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Burgwedel Engenser Dorfleben: Darum sollte man Mitglied im Schützenverein sein
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Engenser Dorfleben: Darum sollte man Mitglied im Schützenverein sein
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17:27 15.07.2019
Der Spielmannszug sorgt für musikalische Unterhaltung beim Königsschießen – und viele aus dem Dorf swingen mit. Quelle: Alina Stillahn
Engensen

Auf dem Engenser Dorfplatz zapft Karsten Müller fleißig Bier – in einem kleinen Schützenverein muss auch der Vorsitzende selbst mit anpacken. Um ihn herum treffen sich die Schützen zu Getränken und Bratwurst, während drinnen der Wettkampf um die Königswürde tobt.

Erste Schritte vor dem Schützenheim Engensen

Auf dem Platz tummeln sich Jung und Alt. Man kennt sich, viele sind schon seit Jahrzehnten Mitglied. „Auf dem Dorf muss man im Verein sein, um Anschluss zu haben“, sagt die stellvertretende Jugendwartin Annegret Bolt. Dass die Mitgliedschaft in einem Schützenverein nicht nur für sportlichen Wettkamp gut ist, weiß auch Reinhart Ehrich. Der Burgdorfer verbindet mit Engensen ganz besondere Momente: Im Gemeindehaus gleich hinter dem Schützenheim wurde er geboren, im Dorf ist er aufgewachsen. Er klopft auf die Bierbank: „Da, wo wir jetzt hier sitzen, habe ich meine ersten Laufschritte gemacht.“

Selbst ohne Schießen kann man König werden

Auch Erika Wirsperger kam schon früh in Kontakt mit der Schützengesellschaft „Zentrum“ Engensen. „Ich habe nicht mal hier gewohnt“, erinnert sie sich lachend. „Mein Mann hat mich hier reingeholt“ – 1960 war das und sie gerade 20 Jahre alt. 2020 wird sie somit 60 Jahre dabei sein – und schießt immer noch. Besonders stolz ist sie immer noch, damals als erste Damenkönigin auch eine Scheibe bekommen zu haben, denn die hatte es bis dato für Frauen nicht gegeben. „Wir wollten dann selbst eine Scheibe, um zum Kreiskönigsschießen zu können.“

Kassenwart Heinrich Knoche hat im Laufe seiner langen Schützen-Karriere schon viele Preise gewonnen. Eine Scheibe zeigt er aber besonders stolz: Als er 1979 nur Zweiter beim Königsschießen wurde, hatte er doch einen ersten Platz erreicht: Er wurde der erste Katerkönig – die weiblichen Mitglieder wählten ihn dazu.

Sorge um den Nachwuchs treibt die Schützen um

Beim geselligen Beisammensein und all den schönen Erinnerungen treibt die Schützen aber auch die Sorge um den Nachwuchs um. Renate Gruber schießt bei den Senioren und fürchtet, dass die Schützenvereine aussterben könnten. „Der Trend geht leider dahin, dass das nicht mehr so angenommen wird.“ Auch Kassenwart Knoche wünscht sich mehr Interesse bei Jüngeren. „Es ist ganz wichtig, dass die Alten zusammenhalten und die Jungen mitziehen.“

Mundpropaganda kann da helfen, man muss aber auch sportlich etwas bieten können. Unter dem Vereinsheim liegt der Schießstand. Dort können die Kugeln sogar 50 Meter weit fliegen – mit dem Kleinkaliber. „So können wir bei Wind und Wetter schießen“, sagt Müller. Künftig soll der Schießstand noch mit einer elektronischen Anzeige ausgestattet werden.

Dass der Nachwuchs doch noch nicht ausgegangen ist, beweist die 13-jährige Nina Blank. „Ich schieße eigentlich immer alles mit“, sagt sie. Diesmal habe aber ihre Freundin gut abgeschnitten: „Ich freue mich sehr, ich bin schon ein bisschen stolz auf sie.“ Sportlicher Wettkampf ist eben das eine, aber die Gemeinschaft gehört auch dazu.

Die Majestäten des Königsschießens beim Schützenverein Engensen Quelle: Privat

Das sind die neuen Majestäten

Die Würde des Stadtkönigs hat Olav Lahmann errungen. Schützenkönig in Engensen wurde Mike Dytkiewicz, Seniorenkönig Bernd Hartwig, und Jugendkönigin Lilly Marie Lahmann. Andreas Brakhage darf sich Volkskönig nennen, Kinderkönig wurde Durentin Zeka und Stadtjugendkönigin Phoebe Behre.

Die Majestäten werden am Freitag, 26. Juli, beim Schützenkommers in Engensen geehrt. Am Sonnabend folgen dann der Umzug und das Annageln der Königsscheiben. Nach dem Umzug am Sonntag wiederum ab 13 Uhr geben die Musikzüge ein Platzkonzert.

Mehr zum Thema

Das Programm des Schützenfestes in Engensen.

Von Alina Stillahn

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