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Burgdorf Zauberpilz: Amtsgericht stellt Verfahren ein
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Zauberpilz: Amtsgericht stellt Verfahren ein
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20:44 23.02.2018
Ein 21-Jähriger muss sich vorläufig nicht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.  Quelle: Symbolbild
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Burgdorf

Verschwunden bleibt eine Zeugin im Prozess gegen einen 21-Jährigen aus Burgdorf: Dessen einstige Freundin sollte an einem zweiten Verhandlungstag über den Drogenkonsum und das Dealen des jungen Mannes aussagen, fehlte allerdings abermals ohne Angabe von Gründen. „Die Polizei hat sie nicht erreichen können“, sagte Amtsrichterin Stephanie Rohe, die unter anderem aus diesem Grund das Verfahren gegen den 21-Jährigen vorübergehend einstellte.

Ihre Entscheidung begründete sie auch damit, dass der Burgdorfer bereits Anfang Februar in einem anderen Verfahren wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden war. Nun stehe in den nächsten Wochen eine weitere Anklage an: Der 21-Jährige muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten, nachdem er andere mit einer Schreckschusspistole bedroht hatte. „Sie gelten schon jetzt als vorbestraft“, sagte Rohe und fügte hinzu, dass dem jungen Mann mit dem anstehenden Verfahren eine noch höhere Strafe drohe.

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In dem nun eingestellten Prozess hatten Ermittlungsbehörden und Staatsanwaltschaft dem 21-Jährigen vorgeworfen, einen Gleichaltrigen Lehrter zum Konsum eines sogenannten Zauberpilzes gedrängt zu haben. Der enthält den halluzinogenen Wirkstoff Psilocybin und ist nur schwer zu dosieren. Offenbar nahm der Lehrter eine Überdosis: Er musste, wie er am ersten Verhandlungstag schilderte, im Krankenhaus behandelt werden. Zudem sagte er aus, dass der Burgdorfer seiner damaligen Freundin die Amphetamine gegeben habe – weil sie als Zeugin fehlte, ließ sich dieser Vorwurf nicht aufklären.

Von Antje Bismark und Joachim Dege