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Burgwedel Vogelschutzgehölz zeigt sich am 12. August
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Vogelschutzgehölz zeigt sich am 12. August
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11:36 25.07.2018
Bernd Riemeier schaut jede Woche vorbei. Quelle: Martin Lauber
Großburgwedel

Plitsch. Und dann ein etwas lauteres Platsch, das beim Näherkommen mit wachsenden Kreislinien auf dem dunklen Wasserspiegel die Hörrichtung bestätigt. So dezent klingt früh um 7.30 Uhr das Konzert der scheuen Teichfrösche. Sie gehen lieber auf Tauchstation. Die Strahlen der Morgensonne verweilen noch in den Eichen und Kiefern hangaufwärts. Die weißen Blüten der Seerosen haben sie noch nicht aufgeweckt.

Insgesamt sieben Tümpel verschiedener Tiefe und Größe verstecken sich hier im grünen Meer von Binsen und Rohrkolben: Das „Vogelschutzgehölz“ nördlich der Bahnlinie Hannover-Celle an der Landstraße nach Fuhrberg ist der wohlbehütete Stolz des Nabu Burgwedel/Isernhagen. Als die Realgemeinde Großburgwedel dieses Stückchen einer eiszeitlichen Düne den Naturschützern gegen eine symbolische Pacht überließ, sah es dort noch ganz anders aus: ein paar Gruben, aus denen Landwirte ihren Sandbedarf deckten, ein bisschen wilde Müllkippe. Und Bauschutt. Den Wald, der die Mulde säumt, gab es noch nicht. „Das hat sich in 45 Jahren alles so entwickelt“, stapelt Nabu-Vorsitzender Christian Dulce tief.

Denn ganz ohne Nabu-Unterstützung sähe es wohl ganz anders aus hier. Der Zaun, der Störungen draußen hält, ist kaum weniger wichtig als die gezielten Eingriffe, um unterschiedliche Biotope für ein möglichst breites Spektrum an Arten zu schaffen. Einige der Teiche wurden vertieft, damit sie frostsicher sind. Erdkröte, Molche, Teich- und Grasfrosch sind sonnenbadend auf Seerosenblättern zu beobachten. Moderlieschen und Stichlinge fühlen sich in den Teichen wohl – zur Freude des sehr seltenen Eisvogels, der die Kleinfische nicht verschmäht. Flachwasserzonen, die im Sommer trockenfallen und dann zum Lebensraum einer seltenen Flora werden, müssen alle fünf Jahre ausgehoben werden, um nicht zu verlanden. Zwischen Schilf und Röhricht, Libellen und Wespenspinnen, Rohrschachtelhalm und großblütrigem fleischfressendem Wasserschlauch fühlen sich der Teichrohrsänger und in manchen Jahren sogar die seltene Rohrweihe sicher. Da verbietet sich jegliche Störung durch den Menschen.

Die Anlaufstelle gilt auch als Wahrzeichen

„Wir sind so selten wie möglich hier“, sagt denn auch Bernd Riemeier, der den Schlüssel zum Vogelschutzgehölz hat, einmal pro Woche vorbeischaut und alles aufschreibt. Mit seinem Fernglas und offenen Ohren verbringt er viele Stunden im Nabu-Refugium. „Hören Sie mal: Der Kleinste hat den größten Schnabel“, weist er auf das Trillern und Rollern eines Zaunkönigs hin. 70 Nistkästen hängen in den Bäumen, ein bewusstes Überangebot. Zusammen mit den Nabu-Kids kontrolliert Riemeier sie, natürlich erst nach der Brutzeit. Der 69-Jährige kennt sie alle: Trauerschnepper, Kleiber, Baumläufer, Specht, Fledermäuse.

Natürlich weiß Riemeier auch, wo Dachs und Fuchs ihre Baue haben. Und dass die Ameisen mit ihrem großen Haufen letztes Jahr umgezogen sind. Familie Maus wohnt unter einer Holzplatte, nicht wissend, dass diese eigentlich nur zu Anschauungszwecken auf dem Waldboden liegt. Nabu-Kids und Besucher beim Tag der Offenen Tür dürfen sie anheben und sich wundern, was da außer außer Waldinsekten noch so alles kreucht und fleucht.

Die Anlaufstelle und das didaktische Zentrum des Vogelschutzgehölzes ist zugleich dessen Wahrzeichen: Der frühere Schlauchturm der Großburgwedeler Feuerwehr war im Juni 1975 mit einem Schwertransporter vom alten Markt hierher gebracht worden – eine Art Mitgift der damaligen Gemeinde für die vier Jahre zuvor gegründete Ortsgruppe des Naturschutzbundes. Längst teilen sich Turmfalke und Schleiereule in dem Holzturm ein Schlafzimmer. Viele der Nistkästen an den Außenwänden sind von Vögeln und Fledermäusen bewohnt. Dass Spechte zusätzliche Löcher in die Bretterwände gehämmert haben, wäre aus Sicht von Nabu-Chef Christian Dulce nicht unbedingt nötig gewesen. Denn drinnen bewahrt sein Verein all das schöne Informationsmaterial auf, das bei den Treffen des Nabu-Nachwuchses und beim einmal jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür gebraucht wird.

Den traditionellen Termin des Schautages, früher immer Pfingstmontag, hat der Nabu Burgwedel und Isernhagen auf einen Sonntag nach der Hauptbrutzeit verlegt, um die Rohrweihe nicht zu stören. In diesem Jahr öffnet das Vogelschutzgehölz am Sonntag, 12. August von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Führungen beginnen um 10, 11.30, 15 und 16.30 Uhr.

Von Martin Lauber

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