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Burgwedel Betrug am Jobcenter: Amtsgericht verurteilt Mann
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Betrug am Jobcenter: Amtsgericht verurteilt Mann
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14:11 24.04.2019
Die Quittung für seinen Betrug hat ein 32-Jähriger vor dem Amtsgericht Burgwedel bekommen. Quelle: dpa
Großburgwedel

Sozialbetrug nennt sich das: Insgesamt 8100 Euro Mietzuschuss hatte ein 32-Jähriger vom Jobcenter eingestrichen – obwohl er in dem möblierten Zimmer in Burgwedel bereits seit anderthalb Jahren nicht mehr wohnte, sondern zu seiner Frau und den gemeinsamen Kindern nach Hannover gezogen war. Neun Monate Freiheitsstrafe, ausgelegt auf drei Jahre zur Bewährung, eine Betreuung durch einen Bewährungshelfer und dazu 200 Sozialstunden: So lautete das Urteil des Amtsrichters Michael Siebrecht. „Bewähren Sie sich, Sie haben es selbst in der Hand“, gab er dem fünffachen Vater als gut gemeinten Rat mit auf den Weg.

Zu Gunsten des Beschuldigten, der von Arbeitslosengeld II lebt und weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung vorweisen kann, sprach, dass er die Tat komplett einräumte: „Ich habe Mist gebaut, war in einer schwierigen Situation, bin jetzt aber auf dem richtigen Weg.“ Er hatte seiner damaligen Vermieterin zufolge 2015 ein möbliertes Zimmer für 380 Euro monatlich gemietet. Dass er Leistungen vom Jobcenter erhielt, war der Frau bekannt. Sie ließ sich trotzdem darauf ein, dass er die Miete bei ihr bar bezahlen wollte. Doch das geschah nicht. Weil der Mann das Zimmer nur sporadisch bewohnte, gestaltete sich die Kontaktaufnahme für sie schwierig. Schließlich kündigte die Frau das Mietverhältnis zum 31. Dezember 2015 und wies den Mieter darauf hin, dass er sich auch abzumelden habe.

Das tat der Angeklagte jedoch nicht. Stattdessen kassierte er von Anfang 2016 bis Mitte 2017 insgesamt 8100 Euro Mietzuschuss vom Jobcenter. Erst im Nachhinein und auf Nachfrage bestätigte der Angeklagte der Behörde, dass er bereits seit Januar 2016 nicht mehr in Burgwedel wohnte. In welchen Schwierigkeiten genau der Mann damals steckte, kam vor Gericht nicht zur Sprache. Dass im Leben des 32-Jährigen längst nicht alles glatt gelaufen ist, davon künden zwei Strafbefehle wegen Betruges aus den Jahren 2011 und 2015.

Für gewerbsmäßigen Betrug sehe das Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren vor, führte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer aus. Sie forderte neun Monate Haft, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, sowie 180 Arbeitsstunden. Bei den Sozialstunden legte Richter Siebrecht noch einmal 20 drauf: „Sie haben ja Zeit“, sagte er zum Verurteilten und machte ihm außerdem klar, dass sich der Gefängnisaufenthalt nur vermeiden lasse, wenn er sich an die verhängten Auflagen halte.

Von Sandra Köhler

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