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Burgwedel Hoppenstedt besucht Diakonie-Pflegedienst
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Hoppenstedt besucht Diakonie-Pflegedienst
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16:52 18.07.2019
Hendrik Hoppenstedt (von links) und Rainer Fredermann tauschen sich mit Haus- und Familienpflegerin Martina Ufken Siegling, der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Nicole Kurzweg und Verwaltungsleiterin Christina Ungruh aus. Quelle: Alina Stillahn
Großburgwedel

Ob die Reform der Pflegegrade oder das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals – im Bereich Kranken- und Altenpflege tut sich einiges im politischen Berlin. Doch was kommt davon an der Basis an? Dieser Frage ist der CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatsminister Hendrik Hoppenstedt nachgegangen – er machte bei seiner Sommertour halt in der Diakoniestation Burgwedel, begleitet von dem CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann.

Mehr als 100 Personen betreut der Dienst für ambulante Kranken- und Altenpflege und ermöglicht Menschen damit ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Haus- und Familienpflegerin Martina Ufken Siegling erklärt: „Ich sorge dafür, dass die Leute nicht ins Heim kommen.“ Auch Hoppenstedt hat eine besondere Bindung zu dem Dienst: Die Diakonie betreute seine Großmutter. Die Arbeit der Diakonie habe ihn damals sehr berührt, sagt er.

Der Nachwuchsmangel treibt die Pfleger um

Nun aber blickt er aus der bundespolitischen Perspektive auf die Burgwedeler Einrichtung – um zu erfahren, ob und wie sich die Beschlüsse aus Berlin in den Kommunen vor Ort auswirken. „Wir in Berlin sind sehr intensiv dabei, aber die Frage ist, wie kommt das an?“ Bei allen Reformen – die Probleme scheinen die gleichen geblieben zu sein. Es sind die Themen Nachwuchsmangel und Kostendeckung, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie bewegen.

„Wir sind schon ziemlich ausgelastet“, sagt Verwaltungsleiterin Christina Ungruh. „Es ist auch so, dass wir offene Stellen haben, die wir nicht besetzen können.“ Der Anspruch an den Beruf habe sich verändert, und auch die Rahmenbedingungen in der Pflege seien schwierig. Schichtdienst und Wochenendarbeit seien gerade für Menschen mit Kindern eine Herausforderung. „Dann ist es schon ein Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern“, sagt sie.

Die menschliche Komponente ist in der Pflege wichtig

Doch nicht nur das Personal, auch die Zeit ist knapp. Sie habe manchmal den Eindruck, die Mitarbeiter würden eher der Uhr hinterherrennen, als den Menschen zu helfen. „Die menschliche Komponente darf man nicht unterschätzen“, sagt Ungruh. Dem Dienst als christliche Einrichtung sei auch der Respekt vor dem Glauben wichtig: „Wir haben nicht nur die wirtschaftlichen Kriterien im Hinterkopf.“ Der Landtagsabgeordnete Fredermann bringt die Misere auf den Punkt: „Wenn Sie Dienst nach Vorschrift machen würden, würden Vater und Mutter im Dunkeln sitzen.“

Ob die Digitalisierung in der Dokumentation vielleicht einiges einfacher machen könne, will Bundespolitiker Hoppenstedt wissen. Immerhin müssen die Pflegekräfte ihre Arbeit detailliert vermerken. Gegen dieses Prozedere ist Ungruh keineswegs: „Ich sage nur, es muss sich erst mal finden.“ In jedem Fall wünschten sich viele Ältere ihre Rechnungen in Schriftform. „Unsere Kunden wollen Zettel haben.“

Am Ende bekommt man mehr zurück

Wichtig ist Ungruh, dass die Pflegerinnen und Pfleger nicht auf der Strecke bleiben. Hoppenstedt beruhigt: Das Thema Pflege sei beim Gesetzgeber angekommen. „Wir sind dabei, unsere Hausaufgaben zu machen.“ Er sei dankbar, wenn die Politik Rückmeldungen bekomme. Allen Problemen zum Trotz – für Pflegerin Martina Ufken Siegling ist am Ende klar: „Man gibt einiges, aber man bekommt mehr zurück.“

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