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Burgdorf Genug Trinken bei Hitze: Wie eine Pflegerin auf ihre Patienten achtet
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Genug Trinken bei Hitze: Wie eine Pflegerin auf ihre Patienten achtet
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13:50 28.07.2019
Wenn die Temperaturen steigen, sollten Senioren auch dann zum Wasserglas greifen, wenn sie keinen direkten Durst verspüren. Quelle: Laura Beigel
Burgdorf

 Die hohen Temperaturen, die in der vergangenen Woche auch in Burgdorf herrschten, stellen den Körper vor eine große Herausforderung: Die Körpertemperatur muss annähernd konstant gehalten werden, damit wir nicht überhitzen. Das gelingt durch Schweiß, der die Haut kühlt und gleichzeitig Elektrolyte wie Natrium herausschwemmt. In der Folge müssen wir regelmäßig zu Getränken greifen, um den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten.

Altenpflegerin: Die Leute vergessen zu trinken

Doch gerade ältere Menschen tun sich mit der ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme schwer. Das Durstempfinden lasse mit den Jahren nach, erklärt Rosita Perschke vom ambulanten Pflegedienst der Diakoniestation an der Gartenstraße in Burgdorf. Hitze kann somit für Senioren besonders gefährlich werden. Im schlimmsten Fall können sie dehydrieren, also wortwörtlich austrocknen. „Diese Gefahr besteht vor allem bei Demenzkranken“, weiß die Altenpflegerin der Diakoniestation. „Die Leute sind dann wie in Trance, wenn ihnen Wasser fehlt.“

Seit fast 30 Jahren ist Perschke als Pflegekraft tätig. „Ich bin eigentlich zufällig in den Beruf hineingestolpert“, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau. „Aber ich finde ihn immer noch toll. Die Leute sind lieb und freuen sich, wenn man kommt.“ Täglich um sieben Uhr beginnt ihre Schicht. Dann kümmert sie sich nacheinander um bis zu acht Senioren, denen sie Stützstrümpfe anzieht, bei der Morgentoilette hilft oder Medikamente reicht. Bei jedem ihrer Hausbesuche hat sie auch ein Auge auf das Trinkverhalten der Pflegebedürftigen. „Die Leute vergessen im Alter einfach zu trinken“, sagt Perschke. „Wenn ich sehe, dass sie noch nicht selbst ein Glas mit Wasser angefangen haben, stelle ich es hin, um sie daran zu erinnern.“

In jeder Patientenwohnung steht ein Wasservorrat

Eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit sollte jeder täglich zu sich nehmen, rät die Diakonie-Mitarbeiterin. Um diese Menge ansatzweise einzuhalten, sei es hilfreich, zum Beispiel eine Flasche Wasser an einem Ort zu platzieren und als Messgröße zu verwenden. In jeder Wohnung ihrer Patienten stehen gleich mehrere Wasserkästen, die für Flüssigkeitsnachschub sorgen sollen. „Meist achten auch ihre Angehörigen darauf, dass die Senioren viel trinken“, sagt Perschke.

Auch Gisela Müßig, die von Perschke betreut wird, hat in ihrer Wohnung einen Wasservorrat stehen. Dass dieser immer ausreichend gefüllt ist, habe sie ihrer Schwiegertochter zu verdanken. Regelmäßig bringe diese Getränkekästen vorbei. „Das Trinken vergesse ich nie“, sagt Müßig bestimmt. Ab und zu gönne sie sich zudem Kaffee und Tee. Ähnlich handhabt es auch Karl-Heinz Peters, den Perschke ebenfalls an diesem Vormittag aufsucht. Eine Flasche Wasser trinke er am Tag mindestens. Hinzu kämen dann manchmal ein Bier oder Kaffee. „Ich passe schon auf mich auf“, sagt der 92-Jährige.

So können Senioren ihr Trinkverhalten verbessern

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Senioren dazu, bewusster auf ihren Flüssigkeitshaushalt zu achten, da im Alter die Gefahr eines Wassermangels zunimmt. Um das Trinkverhalten, auch bei hohen Temperaturen, konstant zu halten, hat die DGE einige Tipps:

Zu jeder Mahlzeit sollte ein Getränk bereitstehen. Viele ältere Menschen hätten in ihrer Kindheit von den Eltern gesagt bekommen, dass beim Essen nicht getrunken werde. Genau das Gegenteil sollte der Fall sein.

Leere Gläser und Tassen gleich wieder auffüllen.

An häufig frequentierten Orten sollte stets ein Getränk stehen. Dadurch wird das Trinken immer wieder in Erinnerung gerufen.

Nicht nur Wasser trinken, sondern auch andere Getränke wie Obst- und Gemüsesäfte, um für Abwechslung zu sorgen.

Auch wasserhaltige Mahlzeiten wie Obst oder Suppen reichern den Flüssigkeitshaushalt des Körpers an.

Ein Trinkplan kann helfen, die benötigte Flüssigkeitsmenge auch tatsächlich zu sich zu nehmen.

Von Laura Beigel

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