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Burgwedel Kriminalstatistik: Einbrüche und Autodiebstähle nehmen zu
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Kriminalstatistik: Einbrüche und Autodiebstähle nehmen zu
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06:38 27.03.2019
137 Wohnungseinbrüche hat es 2018 in Burgwedel und Isernhagen gegeben. Das sind 21 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Quelle: Symbolbild/Rainer Droese
Burgwedel/Isernhagen

2544 Straftaten hat das Polizeikommissariat Großburgwedel im Jahr 2018 in Isernhagen und Burgwedel gezählt. Das bedeutet einen leichten Anstieg um 49 Fälle. „Im Vergleich zum Land Niedersachsen ist unserem Bereich alles noch verhältnismäßig in Ordnung“, sagt Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. Im Vergleich der Kommunen verteilen sich die Straftaten auf Isernhagen und Burgwedel dabei relativ gleichmäßig.

Polizei klärt 1484 Straftaten auf

Von den 2544 Straftaten konnte die Polizei in Burgwedel und Isernhagen im vergangenen Jahr 1484 Fälle aufklären. Die Aufklärungsquote ist damit von 61,36 Prozent (2017) auf 58,33 Prozent gesunken. Die aufgeklärten Fälle verteilen sich auf 1241 Tatverdächtige (2017: 1094) , von denen 414 einen Migrationshintergrund (2017: 331) haben. Bei einem Großteil der Taten, die von Ausländern verübt wurden, handele es sich allerdings nicht um schwerwiegende Delikte, sondern um Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, erläutert Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes in Großburgwedel.

Immer mehr Autodiebstähle in Burgwedel und Isernhagen

Sorgen bereitet der Polizei hingegen die Zunahme von Autodiebstählen. Mit 34 Fällen 2018 sind es erneut sechs Diebstähle mehr gewesen als im Jahr zuvor. „BMW, Mercedes und VW sind besonders beliebt“, sagt Bahn. Generell merke die Polizei aber, dass die Diebe oft „nach Bestellung“ vorgingen – insbesondere in den Isernhagener Bauerschaften stünden viele, hochwertige Fahrzeuge an der Straße oder unter leicht zugänglichen Carports. Auch in Kirchhorst und Großburgwedel hätten die Autodiebe im vergangenen Jahr verstärkt Beute gemacht. „Die Anbindung über die Autobahnen 2 und 7 ist sehr gut“, betont Bahn. Das alles begünstige die Taten und erschwere die Ermittlungen nach den Tätern, die meist nur auf der Durchreise seien. „Wir sind auf Hinweise aus der Nachbarschaft angewiesen“, sagt Kommissariatsleiter Günter Heller. Meist blieben diese aus, vielleicht aus unbegründeter Vorsicht. „Wer fremde Autos oder Menschen in der Nachbarschaft sieht, besonders nachts, sollte sofort die 110 wählen. Wir überprüfen das dann.“ Nehmen die Diebe nicht gleich das ganze Auto mit, so sind es weiterhin Navis, Airbags und Kennzeichen, die in den meisten der 113 Fälle (2017: 108) verschwunden sind. Die Aufklärungsquote von rund 3,5 Prozent in diesem Bereich sei „weit weg von dem, was wir als wünschenswert bezeichnen würden“, sagt Bahn.

Wohnungseinbrüche nehmen zu – oft bleibt es beim Versuch

Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2018 angestiegen – um knapp 18 Prozent auf 137 Fälle. Erfreulich jedoch sei, so Heller, dass es inzwischen bei fast jedem zweiten Einbruch beim Versuch bleibe. „Wir hoffen, dass das ein Zeichen ist, dass unsere Präventionsmaßnahmen greifen“, sagt Heller. In Gebieten wie Altwarmbüchen und Großburgwedel, in denen es sehr viele Einbrüche gebe, erhöhe die Polizei vor allem in der dunklen Jahreszeit ihre Präsenz. Zudem würden sich immer mehr Bürger über bauliche Maßnahmen zum Einbruchsschutz informieren. Die Stadt Burgwedel sei inzwischen im Netzwerk Zuhause Sicher aktiv, auch der Bund fördere die bauliche Nachrüstung von Fenstern und Türen. Mit statistisch 307 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner liegen Burgwedel und Isernhagen aber immer noch deutlich über dem Landesdurchschnitt mit 141 Fällen pro 100.000 Einwohnern. „Auch dabei sind es natürlich die lukrativen Wohnobjekte in den beiden Kommunen, die die Einbrecher anlocken“, erläutert Bahn. Ob Einbrüche, Autodiebstahl oder Ladendiebstahl: Schwerpunkt dieser Delikte ist die Gemeinde Isernhagen. Nur Fahrräder werden in Burgwedel – nicht zuletzt am Bahnhof – öfter gestohlen als in der Nachbarkommune.

Einen Rückgang an Straftaten verzeichnet das Polizeikommissariat 2018 im Bereich des Betrugs (364 Fälle, minus 25 Prozent), bei Einbrüchen in Firmen (32 Fälle, minus 56 Prozent) und bei häuslicher Gewalt (60 Fälle, minus 43 Prozent). Die Zahl der Körperverletzungen ist um knapp 15 Prozent auf 249 Taten gestiegen. „Meist blieb es dabei allerdings bei leichten Fällen oder fahrlässigen Taten“, sagt Bahn. Die schwerste Straftat 2018 war der einzige Fall von versuchtem Totschlag – im März hatte ein 17-jähriger Syrer in Großburgwedel eine junge Frau nach einem Streit mit einem Messer angegriffen.

Sachbeschädigung: Polizei kontrolliert Schulhöfe

Sachbeschädigungen hingegen kommen immer häufiger vor (294 Fälle, plus 20 Prozent). „Besonders auf den Schulhöfen in Isernhagen und Burgwedel gibt es diese Fälle“, sagt Heller. Nach Schulschluss und in den Ferien verwandelten sich die Pausenhöfe in beliebte Treffpunkte – Flaschen würden zerschlagen, Graffitis gesprayt. Die Polizei werde daher in den nächsten Monaten dort verstärkt kontrollieren. „Und das täglich“, betont Heller. Auch wenn mit Blick auf die 87 Fälle von Drogenmissbrauch keine Zunahme statistisch zu bemerken sei, „wissen wir doch, dass da einiges bei uns in Bewegung ist,“ sagt Bahn. Das betreffe aber vor allem weichere Drogen wie Cannabis.

Polizei warnt vor Betrügern

Mehr als 4000-Mal haben Betrüger sich 2018 in ganz Niedersachsen als Polizisten ausgegeben und ihre Opfer, vor allem Senioren, so um rund fünf Millionen Euro gebracht. Auch in Burgwedel und Isernhagen hat es 2018 vermehrt Anrufe dieser „falschen Polizisten“ gegeben. Die Beamten des hiesigen Polizeikommissariats setzen daher jetzt verstärkt auf Aufklärung, informieren Senioren bei mehreren Veranstaltungen und halten auch im Kommissariat jederzeit Informationen bereit. „Die Polizei ruft nie mit der Nummer 110 an“, betont Kommissariatsleiter Günter Heller. „Und die Polizei bittet auch nie darum, Wertsachen oder Bargeld herauszugeben.“ Sollte es zu solchen Anrufen kommen, sollten die Betroffenen sofort auflegen und die echte Polizei informieren. Dabei konzentrieren sich die Betrüger oftmals auf eine Region. „Dann werden an einem Tag gleich zehn verschiedene Nummern in einem Ort gewählt, in der Hoffnung, dass es irgendwo klappt“, sagt Heller.

Weitere Meldungen der Polizei und Feuerwehr finden Sie im Polizeiticker für Burgwedel und im Polizeiticker für Isernhagen.

Von Carina Bahl

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