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Burgwedel Minister Meyer besucht prämierten Betrieb
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Minister Meyer besucht prämierten Betrieb
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00:16 28.05.2017
Von Martin Lauber
Verstehen sich gut: Landwirtschaftsminister Christian Meyer (von links), Biobauer Andreas Schröder und Marcus Fortmüller
Verstehen sich gut: Landwirtschaftsminister Christian Meyer (von links), Biobauer Andreas Schröder und Marcus Fortmüller Quelle: Martin Lauber
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Großburgwedel

Aber Minister Christian Meyer interessierte sich noch mehr für etwas anderes. Denn seit neuestem produziert der staatlich geprüfte Landwirtschaftsleiter Fortmüller im Heisterholz ganz ohne Spritz- und Düngemittel Raufutter, das er nach Abschluss der Umstellungsphase ab 2019 offiziell als „Bio-Heu“ verkaufen will.

Zu seinen 30 Hektar Grünland kommen zehn Hektar Blühstreifen mit Imkerbeteiligung. Auf weiteren 20 Hektar Ackerfläche werden ebenfalls Heu und Silage produziert. Das Feld wird allerdings alle fünf Jahre umgepflügt und mit Getreide eingesät, damit der Ackerstatus nicht verloren geht.

Seinen Schritt von extensiver Bewirtschaftung zum Totalverzicht auf Mineraldünger begründete Fortmüller unter anderem so: „So kann es nicht weitergehen mit der Intensivlandwirtschaft für Überschussproduktion.“ Die jüngsten Meldungen über die Verbreitung multiresistenter Keime durch Gülle von mit Antiobiotika behandelten Schweinen habe ihn in dieser Haltung bestätigt.

Solche Bekenntnisse waren ganz im Sinne des Ministers, der darstellte, dass durch Düngeberatung und verschärfte Dünge-, Verbringungs- und Stoffstromverordnung der Trinkwasser- und Verbraucherschutz in Niedersachsen große Fortschritte mache.

Nur Gleichgesinnte saßen beim Ministerbesuch mit am Tisch – Vertreter der Stadtwerke Hannover und des in Wettmar ansässigen Wasserverbandes Nordhannover (WVN), Grundwasserexperte Franz Antony wie auch Andreas Schröder. Der Fuhrberger, der seinen landwirtschaftlichen Betrieb schon 2006 auf Bio umgestellt hat, freute sich, „dass ich einen Kampfgenossen dazu gewonnen habe“.

Beide kooperieren wie insgesamt 150 Landwirte und 400 Waldbesitzer im rund 5000 Hektar großen Wassergewinnungsgebiet Fuhrberg Feld mit der Wasserwirtschaft – mit dem Erfolg, dass dort die Nitratwerte anders als im Westen Niedersachsens sehr gering sind. „Das ist als Kapital für viele Generationen gedacht“, erklärte Werner Raue von den Stadtwerken.

Aber der „Druck aus der Landwirtschaft auf Böden und Grundwasser“ werde größer, zum Beispiel durch Gärreste aus den Biogasanlagen, warnte WVN-Geschäftsführer Volker Krebs. Dicht an intensiv bewirtschafteten Flächen stiegen die Nitratwerte in jüngster Zeit wieder stark an.