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Burgdorf Hänigser fordern: Anlieferverkehr zum Kaliberg am Ort vorbei lenken
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Hänigser fordern: Anlieferverkehr zum Kaliberg am Ort vorbei lenken
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19:00 05.11.2019
Die Ortsratsmitglieder Norbert Vanin (Zweiter von rechts), Ruth Andresen und Manfred Scheller (links) überreichen Bürgermeister Werner Backeberg 97 Briefe von Bürgern mit Vorschlägen zur Verkehrslenkung. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Die erwarteten Transporte von belastetem Bauschutt und Bodenaushub zum Wathlinger Kaliberg bereiten Einwohnern aus Hänigsen, aber auch aus Sorgensen und Dachtmissen große Sorgen. Daher will Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg mit seinem neuen Burgdorfer Kollegen Armin Pollehn Kontakt aufnehmen. Backeberg will sich um gemeinsame Geprächstermine bei Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Umweltminister Olaf Lies bemühen. Ziel ist es, den Anlieferverkehr zur Halde um die drei Orte herumzuführen.

Nach Backebergs Einschätzung können die vom Hänigser Ortsrat vorformulierten Briefe, die von Bürgern unterschrieben worden sind, bei den Gesprächen mit den Ministern eine Argumentationshilfe sein. Am Dienstagvormittag hat Hänigsen Ortsbürgermeister Norbert Vanin im Uetzer Rathaus Backeberg 97 Schreiben überreicht. Außerdem haben einige Einwohner ihre Briefe direkt an Backeberg geschickt.

Hänigser Ortsrat macht drei Vorschläge

Die Unterzeichner befürworten die drei Vorschläge des Ortsrats zur Lenkung der Materialströme zum Kaliberg. Der Ortsrat empfiehlt den Bau einer Südostumgehung Hänigsens. Als zweite Variante schlägt er vor, die Lastwagen von der Bundesstraße 3 zunächst über den Röhndamm und dann südlich des Waldgebiets Brand zur L 311 (HänigsenWathlingen) zu führen. Der dritte Vorschlag lautet, an der B 3 bei Ehlershausen einen Umschlagplatz zu bauen, wo das Material von den Lastwagen auf die Kalibahn verladen wird. Dafür müssten die Gleise von Ehlershausen zum Kaliberg reaktiviert werden.

Bei der Übergabe der Briefe erinnerte Vanin auch an die Forderung, das Projekt ganz zu verhindern. Zu Gegnern zählen nicht nur Bürgerinitiativen, sondern auch die Gemeinden Uetze und Wathlingen. Nach Vanins Einschätzung wird der Konzern K+S sofort mit dem Abdecken des Kalibergs beginnen, sobald er es darf. Daher müsse man die damit verbundenen Verkehrsprobleme schon jetzt ansprechen, sagte Vanin. Falls K+S keine Genehmigung erhalte, sei eine Verkehrslenkung nicht nötig.

Backeberg will Verständigung mit Burgdorf

„Ich finde es richtig, sich um die Verkehrsbelastung zu kümmern. Das muss man im Vorfeld machen“, pflichtete ihm Backeberg bei. Nach seiner Ansicht kann sich Uetze leichter mit Burgdorf über eine Verkehrslenkung verständigen als mit Nienhagen und Wathlingen. „Es ist hilfreich, dass jetzt die Burgdorfer aktiver werden“, fügte Backeberg hinzu. In seiner jüngsten Sitzung hat der Burgdorfer Ratsausschuss für Wirtschaft und Verkehr beschlossen, Kontakt zum Uetzer Gemeinderat aufzunehmen.

Nienhagen hat eine festgelegte Position“, berichtete Backeberg. Der Nienhagener Rat wolle den Planfeststellungsbeschluss, also den Genehmigungsbescheid, abwarten. Nienhagen werde nicht gegen eine Genehmigung klagen. Das wolle Wathlingen. Die Gemeinde Uetze sei wie Nienhagen nicht klagebefugt. Aber: „Wir werden auf jeden Fall das Verfahren rügen“, sagte Backeberg. Die zugesagten zusätzlichen Verkehrsuntersuchungen seien unterblieben.

Briefe vor dem Edeka-Markt verteilt

Der Ortsrat hatte seine vorformulierten Schreiben an Backeberg am 19. Oktober vor dem Hänigser Edeka-Markt verteilt. Nach Einschätzung des Ortsratsmitglieds Manfred Scheller haben noch nicht alle ihre unterschriebenen Briefe zurückgegeben. Dazu besteht während der Ortsratssitzung am Mittwoch, 6. November, ab 19 Uhr im Haus am Pappaul Gelegenheit.

Der Ortsrat hatte außerdem gleichlautende Schreiben an K+S und Umweltminister Lies zum Unterschreiben verteilt. Die Briefe an K+S will Vanin im Paket an den Konzern schicken. Die Schreiben an Lies soll die Uetzer Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch an den Minister weiterleiten.

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Autofahrer rast mit Tempo 138 durch Riedel

Einen Vorgeschmack auf die Verkehrsbelastung durch die Transporte zum Wathlinger Kaliberg, haben Hänigsen, Sorgensen und Dachtmissen im September und Oktober erlebt. Da wurden Baumaterialien für die Recyclinganlage angeliefert, die am Fuß des Kalibergs gebaut wird. Anwohner der Hänigser Ortsdurchfahrt hatten am 9. September bis zu 60 Lastwagen in der Stunde gezählt. Hänigsens Ortsbürgermeister hatte daraufhin K+S gebeten, auch über andere Routen die Baumaterialien anliefern zu lassen.

Der Bitte, den Verkehr zu splitten, sei K+S nachgekommen, sagt Vanin. Er hat die Protokolle der mobilen Geschwindigkeitsmessanlage ausgewertet, die die Gemeinde Uetze auf seinen Wunsch hin vom 13. bis zum 19. September in Hänigsen-Riedel aufgestellt hatte. Die Anlage registrierte nur noch bis zu 24 Lastwagen in der Stunde.

„Mehr erschreckt haben mich die gemessenen Höchstgeschwindigkeiten“, sagt Vanin. Sie wurden allerdings nicht von Lastwagen erreicht – deren Fahrer hielten sich fast alle an Tempo 50 – sondern von Autofahrern. So ist ein Auto zwischen 8 und 9 Uhr mit 138 Sachen durch die geschlossene Ortschaft gerast. Tagsüber lag die ermittelte Höchstgeschwindigkeit auch in den übrigen Stunden über 90 Stundenkilometern. Vanin sieht die Forderung des Ortsrats nach einer stationären Messanlage in Riedel anhand dieser Messergebnisse bestätigt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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