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Burgwedel Carmen Korn geht im Amtshof auf Zeitreise
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Carmen Korn geht im Amtshof auf Zeitreise
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00:17 27.01.2019
Andrang beim Signieren: Carmen Korn signiert ihre Bücher in der Pause und nach der Lesung. Quelle: Jürgen Zimmer
Großburgwedel

Alles wie gehabt: Auf der Bühne eine Frau, vor der Bühne 180 Frauen und eine Handvoll Männer, quasi die Hähne im Korb, bei der Lesung am Mittwochabend im Amtshof zu Großburgwedel. Zwar wird auch der dritte Roman der Jahrhundert-Trilogie von Carmen Korn, „Zeitenwende“, von Frauen getragen, ist aber unbedingt auch für Männer lesenswert.

„Töchter einer neuen Zeit“, ist der erste Teil des Epos um die Freundinnen Käthe, Lina, Henny und Ida und beginnt etwa 1918. Das zweite Buch „Zeiten des Aufbruchs“ behandelt die Nachkriegszeit des Wirtschaftswunders in Deutschland. Vier Frauen, vier Familien, ein Jahrhundert – eine Zeitreise vom Kaiserreich bis in die Neuzeit. Es ist faszinierend wie die gelernte Journalistin die Großereignisse aus Politik, Wirtschaft und Zeitgeschehen in die Handlung einfließen lässt. So viele Namen, so viele Ereignisse! „Conny“ Adenauer, Heinrich Böll, Wiederbewaffnung, Willy Brandt, Ungarn-Aufstand und Kubakrise, Hamburger Sturmflut und Helmut Schmidt, Mauerbau, Mord an den Kennedy-Brüdern, Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke, Swinging London und die Mondlandung – und, und, und.

Und nun „Zeitenwende“, der Abschluss der Trilogie. Sie beginnt 1970 und endet 1999, vom Deutschen Herbst über die Wiedervereinigung bis zur Jahrtausendwende. Die Freundinnen aus dem Hamburger Stadtteil Uhlenhorst sind so alt wie das Jahrhundert und noch immer quietschfidel. Die blonden oder braunen Locken vertrauen sie „Wellas“ Haarfarben an, die weißen Haaren überlassen sie ihren Männern. Kinder werden geboren, Menschen sterben, der ewige Kreislauf des Lebens. Der „Schwulenparagraf“ 175 wird am Beispiel von zwei Freunden von Ida behandelt. Käthe, die in der NS-Zeit eine KZ-Internierung überlebte, und Henny reden noch immer über Erotik an Linas Kaffeetisch. Auch in diesem Band begegnet der Leser den Menschen und Ereignissen der Zeit. Jüngere werden vielleicht über einen Interzonenzug, die Rote Armee Fraktion (RAF), Che Guevara oder Jimi Hendrik, über die Stasi und die Mauer stolpern. Aber keine Sorge, Korn erklärt alle Namen und Begriffe im Text. Bei den ersten Bänden in einem Glossar. Korns Figuren sind so lebendig und so authentisch, dass es sich lohnt sich auf diese Zeitreise zu begeben.

Und es wird keinen vierten Teil geben, wie schon spekuliert wurde, versprach die Autorin. „Dann wäre ich ja die erste, die eine Trilogie aus vier Teilen geschrieben hat“, stellte Korn fest. Aber, so die gute Nachricht für alle Fans, über eine Verfilmung wird verhandelt.

Von Jürgen Zimmer

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