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Burgwedel Kleiderkammer-Verein löst sich auf
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Kleiderkammer-Verein löst sich auf
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00:16 28.01.2019
Ingrid Stenert, noch Chefin der Kleiderei (links), übergibt 2222 Euro an Ursula Weitemeyer, die stellvertretende Vorsitzende der Tafel. Von dem Geld wird die Tafel Lebensmittel kaufen, die begehrt sind, aber nicht gespendet werden. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

Sie sind mit Herzblut dabei gewesen, doch nun ist Schluss: Die zehn ehrenamtlichen Helfer der Großburgwedeler Kleiderei haben ihr Engagement beendet. Weil der gleichnamige Verein trotz aller Suche keine neuen Räume in Großburgwedel gefunden hatte, ist für Ende Januar die Auflösung geplant. Die Vereinskasse ist aber noch gefüllt. Deshalb hat die Vorsitzende Ingrid Stenert nun der Burgwedeler Tafel 2222 Euro für den Kauf von Lebensmitteln übergeben.

Zum Schluss kamen viele in die Kleiderei

Dem Team ist nicht zum Lachen zumute: Marion Riedel (von links), Peter Keilholz, Elke Kramer und Ingrid Stenert bedauern die Schließung der Kleiderei. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Stenert und alle anderen Ehrenamtlichen bedauern die Schließung der Kleiderei sehr. Vor allem, weil gerade im vergangenen halben Jahr etwa die Ausgabe von Kleidung, Bettwäsche, Spielzeug und anderen Sachen sehr gut angenommen worden sei. „So eine Einrichtung braucht einen gewissen Vorlauf und Zeit, bis sie sich bei den Leuten herumgesprochen hat“, sagt Stenert mit Blick auf die vielen Bedürftigen und Geflüchteten in Burgwedel, von denen mehr und mehr die Kleiderei aufsuchten. Der Bedarf sei da. „Doch jetzt, als die Leute kamen, mussten wir schließen“, bedauert Marion Riedel von Helferteam.

Die Kleiderei hatte vier Jahre lang mittwochs jeweils am Vormittag und Nachmittag geöffnet, um nach Burgwedel geflüchteten Menschen mit einer Erstausstattung versehen zu können. 2017 hatte die Stadt die Kleiderei abgegeben, das ehrenamtliche Team gründete den Verein. Vom ursprünglichen Standort an der Straße Im Mitteldorf war die Kleiderstube zuvor bereits in die Räume der Pestalozzi-Stiftung gezogen. Miete musste die Kleiderei dort nicht bezahlen, doch die Stiftung hatte zum Ende des vergangenen Jahres Eigenbedarf angekündigt. Durch private Spenden und den Obolus, den Kunden der Kleiderei zu entrichten hatten, hatte der Verein die 2222 Euro angespart.

Tafel lauft Kaffee und Schokolade

In der Kleiderei konnten sich Menschen für kleines Geld neu ausstatten. Quelle: Archiv (Martin Lauber)

Dieses Geld überreichte Ingrid Stenert jetzt an die Burgwedeler Tafel, die davon Lebensmittel anschaffen will, die normalerweise nicht gespendet werden. „Kaffee, Schokolade, Waschmittel, Reis, Nudeln und Zucker sind sehr begehrt“, sagt Ursula Weitemeyer, stellvertretende Vorsitzende der Tafel an der Gartenstraße. Die Hilfseinrichtung mit 60 Helfern versorgt aktuell 310 Personen, darunter 100 Kinder, allwöchentlich mit Essen und Hygieneartikel. Momentan ist die Tafel personell gut aufgestellt, dennoch fehlen jüngere Aktive. „In den letzen zehn Jahren sind wir alle älter geworden“, sagt die stellvertretende Vorsitzende mit Blick auf das zehnjährige Bestehen der Burgwedeler Tafel im April.

Stadt verweist auf Kleiderkammer des DRK Isernhagen

In Großburgwedel gibt es nun keine Kleiderstube mehr. „Kleidung und andere Artikel, wie sie die Kleiderei hatte, haben wir nicht im Sortiment“, sagt Weitemeyer. Deshalb müssen Bedürftige nun auch auf Einrichtungen in anderen Ortschaften ausweichen. Otto Krull, Sozialarbeiter der Stadt Burgwedel, nennt die Kleiderkammer des DRK Isernhagen, Am Ortfelde 46 in Isernhagen N.B., als primäre Anlaufstelle. Die Ausgabe ist montags von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet, Informationen finden sich auf www.drk-isernhagen.de/angebote/kleiderkammer/. Alternativ stünde auch der Laden des Kinderschutzbundes, Im Mitteldorf 16 in Großburgwedel, sowie Kleidereien in Hannover und Burgdorf zur Verfügung.

„Auch die meisten Geflüchteten kennen, weil sie über drei Jahre lang hier leben, mittlerweile das System und wissen, wo sie hingehen können“, sagt Krull. Im Notfall würden sich er oder einer seiner Kollegen auch ins Auto setzen und die bedürftige Person selbst in die Kleiderkammer fahren. Auch Krull bedauert die Schließung Kleiderei: „Es wäre schön, wenn es sie noch gäbe“.

Ein allerletztes Quäntchen Hoffnung hegt das Team der Burgweder Kleiderei nach wie vor. Sollte doch noch jemand der engagierten Mannschaft Räume in zentraler Lage in Großburgwedel kostenlos oder für wenig Geld zur Verfügung stellen, „dann stehen wir in den Startlöchern“ sagt die Vereinsvorsitzende Ingrid Stenert – trotz der nun geplanten Vereinslöschung. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Von Katerina Jarolim-Vormeier

Carmen Korns beeindruckende Zeitreise beginnt im Kaiserreich, begegnet der Adenauer-Ära und dem deutschen Herbst und endet 1999, im letzten Jahr des 20. Jahrhunderts. Im Großburgwedeler Amtshof las aus dem dritten Buch „Zeitenwende“.

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