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Burgdorf Poller macht Verkehr in Hülptingsen unübersichtlicher
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Poller macht Verkehr in Hülptingsen unübersichtlicher
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00:17 19.05.2019
Test auf der Hülptingser Ortsdurchfahrt: Wenn der Bus an der Haltestelle stadteinwärts hält, sollen auf gleicher Höhe auch die entgegenkommenden Autos halten, damit die Kinder die Fahrbahn überqueren können. Dafür müsste der Betonpoller – dargestellt mit den Pylonen – aber direkt vor die Ausfahrt eines landwirtschaftlichen Betriebes montiert werden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Hülptingsen

Der Vorschlag kommt von René Arand, beratendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Rates: Ein Betonpoller soll auf der stadtauswärts führenden Straßenseite so aufgestellt werden, dass kein Auto passieren kann, sobald ein Bus an der Haltestelle auf der gegenüberliegenden, also der stadteinwärts führenden Straßenseite hält. Ob es solch einen Standort gibt und wie sich ein Poller auf den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt auswirkt, das hat Tiefbauabteilung am frühen Donnerstagnachmittag getestet.

Zum Test erschienen mehrere Burgdorfer Ratspolitiker, Ortsvorsteher Cord-Heinrich Schweer, Frank Thomas von der Regiobus, René Arand sowie Anlieger der Straße Vor den Höfen und Eltern, deren Kinder täglich die Straße überqueren müssen, um am Morgen den Bus zur Schule zu erreichen.

Bauhofmitarbeiter stellen die Pylonen auf, die den Betonpoller simulieren sollen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Arand: „Poller wäre nur eine Übergangslösung“

Der Test hat gezeigt, dass der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt, wo Tempo 30 gilt, verlangsamt wird. Aber für Schüler wird die Verkehrssituation wegen der haltenden Autos vor dem Betonhindernis nicht übersichtlicher. Ortsvorsteher Schweer warnte: „Die Kinder werden sich zwischen den haltenden Fahrzeugen durchlawieren, um die andere Straße zu erreichen, wo ihr Bus steht.“ Er fragte Arand direkt: „Wie soll das sicherer werden, wenn sich schon jetzt in der verkehrsarmen Tageszeit, die Autos vor dem Hindernis stauen.“ Auch Martina Wessarges, Mutter eines schulpflichtigen Kindes, sieht die Gefahr für die Kinder mit solch einem Poller noch steigen. „Schon jetzt passiert es, dass ein Fahrer hält, aber der entgegenkommende weiterfährt. Deshalb wäre eine Ampel am sichersten.“

René Arand warb im Gespräch mit Politikern und Hülptingser Einwohnern für seinen Vorschlag: „Der Poller wäre nur eine Übergangslösung. Aber er wäre besser, als gar nichts zu tun.“ Denn die Region lehnt sowohl einen Zebrastreifen als auch eine Ampelanlage an der Bushaltestelle ab. Die Begründung: Das Aufkommen an Fahrzeugen und Fußgänger ist zu gering, um in einer Tempo-30-Zone deren Installation zu rechtfertigen.

Regiobus plädiert für Bau einer Querungshilfe

Regiobus-Vertreter Thomas plädiert für den Bau einer Querungshilfe. Den Vorschlag Arands, dass die Kinder erst die Straße überqueren, wenn der Bus hält und die Autos vor dem Hindernis stoppen, lehnt er ab. „Das können unsere Busfahrer nicht leisten.“ Dafür wäre dann ein Lotsendienst nötig. Den wiederum wollen Eltern aus versicherungstechnischen Gründen nicht übernehmen.

Anwohnerin Susanne Grohs wies daraufhin, dass Autofahrer, sobald sich der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt staut, über die Straße Zur Pappenkuhle auswichen und dort meist mit hohem Tempo unterwegs seien. Ein Anlieger schlug vor, eine Schwelle über die ganze Fahrbahnbreite zu bauen. „Das kann zu einer hohen Lärmbelästigung für die Anlieger führen“, erwiderte Tiefbauamtsleiter Rainer Herbst und erinnerte an die Probleme mit den Schwellen auf der Marktstraße.

Ein Hülptingser Landwirt testet mit seinem drei Meter breitem Gespann – ein Traktor, an dem vorne eine Scheibenegge und hinten eine Drillmaschine hängen –, ob er den mit Pylonen simmulierten Betonpoller passieren kann. Anette Wulf-Dettmer

Es wird knapp für landwirtschaftliche Gespanne

Schweer und ein weiterer Hülptingser Landwirt, die ihre Hofausfahrten an der Straße haben, testeten, inwieweit der Poller sie behindern würde, wenn sie mit ihren landwirtschaftlichen Gespannen auf der Ortsdurchfahrt unterwegs sind. Das Fazit: Es wird knapp. „Es geht hier aber nicht um mich, ich finde dann schon andere Wege, um vom Hof zu kommen“, betonte Schweer.

Am Donnerstag, 13. Juni, wird der Verkehrsausschuss des Rates sich in öffentlicher Sitzung mit dem Test beschäftigen. Bereits am Donnerstagnachmittag sagten die Ratsherren Barthold Plaß (CDU) und Rüdiger Nijenhof (Freie Burgdorfer): „Der Poller ist nicht die Lösung.“

Von Anette Wulf-Dettmer

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