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Burgdorf Nach tödlichem Unfall: Burgdorfer trauern um 16-Jährige
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Nach tödlichem Unfall: Burgdorfer trauern um 16-Jährige
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21:40 24.11.2018
Die Menschen in Burgdorf nehmen Anteil am Unfalltod einer 16-jährigen Radfahrerin Quelle: privat
Burgdorf

Einen Tag nach dem tragischen Unfalltod einer 16-jährigen Radfahrerin ist die Anteilnahme groß. An der Kreuzung Celler Tor/Gartenstraße brennen Kerzen, einige Burgdorfer haben Blumen niedergelegt, auch Abschiedsgrüße von Mitschülern sind zu lesen. Zahlreiche Bekannte und Freunde kamen am Sonnabend auch zur Andacht in der St. Pankratius-Kirche zusammen, um dem Mädchen zu gedenken.

Toter Winkel, Unachtsamkeit – die genauen Gründe müssen noch geklärt werden, warum der Lkw-Fahrer die junge Radfahrerin übersah, als er nach rechts in die Gartenstraße abgebogen ist. Die 16-Jährige hatte kein Chance. Sie starb noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen. Andere Schüler waren auf dem Weg zur angrenzenden IGS. Sie wurden Augenzeugen des schrecklichen Geschehens. Lehrer haben die Kinder und Jugendlichen betreut, in der Schule wurde der Unfall im Unterricht thematisiert.

Umso tragischer erscheint einem der Unfalltod der 16-Jährigen in Burgdorf, wenn man bedenkt, dass nur wenige Stunden später in Garbsen ein Sicherheitssystem vorgestellt worden ist, dass Radfahrer vor genau solchen Unfällen mit abbiegenden Lastwagen schützen soll.

Die Menschen in Burgdorf nehmen Anteil am Unfalltod einer 16-jährigen Radfahrerin Quelle: privat

ADAC warnt vor „trügerischer Sicherheit“

Bike-Flash heißt das Warnsystem, das Radfahrer und auch Fußgänger mithilfe einer Wärmesensorik ab einer Entfernung von 40 Metern vor einem Abzweig erkennt. Dann werden vier Leuchtstreifen aktiviert, die bei den Auto- und Lkw-Fahrer für Aufmerksamkeit sorgen sollen.

Der Automobilclub ADAC in Niedersachsen sieht noch „viel Nachholbedarf“ bei den Sicherheitssystemen, die solche Unfälle vermeiden könnten. Jedes technische System – wie auch der „Bike-Flash“ – könne helfen, mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, sagte ADAC-Sprecherin Christine Rettig der HAZ. Es sei aber eine „trügerische Sicherheit“, sich auf das Instrument zu verlassen, sagte Rettig. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig umschauen.“

Wird ein Radfahrer oder ein Fußgänger von dem Bike-Flash-System erkannt, blinken vier Leuchten in unterschiedlichen Höhen und warnen den Lkw-Fahrer. Zudem werden auch Radfahrer gewarnt, wenn sie sich in dem toten Winkel befinden. Quelle: dpa

Althusmann setzt auf EU-Pflicht zur Einführung von Assistenzsystemen

Nach Angaben des niedersächsischen Innenministerium wurden im vergangenen Jahr insgesamt 40 Menschen in Niedersachsen bei Abbiegeunfällen getötet. In acht dieser Unfälle waren Lastwagen oder Busse verwickelt – dabei starben fünf Radfahrer, zwei Pedelec-Fahrer und ein Fußgänger. Das Ministerium betonte, dass viel mehr Pkw Abbiegeunfälle mit Toten und Verletzten verursachen als Lkw oder Busse. Insgesamt starben im vergangenen Jahr 48 Radfahrer auf niedersächsischen Straßen, von Januar bis September dieses Jahres waren es bereits 43.

Bei den Abbiegeunfällen liegen laut Ministerium für 2018 noch keine Zahlen vor. In trauriger Erinnerung ist aber noch ein tödlicher Fahrradunfall im April in Hannover. Ein elfjähriger Junge war vor den Augen seiner Mutter von einem abbiegenden Lastwagen überrollt worden. Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) forderte mehr Tempo von der EU bei der verpflichtenden Einführung automatischer Abbiegesssistenzsysteme für Lastwagen ab 7,5 Tonnen. Diese könnten „Unfälle insbesondere von Fußgängern und Radfahrern mit Lkw-Beteiligung deutlich weniger schwerwiegend ausgehen lassen oder gar ganz verhindern“, sagte Althusmann der HAZ. Die bisherigen rechtlichen Vorgaben blieben leider deutlich hinter dem technisch Machbaren zurück. Althusmann betonte, dass die Vorschriften zur Ausrüstung von Lastwagen mit Sicherheitssystemen „rein europäisches Recht“ seien.

Von RND/güm/mak/lis/mas

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