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Burgwedel Neubau Gymnasium Großburgwedel: Vereine behalten Sporthallen
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Neubau Gymnasium Großburgwedel: Vereine behalten Sporthallen
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00:21 17.06.2019
Der Neubau für die Sekundarstufe I und die neue Drei-Feld-Sporthalle werden auf dem Sportplatz (rechts im Bild) gebaut. Die zwei alten Sporthallen (in der Mitte oben) bleiben bis zur Fertigstellung erhalten – die Vereine müssen nicht ausweichen. Quelle: Ralf zur Brügge (Archiv)
Großburgwedel

Applaus in einer politischen Sitzung? Das hat Seltenheitswert. Am Donnerstagabend gab es ihn trotzdem – für die Planung des Neubaus am Gymnasium Großburgwedel. Diese beinhaltet nämlich nicht mehr, die beiden Sporthallen der Schule in diesem Herbst abzureißen. Vielmehr soll vorab eine neue Drei-Feld-Sporthalle gebaut werden. Die Burgwedeler Vereine müssen somit nicht auf Jahre mit zwei Hallen weniger auskommen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Neubau im Überblick:

Wie weit ist die Planung für den Neubau?

Am Donnerstagabend stellte das Planungsbüro Drees & Sommer den Entwurf vor, für den der Rat im August den Auftrag erteilen soll. Bis dahin bleiben die konkreten Kosten und der Name des ausführenden Unternehmens noch geheim. Nichtöffentlich hat man sich aber bereits für diesen Entwurf ausgesprochen.

Was beinhaltet die Planung?

Die Planung sieht einen Neubau für die Sekundarstufe I – also die Jahrgänge fünf bis zehn – auf dem bisherigen Sportgelände neben dem Gymnasium vor. Der Neubau wird dreigeschossig mit zwei Gebäudeflügeln erstellt. Jeder Jahrgang erhält so seine eigene Etage mit fünf Klassenräumen samt eingebauter Schrankwände, eigenen Toiletten und einer sogenannten „Home Base“ – einem Aufenthaltsbereich für die Pause. Zusätzlich gibt es eine Galerie, die nicht den strengen Brandschutzregeln unterliegt und so auch für Ausstellungen genutzt werden kann. Ein Fahrstuhl macht das Gebäude barrierefrei.

So soll der Neubau der Sekundarstufe I (hellgrau oben) und die neue Sporthalle samt Umkleidebereich (hellgrau unten) auf dem bisherigen Sportplatz realisiert werden. Die Planung für die Sanierung des Altbestandes (dunkelgrau) ist noch nicht fix. Quelle: Stadt Burgwedel

Und die neue Sporthalle?

Die geplante Drei-Feld-Sporthalle samt Umkleidebereich wird zur Straße Auf der Ramhorst hin direkt an den Neubau für die Sekundarstufe I gebaut – und damit größer als die beiden bisherigen Sporthallen zusammen. Es wird einen Extra-Eingang von Außen und ein Foyer für Sportveranstaltungen geben. Für die Vereine ist zudem ein eigener Geräteraum geplant. Die Schule erhält weitere zwei Geräteräume à 45 Quadratmeter. Zwei herunterfahrbare Trennwände ermöglichen es, die Halle in drei Einheiten zu unterteilen.

Die neue Drei-Feld-Sporthalle soll zur Straße Auf der Ramhorst hin einen extra Eingang für Veranstaltungen bekommen. So könnte das aussehen. Quelle: Stadt Burgwedel

Was kostet das?

Genau da liegt der Knackpunkt: Auch wenn die Zahlen des nun vorliegenden Angebots im noch laufenden Vergabeverfahren nicht öffentlich genannt werden dürfen, wurde in der Sitzung deutlich: Die kalkulierten 11,7 Millionen Euro für den Neubau samt Sporthalle werden definitiv nicht ausreichen. Allein die Vergrößerung der Sporthalle von einst angedachten zwei auf drei Felder wird mit 2 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Lassen sich Kosten sparen?

Die drei Ausschüsse für Sport, Schule und Bauen haben sich am Donnerstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, auf die Tribüne in der neuen Sporthalle zu verzichten. Ursprünglich war geplant, diese zu bauen, um die neue Halle als Versammlungsstätte deklarieren zu können. Fast eine halbe Million Euro wird jetzt mit der Tribüne eingespart. „Die Tribüne wäre schön gewesen, aber sie ist nicht notwendig. Wichtiger ist die Drei-Feld-Halle“, sagte Hans Richard Vosberg (CDU). Denn den hohen Platzbedarf für den Schulsport des Gymnasiums wolle man ebenso decken wie auch eine große Fläche für die Vereine vorhalten. Auf die Versammlungsstätte, so die einmütige Meinung der Fraktionen, könne man verzichten, da diese in der Vier-Feld-Halle der IGS gegenüber ja vorgehalten werde. Auch diese wird in wenigen Jahren saniert. Bei den 11,7 Millionen Euro wird man dennoch nicht mehr landen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Wenn der Rat im August grünes Licht für das Angebot gibt, soll mit dem Neubau des Gymnasiums und der Drei-Feld-Halle bereits im Februar 2020 begonnen werden. Mit einer Fertigstellung rechnet die Stadt für Sommer 2021. Beides wird ein „Total-Unternehmer“ realisieren – Planung, Bau und die Verantwortung für den Finanzrahmen liegen so in einer Hand.

Was passiert mit dem Altbau des Gymnasiums?

Weitere 18 Millionen Euro hat die Stadt für die Sanierung und den Umbau des alten Gymnasiums eingeplant. Der Generalplanervertrag mit dem Büro SEHW aus Berlin ist bereits unterschrieben. In Workshops mit der Schule und der Stadt wurden inzwischen verschiedene Varianten für die Sanierung erarbeitet. Diese soll beginnen, sobald der Neubau und die Sporthalle fertig sind. Dann sollen auch die beiden alten Sporthallen abgerissen werden. Je nachdem, wie umfangreich die Sanierung und Umstrukturierung des Altbaus ausfällt, soll alles bis 2024 fertig sein.

Und das Außengelände?

Wenn der neue Klassentrakt und die Sporthalle stehen und der Altbestand saniert ist, wird die Stadt die Außenanlagen des Gymnasiums neu gestalten. Weitere 5 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Nach dem Abriss der alten Hallen wird zwischen Neu- und Altbau eine größere Freifläche entstehen, die das dann fehlende Sportgelände kompensieren soll.

Die große Freifläche hinter dem Gymnasium wird mit der neuen Sporthalle und dem Trakt für die Sekundarstufe I bebaut. Quelle: Archiv

Mehr zum Thema

Seit März steht der Generalplaner für die Sanierung des alten Gymnasiums fest.

Das Gymnasium hat in Workshops mit den Planern Ideen für den Neubau entwickelt.

Die Vereine hatten zuvor deutlich Kritik geübt, dass sie zwei Jahre auf die alten Hallen am Gymnasium verzichten sollten.

Die Vier-Feld-Halle der IGS wird ebenfalls saniert.

Von Carina Bahl

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