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Burgwedel Großburgwedeler Kleiderei hofft auf Wunder
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00:19 10.11.2018
Silvan Vulo stöbert in der Kleiderei nach Handschuhen und dicken Socken. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

„Wenn jetzt nicht ganz schnell ein Wunder geschieht, dann war es das“, sagt Ingrid Stenert und blickt traurig und ein wenig ängstlich auf den 5. Dezember. „Das wäre dann der letzte Öffnungstag der Kleiderei“, sagt die Chefin des gleichnamigen Vereins. Seit Monaten suchen sie und ihr Team nach neuen Räumlichkeiten für die Kleiderkammer in Großburgwedel. Bislang vergeblich. Die bisherigen Räume an der Pestalozzistraße 9 muss der Verein räumen, da die Pestalozzi-Stiftung diese selber benötigt. Dort sollen Aufenthaltsräume für Handwerker entstehen.

„Das Angebot der Kleiderei wird dringend benötigt und immer besser nachgefragt“, sagt Stenert. Der kleine Laden hinter der Wäscherei, hat sich zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelt. Gleichgültig ob Hose, Mantel, Jacke oder Spielzeug – fünf gebrauchte Teile kosten zusammen einen Euro. Und die Klientel hat sich inzwischen auch gewandelt. „Nicht nur Geflüchtete kommen zu uns, sondern mittlerweile auch immer mehr Großburgwedeler“, sagt Vereinschefin. „Wir haben 120 Stammkunden mit steigender Tendenz.“

Dem Team ist nicht zum Lachen zumute: Marion Riedel (von links), Peter Keilholz, Elke Kramer und Ingrid Stenert bedauern die Schließung der Kleiderei und hoffen noch auf ein Wunder. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Und einige von ihnen waren auch am Mittwoch in der Kleiderei. In den beiden Räumen herrscht großer Andrang. Die Regale und Kleiderstangen sind prall gefüllt mit diversen Kleidungsstücken – und streng getrennt nach Männern und Frauen. Außerdem stapeln sich in einer Ecke viele Kindersachen, ordentlich sortiert von Stenert mit ihrem zwölfköpfigen Team.

Und die Kunden werden schnell fündig: Allein in der ersten Stunde stöbern rund 20 Frauen, auch Mütter mit Kindern sowie Männer speziell nach Winterjacken, Stiefeln, aber auch nach Pullovern und Kinderkleidung. Warme Sachen sind derzeit besonders gefragt. Auch Silvan Vulo und ihr Bruder Saimir schauen sich um. „Wir brauchen eigentlich alles, von Kopf bis Fuß“, sagte die 35-jährige Großburgwedelerin, die aus Albanien stammt. Am Ende findet ihr Bruder eine Lederjacke und einige Pullover mit Kapuze. Die junge Frau kauft Handschuhe und Wollsocken und legt einen Euro für die fünf Teile auf den Tisch. „Das soll ein Obolus sein, damit wir die Versicherung des Vereins finanzieren können“, erläutert die stellvertretende Vorsitzende Marion Riedel.

Die Kleiderei gibt es seit drei Jahren. „2015 öffneten wir wegen der Flüchtlingswelle – und unter der Regie der Stadt“, erzählt Stenert. Der alte Standort an der Straße Im Mitteldorf war zu klein geworden. Im Januar 2016 folgte der Umzug in die Räume der Pestalozzi Stiftung – und das ohne einen Mietvertrag. Nur Nebenkosten werden fällig. Um auf den eigene Füßen stehen können, hatten die zwölf Ehrenamtlichen im Februar 2017 den Verein gegründet.

Nun droht also die Schließung, wenn nicht doch noch das von Stenert erhoffte Wunder geschieht. Wer geeignete Räume zur Verfügung stellen kann oder anders helfen möchte erreicht die rührige Vereinschefin unter der Rufnummer (0177) 7 08 02 70. Benötigt werden zwei Räume mit einem Lager und einer Toilette.

Aufgeben ist nicht die Sache von Ingrid Stenert. Zumindest nicht vor dem 5. Dezember. Bis dahin öffnet die Kleiderstube weiterhin jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr. Solange werden gebrauchte Sachen an Personen mit einem Berechtigungsnachweis abgegeben, aber auch noch Kleiderspenden entgegen genommen, denn „vielleicht geht es an einem anderen Ort ja doch noch weiter“, hofft Stenert.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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