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Burgwedel Drache Kokosnuss: Darum fühlt sich Ingo Siegner in Großburgwedel zu Hause
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Drache Kokosnuss: Darum fühlt sich Ingo Siegner in Großburgwedel zu Hause
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00:18 16.06.2019
Manch Autobiografisches blitzt in Ingo Siegners Kinderbüchern durch: In den Übungen des Yogafrosches die Gymnastik, die er gegen seine Rückenschmerzen macht. Quelle: Sandra Köhler
Großburgwedel

Das nennt man Heimspiel: Kinderbuchautor Ingo Siegner hat am Mittwoch in der Bücherei Großburgwedel aus seinem neuen Buch „Der kleine Drache Kokosnuss bei den Römern“ gelesen. Der 54-Jährige ist in Großburgwedel aufgewachsen, hat den Pestalozzi-Kindergarten und die Grundschule im Ort besucht. Es ist bei Weitem nicht die erste Lesung in seiner alten Heimat. Zig Kinder waren wieder gekommen, um Siegner lesen und zeichnen zu sehen.

„Wenn ich in Großburgwedel lese, fühle ich mich zu Hause. Wisst ihr warum?“, begrüßt Siegner seine jungen Fans. „Du kommst von hier, das steht im Buch“, antwortet prompt ein kleiner Junge. Stimmt. Siegner wohnt zwar seit er 19 ist in Hannover, aber seine Stiefmutter und seine Schwester leben noch heute in Großburgwedel. „Ich komme vier- bis fünfmal im Jahr her“, erzählt Siegner. Und an der Von-Alten-Straße befindet sich sein liebster Zwischenstopp: „Dann gibt es immer ein Eis in der Eisdiele.“

Von der Truhe bis zu den ersten Kunstwerken in St. Petri

Burgwedel kennt er wie seine Westentasche – und doch fallen ihm Dinge auf, die sich verändert haben. Die Buchhandlung Böhnert hatte damals einen anderen Namen. „Alte Burgwedeler reden immer von der Truhe, wenn sie den Laden meinen. Ich erinnere mich noch an den Schriftzug“, sagt Siegner, der dort seine Schulbücher gekauft hat. Wenige Meter entfernt hat Siegner einst seine Leidenschaft fürs Zeichnen entdeckt: In St. Petri engagierte er sich als Betreuer beim Kindergottesdienst, erzählte biblische Geschichten. „Dabei habe ich auf dem Overheadprojektor gezeichnet, damit die Kinder sich das besser vorstellen konnten.“

Sehr gut hat der 54-Jährige auch noch den damaligen Bademeister im Freibad Großburgwedel in Erinnerung. Kurt Döhler. Eine absolute Respektsperson. „Wenn der in sein Mikrofon nuschelte, standen alle stramm“, sagt Siegner und lacht. Jugendliche, die gerade Mist gebaut hätten, habe man kurze Zeit später Papier aufsammeln gesehen.

Langstreckenläufer Siegner trainierte auch am Würmsee

Auch das neue Gewerbegebiet mit Fiege entlang der Isernhägener Straße ist Siegner aufgefallen: „Hinter Ikea Richtung Isernhagen kam damals nicht mehr viel, außer Feld und Flur.“ Auch die Umgehungsstraße habe es in seiner Jugend noch nicht gegeben. „ Ich war früher Langstreckenläufer, bin immer zum Springhorstsee und Würmsee gelaufen. Da hat sich die Landschaft sehr verändert“, stellt er fest.

Der große Erfolg mit seinem Kinderbuch-Helden, der es inzwischen bis auf die Kino-Leinwand geschafft hat, hat Siegner nicht an Bodenhaftung verlieren lassen. Sympathisch plaudert der 54-Jährige über seine alte Heimat. „Ich bin hier aufgewachsen, in einer Arbeiterfamilie in einem kleinen Reihenhäuschen“, sagt er. Der Umzug nach Hannover habe einen ganz pragmatischen Grund gehabt: Er wollte sich mit seinem Bruder kein Zimmer mehr teilen.

Bücherei lässt Siegner emotional werden

In Burgwedel habe er schon deutlich öfter gelesen als anderswo. „Ich erzähle den Kindern dann, dass ich hier zu Schule gegangen bin“, sagt Siegner. Bei Erstklässlern könne er damit nicht viel Eindruck machen. „Die denken: Ja, wo auch sonst?“ Aber für Viertklässler sei das etwas Besonderes, sagen zu können, „ich gehe in diese Schule und der Siegner war hier auch.“ Wie besonders merkt man auch bei der Lesung am Mittwoch: die Kinder verfolgen gespannt seine spontanen Zeichnungen auf dem Flipchart. Emotional wird Siegner in der Bücherei aber auch aus einem anderen Grund: „Ich habe von einer Mitarbeiterin erfahren, dass mein Vater häufig hier saß und las“, sagt Siegner. Inzwischen ist sein Vater gestorben. „So kannte ich ihn nicht. Das ist schon sehr berührend.“

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