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Burgdorf Schulbauten: Politik stimmt für 3 Stellen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Schulbauten: Politik stimmt für 3 Stellen
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00:18 30.11.2018
Wann starten Firmen mit welchem Schulbauprojekt? Darüber streiten die Ratspolitiker. Quelle: Symbolbild
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Burgdorf

Erst der Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS), dann die Sanierung und Erweiterung der anderen Schulgebäude – oder doch ein anderer Zeitplan? Über diese Frage hat am Montagabend der Finanzausschuss mit dem Ergebnis diskutiert, im nächsten Jahr drei Stellen für zwei Ingenieure und einen Techniker im Baubereich zu schaffen. Ursprünglich hatte die Verwaltung noch zwei weitere Stellen schaffen wollen. „Wir gehen davon aus, dass wir diese nicht benötigen und ziehen sie zurück“, sagte Hauptamtsleiterin Silke Vierke.

Um diese Entscheidung rankte sich eine Debatte, die indirekt die künftigen Kollegen betrifft – wobei unklar ist, ob und zu welchem Zeitpunkt die Verwaltung sie einstellen wird, wie Bürgermeister Alfred Baxmann sagte. „Der Markt an Fachkräften ist leer“, sagte er. Nach Aussage Vierkes bindet die Verwaltung die Kommunalpolitiker vor jeder Neubesetzung noch einmal ein. All diese Aussagen fanden die Zustimmung der Ausschussmitglieder, die sich aber einmal mehr auch mit der Frage beschäftigten, welche Prioritäten sie bei den Schulbauprojekten setzen sollen. 

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„Es gibt kein Naturgesetz, das vorschreibt, wir müssten mit der IGS beginnen“, sagte Oliver Sieke (CDU) und fügte hinzu: „Ich sehe die von der Verwaltung vorgeschlagene Priorisierung nicht als gesetzt an.“ Damit bezog er sich auf die Schulausschusssitzung in der vergangenen Woche, als die Stadtverwaltung der Politik empfohlen hatte, die Schulbauvorhaben in Otze und in der Südstadt zu verschieben. Er fühle sich vielmehr den Kindern in der Südstadt verpflichtet, die jetzt herunterfielen. Sein Fraktionskollege Klaus Köneke ließ das Argument nicht gelten, dass die Stadt bei einem späteren IGS-Baubeginn dort teure Container aufstellen müsse: „Die brauchen wir sonst auch für alle anderen Schulen.“

Bürgermeister: Politiker stehen in der Verantwortung

„Aber nicht in dieser Größenordnung“, hielt Baxmann dagegen und argumentierte mit Schülern, die schon jetzt keinen Klassenraum mehr in der IGS hätten. „Die stehen dort de facto vor der Tür“, sagte er und erhielt Unterstützung von SPD-Fraktionschef Gerald Hinz und Hartmut Braun (Grüne). „Wir sollten die vorgeschlagene Priorisierung nicht diskutieren“, sagte Hinz. Braun sprach von der „Notwendigkeit der Priorisierung“. Diese sehen auch Rüdiger Nijenhof (Freie Burgdorfer) und der Liberale Thomas Dreeskornfeld: „Ich weiß, dass wir erstens mehr Kapazitäten brauchen, das zweitens nicht alles sofort geht, und wir drittens eine Priorisierung festlegen müssen – aber das ist keine leichte Entscheidung“, sagte er.

Dabei, so betonte Baxmann, liege die Verantwortung bei den Politikern: „Als Verwaltung machen wir deutlich, was mit den vorhandenen Ressourcen möglich ist. Sie als Politik müssen die Schlussfolgerungen ziehen. So sieht nun einmal die Arbeitsteilung aus.“

Information: Über den Fahrplan zu Schulneubauten und notwendigen Sanierungen beraten die Politiker unter anderem am Montag, 3. Dezember, ab 17 Uhr im Finanzausschuss sowie am Dienstag, 4. Dezember, in einer gemeinsamen Sitzung des Schul- und des Bauausschusses.

Grundschulen und Verein formulieren ihren Protest

In den Ortsteilen und in der Südstadt formiert sich der Protest, die Bauarbeiten Waldschule in Ehlershausen, die Otzer Trilogie mit Schule, Kita und Sporthalle sowie die Gudrun-Pausewang-Grundschule zu verschieben. „Wir sehen große Probleme auf uns zukommen“, sagte die Otzer Schulleiterin Karen Lindner in der Sitzung des Ortsrats: steigende Schülerzahlen, mehr Klassen, keine Sporthalle und keine Mensa. „Wir fühlen uns machtlos“, sagte sie und lobte das gemeinsame Projekt, das allen Beteiligten viele Synergieeffekte beschere. Diesen Standpunkt vertrat auch Gerhard Schmidt vom SV Hertha: „Als Verein haben wir mit Schule und Kita ein Gesamtkonzept entwickelt, das die Belange aller drei berücksichtigt.“ Nun sei er erschüttert, wie sich Zeiteinheiten veränderten: „Die geplanten Container sind keine Interims-, sondern eine Dauerlösung“, kritisierte er. bis

Von Antje Bismark