bewältigen zu können, lässt Aha seit Weihnachten den Wertstoffhof umbauen. Im vergangenen November hatte Middendorf Kosten in Höhe von 360.000 Euro genannt. Inzwischen will Aha sich die Erweiterung, die Ende März abgeschlossen sein soll, eine halbe Million Euro kosten lassen. Die Fläche des Recyclinghofs werde sich fast verdoppeln, sagt er. Eine entscheidende Verbesserung sei es, dass dann auf dem Gelände Platz sei für 40 in der Anfahrt befindliche Autos. Das helfe vor allem an den stark frequentierten Sonnabenden, an denen sich bislang immer wieder lange Rückstaus auf der Steinwedeler Straße bildeten.

Während der Bauarbeiten am neuen Wertstoffhof können Menschen ihre Abfälle auf einer Fläche hinter der Sperrmüllverwertungshalle ausladen und loswerden. Quelle: Joachim Dege

Für die Übergangszeit der witterungsbedingt ins Stocken geratenen Bauarbeiten hat Aha hinter der großen Sperrmüllverwertungshalle einen Behelfswertstoffhof eingerichtet. Dort allerdings kann zurzeit kein Sondermüll entsorgt werden, was manchen nicht weiter zu scheren scheint. Immer wieder komme es vor, dass Kunden versuchten, ihren Sondermüll unter andere Abfälle zu schmuggeln und einfach abzuladen. „Wir müssen aufpassen wie die Luchse“, sagt einer der sechs Mitarbeiter des Wertstoffhofs.

Ende 2024 will aha den Müllberg an der Steinwedeler Straße abgedeckt und begrünt haben. Quelle: Joachim Dege

Derweil kommt die geplante Haldenrekultivierung auf dem Gelände langsam in Fahrt. Nora Weiß vom Team Bauplanung bei Aha leitet das anspruchsvolle Projekt, das mit Kosten von 18 bis 20 Millionen Euro zu Buche schlägt und in sechs Jahren abgeschlossen sein soll. Im Umwelt- und Bauausschuss des Rates der Stadt brachte Weiß dieser Tage die Kommunalpolitiker auf den aktuellen Stand: Die Genehmigung für das Vorhaben liege schon vor. Gegenwärtig arbeite Aha an der Ausführungsplanung und dem Erstellen eines Leistungsverzeichnisses, um die Arbeiten anschließend europaweit ausschreiben zu können.

Der Baubeginn ist laut Weiß für 2021 vorgesehen. Vier Jahre werde es dauern, bis alles fertig sei. Das Material zur Profilierung des Berges – benötigt werden 240.000 Kubikmeter Schlacke und Bauschutt – werde bis Ende des Jahres vollständig angeliefert sein. Später werde es eine Auffahrt aufs Plateau des dann abgedeckten Deponiekörpers geben. „Am Ende werden wir einen grünen Berg haben“, frohlockt die Ingenieurin. Mehr noch: Am Südhang soll eine noch zu errichtenden Photovoltaikanlage später Strom erzeugen. Am höchsten Punkt will Aha einen Aussichtspunkt errichten.

Auf dieser Plakatwand am Fuße des Deponieberges können Besucher die Geschichte der Abfallentsorgung in Burgdorf nachvollziehen. Quelle: Joachim Dege

Von Joachim Dege