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Burgdorf Klangkosmos bedient sich barocker Tonfetzen
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00:19 31.01.2019
Marco Ambrosini (Tastenfidel) und Jean-Louis Matinier (Akkordeon) improvisieren im Schloss über Barocksonaten. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Hat man ein solches Barockkonzert jemals gehört? Manch einer im Saal reibt sich noch heute verwundert die Ohren und wird wohl noch lange davon reden, was er da am Sonntag im Schloss im Winterkonzert der Reihe „Die 4 Jahreszeiten –Barock in Burgdorf“ von dem Italiener Marco Ambrosini (Tastenfidel) und dem Franzosen Jean-Louis Matinier (Akkordeon) klanglich vorgesetzt bekam: barocke Tonfetzen von Bach, Biber und Pergolesi, Folkloreanleihen aus Schweden und Polen, zeitgenössischen Jazz – alles zu einem fast zweistündigen Klangkosmos verdichtet.

„Eines der besten Konzerte ever“, behauptete hinterher ein Konzertbesucher, der zweifellos nicht zum Stammpublikum der Barockmusikreihe zählt, deren Markenzeichen es ist, dass sie sich jede Saison einem neuen Thema widmet. „Grenzüberschreitungen“ lautete die Überschrift der nun abgelaufenen siebten Saison. Da passte der musikalisch freigeistige Auftritt der beiden Ausnahmemusiker wie die berühmte Faust aufs Auge. Als das Duo Inventio vor drei Jahren mit ihrem inzwischen weiterentwickelten Programm ganz in der Nähe auftrat, geschah dies auf Einladung der Initiative Jazz Braunschweig. Was nur beweist, dass es nicht so einfach ist, Ambrosini und Matinier in altbekannte Wohlklang-Schubladen zu stecken.

Was die beiden im Konzert tun, ist dies: Sie verarbeiten Musik aus der Zeit von 1450 bis 1750, auf deren Basis sie ihre Melodien und Akkordfolgen kreieren – elegisch und rasant zugleich, Takt und Tonarten virtuos wechselnd. „Wir haben nur wenige Noten – und halten uns nicht daran“, unternahm Ambrosini nach dem ersten, von Matinier selbst komponierten Stück „Rio d’oro“ einen das Publikum belustigenden Versuch anzudeuten, was zu erwarten steht. Tatsächlich: Beide Musiker hatten vor sich jeweils einen Ständer mit Noten drapiert. Zur Dekoration, könnte man meinen. Denn sie würdigten ihre Noten, außer bei Bachs zweistimmiger Etüde „Inventio 4“ keines Blickes. Und selbst diese, normalerweise vielleicht einminütige Miniatur dehnten Ambrosini und Matinier mit ihren ausschweifenden Improvisationen locker auf mehr als fünf Minuten – welch ein Genuss.

In den hinteren Reihe standen Zuhörer auf, um zu sehen, aus welchem Instrument Ambrosini all seine Töne hervorholte, die mal von sphärischer Leichtigkeit waren, sich dann der fantasiereichen Expressivität von Matiniers Akkordeonspiel in Pizzicato-Manier als Rhythmusbegleitung unterordneten, um im nächsten Moment mit tobender Virtuosität aufzutrumpfen. Dabei gingen die Stücke ineinander über. So war schwer auszumachen, ob gerade noch Bibers Rosenkranzsonate 1 zu hören war oder schon Matiniers furiose Eigenkomposition „Dernière route“, die das Publikum jubelnd in die Pause entließ.

In der zweiten Konzerthalbzeit glänzte das Duo noch mit einer hinreißenden Pergolesi-Adaption, hatte seinen Bach in petto, ließ mit dem schwedischen Traditional „Polska“ das jiddische Städtl anklingen, bevor es seine Zuhörer mit zwei weiteren Eigenkompositionen komplett aufwühlte. Dabei schien es, als habe Ambrosini sich mittlerweile in eine Art Trance gespielt, aus der ihn erst der jubelnd-rhythmische Beifall der Zuhörer nach dem vermeintlichen Schlussakkord riss. Zwei Zugaben setzte es noch: Dabei geriet die „Follia“ erneut so mitreißend, dass das Duo einsah: „So kann man nicht Schlafen gehen.“ Und so folgte noch ein Schlaf(los)lied.

Von Joachim Dege

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