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Burgwedel Ronja lehrt jetzt Frisbee und Fußball
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Ronja lehrt jetzt Frisbee und Fußball
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00:18 26.12.2018
Die Kinder der Nkosinathi Primary School in Berlin, Südafrika, hängen an Ronja Putzer (obere Reihe, 2. von links) und den anderen Freiwilligen. Quelle: privat
Großburgwedel

Mehr als 10.000 Kilometer trennen Ronja Putzer und ihre Familie: Während ihre Eltern und Bruder Anton in Kleinburgwedel unter dem Weihnachtsbaum Geschenke auspacken, unternimmt die 19-Jährige mit anderen jungen Leuten einen Road-Trip Richtung Kapstadt. Bei gut 30 Grad Hitze will die Abiturientin noch andere Gegenden Südafrikas entdecken als das 3000-Einwohner-Dorf Berlin in der Nähe von East London. Dort, nur wenige Stunden vom Indischen Ozean entfernt, gibt sie Kindern aus ärmeren Verhältnissen ein Jahr lang Sportunterricht.

Kinder, Kinder, überall sind Kinder... Wenn Ronja Putzer in dem südafrikanischen Dorf, in dem sie lebt und arbeitet, einkaufen geht, schließen sich spontan kleine Mädchen an, um sie zu begleiten. Wenn die 19-jährige Burgwedelerin im Garten ihrer Wahlheimat sitzt und Gitarre spielt, dauert es nicht lange, bis sie von Kindern umringt wird. Die Nachbarskinder leihen sich oft Bälle von ihr aus und spielen an dem von ihr aufgestellten Volleyballnetz. Und auch ihre Haupttätigkeit in Südafrika hat mit Kindern zu tun: Beim Freiwilligendienst, den der Sportverein ASC Göttingen organisiert, erteilt sie Kindern in Südafrika Sportunterricht. Vermittelt wurde dieser durch die Organisation „Weltwärts“.

Überdurchschnittlich aktiv in den Bereichen Sport und Jugendarbeit war Ronja Putzer schon immer. Sie ist Inhaberin der Jugendleiter-Card (Juleica) und Ultimate-Frisbee-Spielerin, war Badminton-Übungsleiterin bei der TS Großburgwedel und Teamerin einer kirchlichen Jugendfreizeit nach Kroatien. Nach dem Abitur im Sommer am Gymnasium Großburgwedel wollte sie weiter in diese Richtung gehen. Ganz im Sinne von Nelson Mandela, der einst sagte: „Sport has the power to change the world“ (Sport hat die Macht, die Welt zu ändern), setzte sie sich zum Ziel, Kindern aus ärmeren Verhältnissen mit Hilfe von Sport Selbstbewusstsein, Teamgeist und eine gute Motorik zu vermitteln. Dass sie selbst dabei auch noch ein fernes Land und dessen Kultur kennen lernen kann, ist für sie ein Glücksfall.

Denn seit einigen Monaten wohnt sie mit fünf weiteren Freiwilligen in dem Dorf Berlin im südlichen Südafrika. Mit einem von ihnen, dem 19-jährigen Bendix aus Oldenburg, leitet die Kinder beim Fußball- oder Volleyballspielen an, zeigt, wie man eine Frisbee-Scheibe wirft und den Hula-Hoop-Reifen schwingt. Nicht selten müssen Ronja und Bendix die Kinder in Gruppen einteilen, denn die Klassen haben mitunter 70 Schüler – zu viele, um alle an dem gleichen Ballspiel teilhaben zu lassen.

Die deutschen Lehrkräfte verständigen sich überwiegend mit Händen und Füßen mit den Kindern. „Zum Glück erklärt sich beim Sportunterricht ja vieles über Körpereinsatz“, sagt die 19-Jährige. Zwar paukt sie die Regionalsprache Xhosa, aber diese ist schwer. „Mehr als die Begrüßung und ’seid leise!’ kann ich noch nicht sagen“, gesteht Ronja Putzer. Was die Abiturientin sehr beeindruckt, ist der Enthusiasmus der Kinder: „Egal, ob es regnet oder Steine und Unebenheiten auf dem Feld sind – die Begeisterung ist immer groß und einige Kinder spielen sogar barfuß und laufen durch den Matsch.“

Eine besondere Herausforderung für sie ist es, dass es keinen verlässlichen Stundenplan an der dortigen Schule gibt. Bendix und sie wissen morgens oft nicht, welche Klassen sie übernehmen dürfen. „Gut durchgeplanter Sportunterricht ist hier kaum möglich, stattdessen sind Spontaneität und Kreativität gefragt“, sagt die 19-Jährige. Was das ist, zeigen die Kinder häufig sehr eindrucksvoll. Da werden nach einer Runde Seilspringen schon mal Seile zu Hochsprunglatten umfunktioniert und Salti darüber gemacht. Oder da finden die Schüler mehr Spaß daran, Ronjas Haare zu flechten als Sport zu treiben.

Jetzt im Dezember macht ihr zunehmend die Hitze zu schaffen. Während es in Europa immer kälter wird, beginnt auf der Südhalbkugel der Erde der Sommer mit Tagestemperaturen um die 30 Grad Celsius. „Wir werden in den nächsten Wochen weniger aktiven Sportunterricht anbieten müssen“, nimmt sich Ronja Putzer vor.

Trotz sommerlicher Temperaturen ist das Weihnachtsfest mit seinen Bräuchen auch in Südafrika ein Thema. Die Kinder bekommen hier am Morgen des 25. Dezember ihre Geschenke. Am Nikolaustag hat eine Deutsche den anderen Freiwilligen die Stiefel mit kleinen Geschenken befüllt. Ein paar Tannenzweige in der WG dienen als Weihnachtsbaum. „So kommt hier immerhin ein wenig Weihnachtsstimmung auf.“

Wie Ronja Putzer sich auf ihr Afrika-Abenteuer vorbereitet hat, lesen Sie hier.

Ronja Putzer bittet um Spenden: Um für die Schulkinder Projekte durchzuführen oder Sportturniere zu organisieren, hat der ASC Göttingen für Unterstützer ein Spendenkonto eingerichtet. Wer diese Aktivitäten fördern möchte, kann die 19-Jährige gern kontaktieren unter Telefon (01 57) 83 53 15 56 sowie per E-Mail an: rputzer@gmx.net.

Von Gabriele Gerner

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