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Burgwedel Fuhrberg: Aus der Grundschule ins Zirkuszelt
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Fuhrberg: Aus der Grundschule ins Zirkuszelt
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00:17 25.03.2019
Die Clowns machen Musik. Quelle: Sandra Köhler
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Fuhrberg

 Das Thema Zirkus war in den vergangenen Tagen schwer angesagt an der Maria-Sibylla-Merian-Grundschule und der Kindertagesstätte Fuhrberg: Bei einer Projektwoche mit dem Zirkus Rasch übten die Erst- bis Viertklässler sowie die angehenden ABC-Schützen eine 90-minütige Galavorstellung ein. Diese präsentierten die insgesamt rund 130 Kinder am Mittwoch- und Donnerstagabend Verwandten und Freunden im vollbesetzten Chapiteau auf dem Schützenplatz. Der Förderverein der Schule unterstützte das Projekt finanziell.

Grundschüler haben ihren großen Auftritt beim Zirkus Rasch

Der glitzernde schwere Vorhang mit den Goldborten geht auf. Nebelschwaden und buntes Licht sorgen für unwirkliche Atmosphäre. Ein kleiner Junge liegt in seinem Bett und träumt: einmal in der Manege stehen, Kunststücke zeigen und dafür bejubelt werden... Ein Clown nimmt ihn bei der Hand, schminkt ihn. Die Verwandlung setzt ein, die Show beginnt. Turner bauen waghalsige Pyramiden, die Truppe Los Dolchos durchbohrt einen Kasten, in den das kleinste und wagemutigste Mitglied geklettert ist, mit zahlreichen Säbeln. Spaßmacher werfen Konfetti in die Menge, kitzeln die Besucher in den ersten Reihen mit Staubwedeln und ärgern Zirkusdirektor Ingo Rasch mit lautem Getöse. Hingerissen applaudieren stolze Omas und Opas ihren Enkeln, Väter halten die schönsten Szenen des Nachwuchses per Mobiltelefon für die Ewigkeit fest. Kleine und große Geschwister winken in die Menge.

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Jedes Kind soll einmal Zirkus-Star sein

Alle fünf Jahre ist Zirkus-Zeit in Fuhrberg. „Damit auch jedes Kind aus dem Ort einmal selbst in der Manege stehen kann“, sagte Schulleiterin Meike Rawlings. Bereits zum vierten oder fünften Male sei das Projekt mit der Familie Rasch mittlerweile zustande gekommen. „Die Kinder erleben Schule auf eine ganz andere Art“, sagte Rawlings vor der Vorführung am Donnerstagabend: „Sie sind gerade fürchterlich nervös, freuen sich aber wahnsinnig auf ihren Auftritt und machen es ganz toll, wie kleine Profis.“ Nicht nur die Schulkinder, auch die angehenden ABC-Schützen waren dabei und feierten ihre Premiere als Artisten, Clowns oder Fakire. „Es freut mich sehr, dass wir da mit dem Kindergarten kooperieren“, sagte die Schulleiterin.

Auftritt in der Manege dient dem sozialen Miteinander

Nicht Deutsch, Mathe und Musik hatten deshalb von Montag an auf dem Stundenplan gestanden. Trotzdem sei das Zirkusprojekt aus pädagogischer Sicht extrem sinnvoll, sagte Rawlings und führte aus: „Es passiert ganz viel im sozialen Bereich. Die Größeren unterstützen die Kleineren, und selbst die, die sonst eher still und schüchtern sind, stehen mal im Rampenlicht.“ Zum Gelingen trage auch maßgeblich das Händchen bei, dass die Zirkusfamilie bei der Zuordnung der Kinder in die jeweiligen Rollen beweise, sagt Rawling: „Die haben ein sagenhaftes Gefühl dafür, wer sich wofür eignet.“

Von Sandra Köhler