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Burgdorf Gymnasien begrüßen Arbeitszeit-Urteil
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Gymnasien begrüßen Arbeitszeit-Urteil
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20:43 10.06.2015
Von Antje Bismark
"Die Stimmung ist gut": Michael Loske, Leiter des Gymnasiums in Burgdorf.
"Die Stimmung ist gut": Michael Loske, Leiter des Gymnasiums in Burgdorf. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze

Gleich am Mittwoch, dem Tag nach der Urteilsverkündung, traf sich das Kollegium des Burgdorfer Gymnasiums zu einer Personalversammlung. „Die Stimmung unter den Kollegen ist richtig gut“, beschreibt Schulleiter Michael Loske die Zusammenkunft. „Das Aussetzen der Klassenfahrten, so öffentlichkeitswirksam es auch diskutiert wurde, ist nur ein Teil des Urteils“, sagt er und weist darauf hin, dass an seiner Schule keine Fahrt ausgefallen sei.

Aus Sicht von Loske und anderen Schulleitern reicht die Urteilsbegründung viel weiter als nur bis zu den Fahrten: „Wegen der Mehrarbeit sind uns zwei bis drei Stellen abhandengekommen.“ Er gehe davon aus, dass neue Lehrer für die Gymnasien eingestellt würden - vorausgesetzt, das Land akzeptiere den Richterspruch. „Damit endet die große Unsicherheit für die Referendare, denen wir eine bessere Perspektive bieten können.“ Mindestens ebenso wichtig sei, dass das Urteil die Arbeit der Gymnasiallehrer anerkenne: „Das gibt uns das Gefühl der Wertschätzung, die wir ja von Schülern und Eltern schon immer erhalten haben.“

Ebenso wie am Gymnasium Uetze mit Klassenfahrten in den Jahrgängen fünf, acht und zwölf hat auch die KGS Sehnde in den vergangenen Monaten am Klassenfahrtkonzept festgehalten. „Wir haben intensiv über das Thema diskutiert“, sagt KGS-Leiter Carsten Milde, allerdings abgekoppelt von der Arbeitszeitdebatte. „Denn nach wie vor stellt das Land nicht viel Geld für die Schulfahrten zur Verfügung“, sagt er. Zwar werde derzeit der Schulfahrtenerlass verhandelt, ein angemessenes Budget, das Fahrten und Fortbildungen gleichermaßen gut finanziere, sei aber nicht vorgesehen. Seit dem Sommer stünden Fahrten im sechsten, zehnten und zwölften Jahrgang auf dem Plan, hinzu kämen Austauschfahrten nach Irland, England, Litauen und zu zwei spanischen Schulen.

Ein klares und schnelles Signal, dass die Landesregierung das Urteil akzeptiert, wünscht sich Silke Brandes, Leiterin des Lehrter Gymnasiums. „Unser Protest hat gehalten“, sagt sie, ihre Schule hatte Klassen- und Kursfahrten ausgesetzt. Nun begännen die ersten Kollegen mit dem Planen von Fahrten. „Diese sind ja pädagogisch wertvoll“, sagt Brandes und betont, dass ihre Kollegen vor allem von den Argumenten des Urteils begeistert seien. „Da geht es darum zu schauen, wie die Arbeitsbelastung aussieht“, sagt sie und fügt hinzu, dies sei auch die Forderung der Lehrer gewesen.

Für BBS-Leiter Gerhard Klaus indes stellt sich die Frage nach der Unterrichtsversorgung im nächsten Schuljahr: „Uns werden 40 Wochenstunden fehlen, weil ich keine Einstellungsermächtigung habe.“ Deshalb müsse die Schule an anderer Stelle „abzwacken“.

Antje Bismark 10.06.2015
Anette Wulf-Dettmer 09.06.2015
Anette Wulf-Dettmer 08.06.2015