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Burgdorf Bauern wollen sich Gehör verschaffen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Bauern wollen sich Gehör verschaffen
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00:16 02.07.2016
Von Anette Wulf-Dettmer
Karsten Moseler, landwirtschaflticher Mitarbeiter auf Hof von Cord-Heinrich Schweer in Hülptingsen, fährt Donnerstag früh mit dem Traktor und Plakaten zur Bauerndemonstration  vor dem hannoverschen Congress-Centrum.f Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf/Uetze/Lehrte

Anlass für die Demonstrationszug durch die Landeshauptstadt ist der Deutsche Bauerntag, der seit Mittwoch im Congress-Centrum tagt. „Wenn schon die Verbandsspitze aus ganz Deutschland kommt, dann muss es unser Ziel sein, auf die aktuellen Probleme der Landwirtschaft hinzuweisen“, sagt der Hülptingser Landwirt Cord-Heinrich Schweer. Und davon gibt es nicht wenige: von der bürokratischen Regulierungswut der EU und des Landes über den ruinöse Milchpreis bis zu Absatzproblemen für landwirtschaftliche Ackerbauerzeugnisse aufgrund der Sanktionen gegen Russland.

„Man muss zurzeit hilflos mit ansehen, wie kontinuierlich wirtschaftendeb Milchviehbetrieben die Grundlage wegbricht – allein durch äußere Einflüsse“, beschreibt Schweer die Situation, die nicht nur kleine Höfe in den Ruin treibt. „Deshalb werden die Bauern heute in Hannover auch symbolisch die letzte Kuh in den Zoo treiben“, sagt Niels Kynast. Der Schwüblingser Landwirt fährt gemeinsam mit seinem jungen Berufskollegen Christian Fricke aus demselben Dorf zur Demo.

Kynast treibt vor allem die offenbar ungehemmte Regulierungswut um: „Immer neue Auflagen bedeuten für die Landwirte immer höhere Belastungen und beschleunigen damit den Strukturwandel.“ Statt, wie eigentlich gewünscht, die familiengeführten Höfe zu stärken, werde den Großbetrieben damit in die Hände gespielt. „Allein die neue Düngemittelverordnung, über die zurzeit verhandelt wird, kostet uns 20 Stunden Mehrarbeit im Jahr“, berichtet Kynast.

Landwirt Carsten Fricke, dessen Sohn am Donnerstag zur Demo fährt, fordert vor allem eine differenzierte Düngemittelverordnung. Sicher gebe es Gebiete in Norddeutschland, in denen gehandelt werde müsse, „aber auf unseren Feldern rund um das Wassergewinnungsgebiet Burgdorfer Holz haben die Landwirte sich seit Jahren selbstverpflichtet, ihre Äcker so zu bewirtschaften, dass weder Nitrat noch Herbizidrückstände ins Grundwasser gelangen. Warum wird uns jetzt noch etwas Neues übergestülpt?“

Sowohl Fricke als auch Kynast wünschen sich eine größere Wertschätzung der Nahrungsmittel, „die nachhaltig und aufwendig auf unseren Betrieben erzeugt werden“, betont Fricke: „Es geht nicht, dass sie weiterhin von den Lebensmittelkonzernen als Lockmittel verramscht werden.“

„Wir müssen die Verbraucher wachrütteln“, sagt Fricke, und Kynast ergänzt: „Denn durch das, was er kauft, hat der Kunde es sehr wohl in der Hand, die heimische Landwirtschaft zu stärken. Statt die billigste Milch und das billigste Fleischangebot zu nehmen, sollte er ruhig zu den Produkten greifen, deren Preis dem Produktionsaufwand angemessen ist.“ Die Deutschen geben laut Fricke für Lebensmittel nur knapp 12 Prozent ihres Einkommens aus, damit liegen sie in der EU im unteren Viertel aller 28 Staaten.

Deshalb ist sei es ihnen wichtig, sich Verhör zu verschaffen und im Dialog mit den Verbrauchern zu bleiben, sagt Kynast. Das könne zum Beispiel bei einem Tag des offenen Hofes wie am 12. Juni in Schwüblingsen geschehen oder eben auch mit einer Demonstratition. Neben den fünf hiesigen Landwirten werden zehn bis 15 weitere aus dem Norden und Westen der Region am Donnerstag mit ihren Traktoren vor dem Congress-Centrum erwartet.

Den Weg ebnen in eine Ausbildung oder Arbeit – darin sieht das Jobcenter die wesentliche Herausforderung, die es bei der Integration von Flüchtlingen zu bewältigen gilt. Deshalb finanziert die Behörde zwei Projekte im Mehrgenerationenhaus und bei der Diakonie.

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