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Burgwedel 100 Gäste feiern mit der neuen Bürgerstiftung
Aus der Region Region Hannover Burgwedel 100 Gäste feiern mit der neuen Bürgerstiftung
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00:19 05.09.2018
Nicht alle, aber viele der Stifter der ersten Stunde, vor der Bühne der Vorstand der 7-Dörfer-Stiftung mit (von links) Winfried und Monika Stellmacher und Jürgen Zimmer. Quelle: Martin Lauber
Burgwedel

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Erich Kästners berühmter Satz tauchte mehr als einmal in den Reden auf, als die neue Bürgerstiftung Burgwedel sich zur Feier der erfolgreich überstandenen Gründungs- und Genehmigungsprozedur der Öffentlichkeit vorstellte. Über ihren finanziellen Beitrag hinaus sind viele Stifter bereit, auch Zeit und Tatkraft in die Arbeit der „7-Dörfer-Stiftung“ zu investieren. Aber ohne Spenden und Zustiftungen zum Kapitalstock, der Kästners sprichwörtlich Gutes durch Zinserträge erst ermöglichen soll, geht es nun mal nicht. So war die Erfahrung eines Urgesteins der deutschen Stiftungsszene am Freitagabend Trost und Auftrag zugleich: „Die erste Million ist die schwerste“, verriet Gastredner Professor Christian Pfeiffer im Amtshof vor mehr als 100 Gästen.

Versprechen „Wir schaffen das!“ eingelöst

An diesem laut Bürgermeister Axel Düker „wichtigen Abend für die Stadt“ erinnerte Gründungsvorsitzender Jürgen Zimmer an eine Konzertmatinee im September 2016, als der engste Initiatorenkreis sein „Wir schaffen das!“ verkündet hatte. Das Versprechen eingelöst zu haben, „darauf sind wir einfach stolz“. Der 74-Jährige beschwor den Geist hinter allen geplanten Aktivitäten der neuen Stiftung: „Wir wollen hinschauen, wenn andere wegsehen, und eingreifen, wenn andere sich wegducken.“ Unterstützungsbedarf, der nicht gedeckt wird, und Ideen, die von öffentlichen Stellen, Institutionen und Vereinen nicht zu realisieren seien, gebe es genug. Unter anderem will die neue Stiftung Bemühungen gegen Cyber-Mobbing unterstützen, Lese-Training und Instrumentalunterricht für benachteiligte Kinder fördern, alte Menschen mit einem Fahrdienst aus der Isolation holen, ein Bürger-Archiv auf die Beine stellen.

Welche Motive sie zum Mitmachen bewegen, das verrieten adie lle elf Mitglieder des Stifterrates auf offener Bühne: „Ich engagiere mich einfach gern“, sagte Nicole Friederichsen. Er wolle der Stadt etwas zurückgeben, bekannte Friedrich Schneider. Kerstin Hagenguth überzeugt die überparteiliche und überparteiliche Konzept der Stiftung, und Heinz Visel sieht eine der Aufgaben in der Stärkung der demokratischen Kräfte. Diesem Anspruch ist auch der geplante Zivilcourage-Preis verpflichtet, der nach Sue Ryder benannt werden soll – jener englischen Lady, auf deren Initiative hin internationale Jugendliche von 1953 bis 1960 in Großburgwedel eine Siedlung für vom Krieg entwurzelte Osteuropäer errichteten.

„Dann kommen auch die Erbschaften“

Christian Pfeiffer – als Kriminologe und Ex-Justizminister eine TV-Bekanntheit – teilte seinen Erfahrungsschatz als Stiftungsgründer und Spendengenerierer. Seine Botschaft: Stiften macht Spaß. „Es wäre eine Schande, reich zu sterben“, zitierte er einen Hamburger, dem die Bürgerstiftung Hannover eine halbe Million Euro verdankt. Zum Vergleich: Burgwedel startet mit knapp über 60.000 Euro. „Wenn Sie zehn Jahre gute Arbeit leisten, haben Sie die Herzen der Stifter erwärmt“, prophezeite Pfeiffer. „Dann kommen auch die Erbschaften.“ Der 74-Jährige warnte davor, zu viele Projekte selbst zu machen: „Eine richtige Bürgerstiftung finanziert die Ideen derer, die sie haben.“

Auch wenn fast nur geladene Gäste kamen, gibt die Gründungsfeier Anlass zur Zuversicht. Neben Zustiftungen erhielt die Stiftung auch spontane Spenden, die, bis der Kapitalstock dereinst namhafte Zinserträge bringt, dringend für Projekte gebraucht werden. Die Kosten der ersten Aktion – eine Figurentheater-Vorstellung für die Kinder aller fünf Burgwedeler Grundschulen – hat die Sparkasse übernommen.

Von Martin Lauber

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