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Burgdorf Seniorenrat fordert Ehrenamtsbüro im Rathaus
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Seniorenrat fordert Ehrenamtsbüro im Rathaus
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00:29 27.05.2018
Die nicht nur vom Seniorenrat immer wieder angemahnte Zebrastreifen an der unteren Marktstraße lässt auf sich warten. Vor allem ältere Fußgänger haben dort keinen leichten Stand beim Überqueren der Fahrbahn. Quelle: Dege
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Burgdorf

Die Stadt soll ein Ehrenamtsbüro im Rathaus einrichten und dafür auch Personal einstellen. Diese Forderung erhebt jetzt der Seniorenrat im Verein mit der Selbsthilfegemeinschaft Burgdorf. Er erhofft sich davon, dass die Stadt dann den Interessen insbesondere der älteren Bürger schneller Rechnung trägt.

Wolf Bittner, Vorsitzender des gewählten Seniorenrates, und Diethart Mühge, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, mahnen dringend eine solche Anlaufstelle in der Stadtverwaltung an, um etwa offensichtliche Missstände in der Stadt beseitigen zu können. Als Beispiel nennt Bittner die öffentlichen Toiletten am Spittaplatz und am Schützenplatz. Wenn dort etwa, wie unlängst auf dem Schützenplatz geschehen, auf dem Behinderten-WC das Licht ausfalle und das Manko, obwohl dem Rathaus gemeldet, tagelang anhalte, sei das nicht hinnehmbar. Es brauche, ähnlich der Frauenbeauftragten, eine Stabsstelle, die solche Probleme verlässlich an die zuständige Stellen weiterleite und sich um die Erledigung kümmere.

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Als weitere Beispiele nennen Bittner und Mühge den Wunsch, an der Marktstraße einen Geschwindigkeitsmessanlage fest zu installieren. Nur so ließe sich sicherstellen, dass die Autofahrer dort Tempo 20 einhielten und sich folglich auch ältere Menschen über die Straße trauten. Der seit Langem versprochene, aber nach wie vor nicht realisierte Zebrastreifen an der unteren Marktstraße sein ein weiteres Beispiel, wie berechtigte Anliegen nicht nur von Senioren im Rathaus im Abseits landeten, weil es niemanden gebe, der sich ihrer annehme. Ganz zu schweigen von der Rampe am Kreisel, die Menschen in Rettungswagen und Fahrzeugen für den Krankentransport durchschüttelten. So hatte DRK-Vorsitzender Gero von Oettingen am Rande einer Ratssitzung dringend um das Entfernen dieses Hindernisses gebeten. Passiert sei bislang nichts, kritisiert der Seniorenrat. Frage er im Rathaus nach, werde er vertröstet mit Aussagen wie diesen, beklagt sich Bittner: Die Stadt prüfe das Entfernen der Rampe. Der Überweg komme demnächst.

Der Seniorenrat hadert mit der Rampe am Eingang zur Unteren Markstraße ebenso wie Rettungsdienste und Krankentransport-Dienstleister. Quelle: Dege

Dass der Seniorenrat sich keinen reinen Seniorenbeauftragten, sondern ein Ehrenamtsbüro wünscht, begründen Bittner und seine Mitstreiter unter anderem damit, dass in Burgdorf viel Aufgabe der Daseinsvorsorge von Bürgern im Ehrenamt erledigt würden. Anders seien diese auch gar nicht finanzierbar. Hier könne ein Ehrenamtsbüro allerdings koordinierend und organisatorisch unterstützen die Ehrenamtsarbeit so noch effektiver machen. Leider sei es so, dass Ehrenamtliche vielfach überfordert seien angesichts bürokratischer Hemmnisse. Das sorge für Frustrationen. Keinesfalls gehe es darum, ehrenamtlich geleistete Arbeit an ein Ehrenamtsbüro zu übertragen.

Veranstaltungsreihe zu Hilfen im Alter geplant

„Hilfen im Alter“ ist eine Veranstaltungsreihe überschrieben, die der Seniorenrat für den Herbst plant mit verschiedenen Partnern wie Selbsthilfegruppen, St.-Paulus-Kirchengemeinde, Diakonie und Hospitz-Stiftung.

Den Auftakt soll Anfang September eine Informationsveranstaltung über die altersgerechte Ausstattung von Wohnräumen machen. Dabei werden Hilfsmittel vorgestellt, die ein möglichst langes, selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen vier Wänden zum Ziel hat.

In einer Art Ausstellung im Oktober geht es um praktische Alltagshelfer im Haushalt. Präsentiert werden Hilfsmittel wie besonders für Senioren geeignete Dosen- und Flaschenöffner und vieles mehr.

Eine Informationsveranstaltung beschäftigt sich mit dem Thema Organspende.

Mit wichtigen Dokumenten wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament beschäftigt sich eine weitere Informationsveranstaltung. Dort werde auch eine Notfallkarte vorgestellt, die auf einem Chip persönlichen Dokumente speichern kann.

Pflege im Alter lautet das Thema der letzten Veranstaltung, die Aufklärung bieten soll darüber, welche Pflegeleistungen zu Hause zu leisten sind und ab wann eine Unterbringung im Pflegeheim angezeigt ist.

Von Joachim Dege