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Burgdorf Martinstag ohne Gänsebraten
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Martinstag ohne Gänsebraten
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18:38 10.11.2014
Lehrling Jan-Philipp Klug kümmert sich um die Gänse auf dem Hof von Cord Heinrich Schweer.
Lehrling Jan-Philipp Klug kümmert sich um die Gänse auf dem Hof von Cord Heinrich Schweer. Quelle: Heine
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Hülptingsen

Tierpsychologe Konrad Lorenz hat es herausgefunden: Das Sozialverhalten von Gänsen ist komplex. Darum erteilt Landwirt Cord Heinrich Schweer Anfragen nach Martinsgänsen eine Absage. Genießer müssen sich bis Sonnabend, 6. Dezember, gedulden.

„Wir verkaufen unser Weihnachtsgeflügel, 45 Gänse und 80 Enten, ausnahmslos am zweiten Adventwochenende. Zwei Drittel sind schon vorbestellt“, sagt Schweer. Gänse seien Herdentiere. Wenn einzelne Mitglieder der Gruppe aus dem Verband herausgenommen würden, sei das ein Stressfaktor. Diese psychische Belastung wirke sich hormonell aus, sodass sich die Gänse nach dem Schlachten schlechter rupfen ließen, erklärt der Experte.

Er hält das Geflügel auf seinem Hof nach eigener Aussage artgerecht. Ein Folienhaus bietet Schutz in der Nacht. Weideflächen und ein kleiner Tümpel sorgen für Bewegung, Ablenkung und Feuchtigkeit. Die nächsten vier Wochen werden spannend. „Ich hoffe, dass uns Füchse keine Gänse stehlen. Das würde für Unruhe in der Gruppe sorgen“, sagt Schweer. Mit Sorge beobachtet er auch den Ausbruch der Vogelgrippe in einem Putenmastbetrieb in Vorpommern. Wenn alles gut geht, erreicht das Geflügel unbeschadet sein Schlachtgewicht von mehr als vier Kilogramm. Schweers Lehrling Jan-Philipp Klug füttert sie liebevoll mit Erbsen, Bohnen, Mais und Weizen zusätzlich zum Weidegrün. Die Tiere, die von einem Züchter in Ostwestfalen stammen, werden Anfang Dezember in einem Betrieb in der Region Hannover geschlachtet.

Von Sybille Heine

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