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Burgwedel Innenstadt-Sanierung: Stadt will schnell ins Förderprogramm
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Innenstadt-Sanierung: Stadt will schnell ins Förderprogramm
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00:16 20.05.2019
Licht und Schatten in der Von-Alten-Straße.: Schick sieht es dort aus, aber es könnte mehr los sein. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

Das Zentrum Großburgwedels fit zu machen für die Herausforderungen der Zukunft – darum geht es im Prozess der Innenstadt-Sanierung. Einen ersten Eindruck davon, welche Problemstellungen dabei auf die Tagesordnung kommen sollen, gaben Planer und Stadtverwaltung am Donnerstagabend im Amtshof. Die rund 50 Zuhörer erhielten zwar viele Informationen, manche Frage blieb aber (noch) unbeantwortet.

Alteingesessene Burgwedeler finden sich problemlos zurecht in der Innenstadt. Doch wie geht es anderen? „Erklärt“ sich die City von selbst? Eine junge Mutter, erst seit drei Jahren Burgwedelerin, schilderte anschaulich ihre Eindrücke. Die Wegeführung in der Innenstadt sei unübersichtlich, der Geradeausverkehr von der Hannoverschen zur Fuhrberger Straße nutze wegen der Enge durch Linksabbieger auch mal den Bürgersteig mit. Die Wochenmarkt-Stände sollten eher im Kreis stehen, um Marktatmosphäre zu generieren. „Und auf dem Alten Markt könnte man sich schön aufhalten – aber da ist ja nichts.“

Planer listen Problemstellen auf

Tatsächlich haben die beauftragten externen Städteplaner Heike Wohltmann und Uwe Mußgnug bei ihrer Bestandsaufnahme – die als vorbereitende Untersuchung nach dem Baugesetzbuch nur ein erster Schritt des Verfahrens ist – eine ganze Reihe von Schwächen im rund 23 Hektar großen Gebiet zwischen Rathaus und Im Mitteldorf, Gartenstraße und Von-Alten-Karree ausgemacht. So böten laut Wohltmann die Von-Alten-Straße und der Alte Markt nur eine geringe Aufenthaltsqualität. Die seitlichen Wege zur Fußgängerzone seien schwer zu finden, „das sind eher Schleichwege“. Die Sitzbänke seien wenig einladend, die Rinne in der Mitte der Von-Alten-Straße sei eine Barriere für Rollatoren.

Rund 50 Zuhörer verfolgen die Präsentation zur Innernstadtsanierung im Amtshof. Quelle: Frank Walter

„Fuhrberger Straße hat Rückseiten-Charakter“

Tagsüber unübersichtlich, im Dunkeln gar ein Gefühl der Unsicherheit verbreitend: Auch der Parkplatz am Amtshof mit seinen hohen Hecken fiel den Planern unangenehm auf. Die Seniorenbegegnungsstätte an der Gartenstraße mache einen maroden Eindruck und liege etwas abseits, da wäre ein zentralerer Standort besser. Die Verbindung zwischen Rathaus und Fußgängerzone erhielt die Note ungenügend, zudem sei der Weg vor dem Rathaus uneben. „Und die Fuhrberger Straße hat Rückseiten-Charakter“, führte Wohltmann die Liste fort. Immerhin: Von Leerständen bei den Geschäften, die andere Städte schon träfen, sei Großburgwedel bisher noch ziemlich verschont geblieben.

„Damit, 15 Bordsteinkanten abzusenken, wird es nicht getan sein“, stellte Bürgermeister Axel Düker klar. Vielmehr gehe es um eine ganzheitliche Betrachtung der Innenstadt, um einen kontinuierlichen Prozess in den nächsten zehn bis 15 Jahren.

Zweifel, dass dies nötig ist, haben weder Düker noch die Fachplaner. Die älter werdende Stadtgesellschaft, die Entwicklungen im Bereich der Mobilität und das sich ändernde Konsumverhalten mit immer mehr Einkäufen im Internet bewirkten, dass sich auch die Strukturen für Wirtschaft, Wohnen und Soziales änderten, so ihr Tenor. Düker ist überzeugt: „Da können wir noch eine Menge Potenzial herausholen.“

Stadt drängt ins Förderprogramm

Weil Burgwedel das angesichts hoher Investitionen beispielsweise in das Gymnasium und die Feuerwehrhäuser nicht allein stemmen kann und will, sollen Bund und Land durch ihre Städtebauförderung die Ausgaben zu je einem Drittel mit bestreiten. „Das ist eine riesige Chance“, warb Städteplaner Mußgnug. Tatsächlich soll nach dem von einer breiten Mehrheit getragenen Ratsbeschluss über die vorbereitenden Untersuchungen der Antrag für das Städtebauförderprogramm bereits zum 1. Juni abgegeben werden, um eine Chance auf die Aufnahme ins nächstjährige Programm zu haben. Den Durchführungsbeschluss soll der Rat im August nachliefern. Im Falle der Aufnahme könnten dann bereits im Herbst 2020 erste konkrete Maßnahmen vorbereitet werden. Dabei werde man im weiteren Verfahren, bei dem stets die Bürger beteiligt würden, „immer konkreter“.

Welche Kosten kommen auf die Eigentümer zu?

Dass sich allerdings manche Kommunen wie beispielsweise Isernhagen jahrelang erfolglos um Fördergeld für eine Innenstadtsanierung bemüht hatten, ehe sie eine Zusage fanden, das blieb im Vortrag unerwähnt. Auf ein anderes Thema, das für Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet noch weit wichtiger werden dürfte, kam die Sprache erst durch Nachfrage eines Bürgers: Je nachdem, welches Verfahren es letztlich werde, könnte es dazu kommen, das Anlieger nach Abschluss des Sanierungsprogramms Ausgleichzahlungen für den Wertzuwachs an ihren Grundstücken leisten müssten, räumte Mußgnug ein. Bei der Frage nach der möglichen Höhe musste er passen.

Von Frank Walter

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