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Burgwedel Intensive Schwimmwoche für Thönser Grundschüler
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Intensive Schwimmwoche für Thönser Grundschüler
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18:07 30.08.2019
Gute Technik: Schüler aus der Thönser Grundschule üben Brustschwimmen. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

„Kein Schüler soll unsere Schule verlassen, ohne schwimmen gelernt zu haben“, sagt Bettina Prokopp. Sie ist Lehrerin an der Sonnenblumenschule in Thönse. Um dies Ziel zu erreichen, hat die Grundschule ein neues Ausbildungskonzept entwickelt. Und das beschert den Schülern der dritten und vierten Klassen drei anstrengende Vormittage im Großburgwedeler Freibad. Statt in der Thönser Schule Deutsch und Mathe zu büffeln, ziehen sie ihre Bahnen in dem großen Schwimmbecken.

Sicher schwimmen zu können ist heute für die Kinder beileibe keine Selbstverständlichkeit mehr. Es ist eher die Ausnahme. Lediglich 40 Prozent der Jungen und Mädchen haben am Ende ihrer Grundschulzeit das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze (200 Meter schwimmen). Zum Vergleich: Ende der Achtziger-jahre waren es noch mehr als 90 Prozent, die zum Zeitpunkt des Wechsels auf eine weiterführende Schule den damals vergleichbaren Freischwimmer (eine Viertelstunde schwimmen) hatten. Die beiden Abzeichen gelten als Mindestvoraussetzung für sicheres Schwimmen. Diese Zahlen stammen aus einer Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

75 Kinder auf verschiedene Gruppen aufgeteilt

Das neue Konzept der Grundschule sieht nun vor, die Kinder dort abzuholen, wo sie sich derzeit mit ihrem Schwimmvermögen befinden. Damit Prokopp und ihre fünf Kollegen am Beckenrand auch gut auf die insgesamt 75 Kinder eingehen können, sind diese in verschiedene Gruppen eingeteilt. „Schüler, die bereits Abzeichen in Silber oder sogar Gold haben, erlernen dabei andere Techniken als ihre Mitschüler die erst die Prüfung zum Seepferdchen abgelegt haben oder sich noch nicht alleine über Wasser halten können“, sagt Prokopp.

Und sie ist sich sicher: „So kommt jeder individuell voran.“ Während die Nichtschwimmerkinder spielerisch das Schwimmen erlernen und erste Versuche mit einer Poolnudel im Schwimmerbecken wagen, durchlaufen die anderen Grundschüler insgesamt sechs verschiedene Einheiten. Dazu zählen unter anderem das Tief- und Streckentauchen, verschiedene Schwimmstile und das Springen vom Sprungblock.

Die Kinder lernen nicht nur Schwimmen, sie üben unter anderem auch Tauchen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Spiele lockern Trainingseinheiten auf

Bettina Prokopp betreut ebenfalls eine Station. Bei ihr lernen die Grundschüler unter anderem das Gleiten und Ausatmen, die Fortgeschrittenen zudem das Abschleppen im Wasser. „Wir versuchen, in jede Trainingseinheit auch immer spielerische Übungen mit einzubauen“, ergänzt sie. So durfte eine Schülergruppe am Ende des Trainings Baumstämmeschieben spielen, bei dem sich jeweils ein Schüler vom Rand abstößt und von den anderen Schülern soweit wie möglich nach vorn geschoben wird.

Nach einer halben Stunde ist Schluss, und die zweite Trainingseinheit des Tages geht zu Ende. Erschöpft, aber glücklich, kommen die Kinder aus dem Wasser und dürfen sich umziehen. „Es ist eine intensive Zeit“, erläutert Prokopp. „Daher haben die Schüler auch immer nur zwei Schwimmzeiten am Tag und dazwischen eine Pause.“ Doch sie ist sich sicher: „Es sind alle mit viel Freude dabei, strengen sich an und probieren auch etwas aus, was sie sich bislang nicht getraut haben.“ Besonders begeistert ist sie, dass sich die Kinder gegenseitig unterstützen. „Sie machen sich untereinander Mut, dass alle am Ende zum Erfolg kommen. Das ist wirklich toll“, sagt Prokopp erfreut.

Fast alle Viertklässler können schwimmen

Und der Erfolg stellt sich ein: „Fast alle Viertklässler können schwimmen, wenn sie im nächsten Jahr unsere Schule verlassen“, sagt die Lehrerin. Und für die Drittklässler, die noch nicht ganz so weit sind, gilt: „Üben, üben und nochmals üben.“ Unter anderem bei der nächsten Schwimmwoche der Thönser Grundschule – in einem Jahr und dann wieder im Großburgwedeler Freibad.

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