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Burgdorf Ratsmehrheit beschließt IGS-Neubau
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Ratsmehrheit beschließt IGS-Neubau
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00:16 18.12.2017
IGS-Neubau: Die Entscheidung. Quelle: Foto: Dege
Burgdorf

 Die Würfel sind gefallen: Die Stadt wird voraussichtlich 51 Millionen Euro in den Neubau eines Schulgebäudes für die Integrierte Gesamtschule (IGS) in der Nordstadt investieren. Diese Entscheidung hat der Rat der Stadt in seiner Sitzung am Donnerstagabend gefällt.

Die Entscheidung hat finanzpolitisch womöglich weitreichende Folgen für die Stadt. Die schon jetzt hoch verschuldete Kommune wird sich das Geld für den Neubau, laut erster Kostenschätzung 51 Millionen Euro, auf dem Kapitalmarkt besorgen müssen. Damit könnte der Schuldenberg bis  Ende 2021 auf bis zu 100 Millionen Euro ansteigen, wie die CDU befürchtet. Damit lege sich die Stadt langfristig Fesseln an und beraube sich sämtlicher Spielräume. Womöglich werde sie liebgewordene Einrichtungen wie die Stadtbücherei schließen müssen, malten Sprecher von CDU, FDP, AfD und Die Linke ein düsteres Zukunftsbild. CDU-Fraktionschef Mirco Zschoch und Ratsherr Michael Fleischmann (Die Linke) urteilten übereinstimmend: „Das ist ein schwarzer Tag für Burgdorf.“

Die Ratsmehrheit sah gleichwohl keine Alternative zu einem Neubau, der auch die Möglichkeit zur späteren Einrichtung einer Oberstufe offenhält. Der Neubau sei die günstigste Lösung, um die Raumbedürfnisse der IGS zu befriedigen, betonten die Befürworter von SPD, Grünen, WGS und Freien Burgdorfern. Rüdiger Nijenhof, bis Oktober noch CDU-Ratsherr und jetzt Fraktionsvorsitzender der Freien Burgdorfer, widersprach Zschoch und Fleischmann, denen er Schwarzmalerei vorwarf: „Das ist vielmehr ein guter Tag für Lehrer, Eltern und Schüler, die erklärt bekommen, was die Stadt mit ihnen vorhat.“

Neben der Sorge um die Stadtfinanzen trieb die Koalition der IGS-Gegner auch die mögliche Einrichtung einer Oberstufe an der Schule um. FDP-Ratsherr Thomas Dresskornfeld sagte klipp und klar: „Wir stimmen keiner IGS mit Oberstufe zu.“ Die CDU ließ erkennen, dass sie dem IGS-Neubau unter einer Reihe von Bedingungen hätte zustimmen können: Verzicht auf die Oberstufen-Option,  Baukostenreduzierung um 4 Millionen Euro plus Zehn-Prozent-Abschlag, Vorlage eines Vermarktungskonzepts für freiwerdende Schulgebäude und Beauftragung eines Totalunternehmers.

Derweil ließ die Ratsmehrheit keinen Zweifel daran, dass sie das Geld der Stadt nicht zum Fenster hinauswerfen wolle. Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) verwies darauf, dass eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung des Projekts gesetzlich vorgeschrieben sei. Auf Nachfrage von Kurt-Ulrich Schulz (WGS) stellte der Verwaltungschef klar, dass die Oberstufe noch keineswegs beschlossene Sache sei, sondern lediglich eine Option darstelle, die nur dann Realität werde, wenn ausreichend viele Schüler sie nutzen wollten.

Für Baxmann wie für Sprecher von SPD, Grünen und Freien Burgdorfern stand allerdings außer Frage, dass eine vom Schulträger gegebenenfalls erst noch zu beantragende Sekundarstufe II unabdingbar zur Schulform IGS gehöre. „Eine Gesamtschule ohne Oberstufe ist keine, sondern eine verkappte Oberschule“, sagte Nijenhof. Aus diesem Grund ging die Ratsmehrheit auch nicht auf die CDU-Forderungen ein, weshalb diese – nach kurzer Beratung während einer Sitzungsunterbrechung –  den IGS-Neubau in Gänze ablehnte.

Von Joachim Dege

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