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Burgwedel Nach Wolfsriss: Ministerium bietet nun doch Beratung auf der Weide an
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Nach Wolfsriss: Ministerium bietet nun doch Beratung auf der Weide an
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16:29 05.04.2019
Hier ist der Wolf durch: Heidschnuckenzüchter Friedhelm Stein zeigt, wo der Wolf in sein Gehege eingebrochen ist. Quelle: Thomas Oberdorfer
Engensen

Nun kann Heidschnuckenzüchter Friedhelm Stein doch noch mit einer Unterstützung aus dem Umweltministerium rechnen: „Ein Mitarbeiter des Wolfsbüros wird sich mit ihm in Verbindung setzen und einen Termin für eine Beratung vor Ort suchen“, kündigt Lotta Cordes, stellvertretende Sprecherin im Ministerium gegenüber dieser Zeitung an. In einem Brief hatte die Behörde genau dies in dieser Woche noch abgelehnt. Ziel ist es, das Gehege gegen eine neuerliche Wolfsattacke zu schützen.

Heidschnuckenweide von zwei Kilometer Zaun umschlossen

Eine Beratung ist nach den Worten von Züchter Stein auch notwendig. Denn die Weide für seine Heidschnucken ist alles andere als gewöhnlich. Sie ist riesig. Rund zwei Kilometer Zaun sind notwendig, um die Fläche zu umschließen. Und es ist keine einfache grüne Wiese, sondern ein Grundstück mit vielen Besonderheiten. Ein Teil der Fläche ist bewaldet. Außerdem fließt mit der Wulbeck ein Bach direkt an der Grundstücksgrenze entlang. „Den nutzen wir als Tränke für die Tiere“, erklärt Stein.

Wurzeln sind Untergrabschutz im Wege

Problematisch ist es vor allem, den zwei Kilometer langen Zaun wolfssicher zu machen. „Wie das gehen soll, muss ich noch sehen“, sagt er. Derzeit ist der Zaun rund 1,20 Meter hoch, abgeschlossen mit zwei Reihen Stacheldraht. Den will Stein erhöhen. „Auf 1,50 Meter“, sagt der Züchter. Kopfschmerzen bereitet ihm aber vor allem der Untergrabschutz. Um den zu realisieren gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird der Zaun unter der Erde bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern verlängert oder es wird ein mindestens ein Meter breites Drahtgeflecht auf dem Boden vor dem eigentlichen Zaun verlegt und mit diesem verbunden. „Beides geht hier aber nicht so einfach“, erklärt Stein. „Im Bereich des Zaunes stehen viele große Bäume mit dicken Wurzeln.“ Auf den Kosten für diese Maßnahmen würde Stein wohl nicht sitzen bleiben. Grundsätzlich können die Schutzmaßnahmen gegen Wölfe aus der Landeskasse gefördert werden. „Dafür können pro Züchter bis zu 30.000 Euro pro Jahr bewilligt werden“, sagt Cordes.

Ministerium richtet zusätzliche Stellen ein

Grund für die anfängliche Absage eines Vororttermins durch den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ist nach Aussage von Cordes die Arbeitsbelastung in der Behörde. Seit Jahresbeginn, so die Pressesprecherin, seien allein 230 Anträge auf Zuschüsse für Herdenschutz im Wolfsbüro eingegangen. Dazu kämen die Bearbeitung der Risse und weitere zusätzliche Aufgaben. Derzeit sei das Büro in einem „Umstrukturierungsprozess, um das Wolfsmanagement zu professionalisieren“, erklärt sie. Und weiter: „Wir haben zusätzliche Stellen eingerichtet, die müssen aber erst besetzt werden.“

Von Thomas Oberdorfer

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