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Burgwedel Amateurfunker treffen sich an der Bockwindmühle Wettmar
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16:08 06.09.2019
Von der Wettmarer Mühle aus hinaus in die Welt. Amateurfunker Daniel Wege. Quelle: Thomas Oberdorfer
Wettmar

„CQ 80, CQ 80, CQ 80 – DO1DKX calling CQ“: Bereits zum dritten Mal in fünf Minuten versucht Daniel Wege Kontakt zu anderen Amateurfunkern in Europa aufzunehmen. Doch noch herrscht Stille in dem 80-Meter-Frequenzbereich der Kurzwelle. Nach ein paar weiteren Versuchen klappt es schließlich, Daniel Wege spricht mit einem Kollegen in Schottland.

Knapp 1000 Kilometer Entfernung überbrückt er mit diesem Funkspruch. Luftlinie versteht sich. „Eine ordentliche Distanz“, erklärt der 47-Jährige. Mit ihr kann er sich durchaus Chancen ausrechnen bei dem kleinen Wettbewerb, den die Mitglieder des Wedemärker Amateurfunk-Ortsverbandes an der Wettmarer Mühle austragen. Gesucht wird der Funker oder die Funkerin, die am Ende des Vereinsabends die weiteste Verbindung zustande gebracht hat.

Amateurfunker treffen sich an der Wettmarer Bockwindmühle. Quelle: privat

Antenne wird an der Bockwindmühle aufgebaut

18 Amateurfunker haben sich an diesem warmen Abend auf den Weg zu der Mühle gemacht, zu einem ihrer monatlichen Treffen. Im Normalfall treffen sie sich in einer Gaststätte, diesmal ausnahmsweise unter freien Himmel. Und sie nutzen das Gebäude auch gleich für ihr Hobby. Aus einer Luke weit oben in dem alten Mühlengebäude spannen sie einen Draht quer über den Platz bis zum Info-Schild am Eingang zum Grundstück.

„Der Draht ist exakt 37 Meter lang, perfekt zum Funken auf dem 80 Meter Band“, erklärt Wege. Auf diesen Frequenzen wollen sie ihren kleinen Wettstreit austragen. Aber es ist an diesem Abend nicht zum Besten um die Ausbreitungsbedingungen auf dem Kurzwellenband bestellt. Die von der Wettmarer Mühle ausgesandten Funkwellen erreichen ihre Empfänger nicht direkt, sie werden an der Ionospähre in rund 300 Kilometern Höhe reflektiert und zur Erde zurückgesandt.

Funksprüche erreichen Empfänger in ganz Europa

„So kann man auf dem Frequenzband Gesprächspartner in ganz Europa erreichen“, erläutert Wege. Allerdings sind die Funker dabei ein Stück weit von der Sonne abhängig. Je mehr Sonnenflecken es gibt, desto besser werden die Funkwellen reflektiert. „Und im Moment sind wir ganz weit von einem Maximum dieser Sonnenflecken entfernt. Leider“, sagt der engagierte Funker, der als EDV-Experte in einem Rechenzentrum arbeitet.

Alle elf Jahre erreichen die Sonnenflecken ihr Maximum. „Wie ein Tischtennisball können dann die Funkwellen zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre hin- und herspringen. Dann ist es möglich, auf der Kurzwelle rund um den Globus zu funken“, erklärt er.

Burgwedel soll in den Vereinsnamen

Erst ein gutes Jahr ist Wege Mitglied in dem Ortsverein H 37 und schon dessen Vorsitzender. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Ortsverein wieder ein wenig mehr Leben einzuhauchen. Und er würde die Ortsgruppe des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) auch gerne umbenennen und neben der Wedemark auch Burgwedel im Vereinsnamen aufnehmen. „Schließlich kommen viele unserer Mitglieder aus dieser Stadt“, sagt Wege.

Funkt aus dem Kofferraum: Udo Nicke an der Wettmarer Mühle Quelle: Thomas Oberdorfer

Zum Sieg hat es für Wege am Ende des Abends dann doch nicht ganz gereicht. Ein Kollege aus Fuhrberg überbrückt mit seinem Funkspruch eine noch größere Distanz. Er erreicht auf dem Kurzwellenband einen Gesprächspartner in Riga – 1033,31 Kilometer Luftlinie entfernt. Wege landet mit seiner Verbindung ins schottische Glasgow auf dem zweiten Platz.

Clubabend in Mellendorf

Übrigens: Die Funker der Ortsverbandes H 37 treffen sich am Donnerstag, 19. September, ab 19 Uhr im Restaurant Herzblut in Mellendorf zu ihrem nächsten Clubabend. „Gäste sind herzlich willkommen“, wirbt Wege um Interessierte. Schließlich will er sein Hobby in der Wedemark und in Burgwedel voranbringen.

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