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Burgwedel Baufahrzeuge rollen an der Kleinburgwedeler Straße an
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Baufahrzeuge rollen an der Kleinburgwedeler Straße an
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07:45 29.05.2019
Im Herbst beginnt die Region mit der Sanierung der Thönser Straße, vor dem Raiffeisengelände baut sie einen Kreisel. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Großburgwedel

Auf Behinderungen müssen sich Autofahrer in den nächsten beiden Jahren einstellen: Die Region plant in den nächsten Monaten die Erneuerung der Kleinburgwedeler und der Thönser Straße unter dem Blickwinkel der Radfahrer. Für Ende 2020 steht nach Aussage von Planerin Wiebke Schepelmann die Sanierung der Fuhrberger Straße an.

„Wir wollen etwas für den Radverkehr machen“, mit diesen Worten leitete die Mitarbeiterin der Region jetzt im Ortsrat und im Fachausschuss die Vorstellung der Pläne ein. Der erste Bauabschnitt reicht vom Rathausplatz bis zur Gabelung von Kleinburgwedeler und Thönser Straße und dort an beiden Strecken bis zum jeweiligen Ortsausgang. Vorgesehen ist ihren Angaben zufolge, die Bushaltestelle am Rathaus barrierefrei umzugestalten.

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Piktogramme statt Schutzstreifen für Radfahrer

Bis zum Ortsausgang nach Kleinburgwedel erneuern Arbeiter dann die Gehwege und die Rinnsteige – aber nicht die Fahrbahndecke. „Wir planen auch keine Schutzstreifen für Radfahrer, sondern Piktogramme, die Autofahrer auf die Radler hinweisen sollen“, sagte Schepelmann und fügte hinzu, die beauftragten Baufirmen sollen die Einfahrten erhöhen und mit den Gehwegsteinen pflastern, sodass Autofahrer beim Einbiegen auf die Kleinburgwedeler Straße abbremsen. Anstelle der jetzigen Mittelinsel plant die Region eine Ampel für Fußgänger im Bereich des Rhadener Wegs, dort verschwindet auch die nicht barrierefreie Bucht für die Busse. „Die Fahrradfahrer sollen dort auf der Straße bleiben und nicht den Gehweg auf der anderen Straßenseite nutzen, den wir ebenfalls erneuern“, betonte Schepelmann. Aus Sicht von Bürgermeister Axel Düker lässt sich dies nur schwer durchsetzen: „Die Schüler von und nach Großburgwedel fahren dort zum Teil zu dritt nebeneinander, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie künftig die Straße nutzen“, sagte er und sprach von „gelebter Gewohnheit, die seit Jahren gut funktioniert“.

Schepelmann kündigte zu dem an, dass die Region am Friedhof eine Mittelinsel für Radfahrer und Fußgänger errichte. Sie solle zugleich die Autofahrer in Richtung Großburgwedel zum Abbremsen zwingen.

Thönser Straße erhält eine Mittelinsel

Im Bereich der Raiffeisen-Tankstelle sehen die Planungen an der Thönser Straße eine Mittelinsel vor, damit Radfahrer dort die Straße überqueren können. „Wir lassen eine kleine, kompakte Insel bauen, die am Rand besondere Rubbelsteine erhält, sodass Autos und auch landwirtschaftliche Maschinen darüber fahren können“, sagte Schepelmann. In Richtung Thönse plant die Region einen Schutzstreifen für Radfahrer, weil die Straße breit genug ist. Auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Großburgwedel wird es wieder Piktogramme geben.

„Derzeit bereiten wir die Ausschreibung vor, weil die Planungen schon sehr weit fortgeschritten sind“, sagte sie und fügte hinzu, dass sie von einem Baubeginn im Herbst ausgehe. Die Baukosten liegen bei 450.000 Euro für beide Straßen. Während der Arbeiten an den Gehwegen müssten die Bauarbeiter keine Vollsperrung einrichten – wenn aber solche Elemente wie die Mittelinsel in Richtung Kleinburgwedel entstünden, müssten Autofahrer eine Umleitung fahren.

Ausbau der Fuhrberger Straße soll 2020 beginnen

Auf 1,5 Millionen Euro schätzt die Region Hannover den Umbau und die Sanierung der Fuhrberger Straße – einen entsprechenden Förderantrag hat die Behörde nach Aussage von Planer Wiebke Schepelmann bereits beim Land eingereicht. Schepelmann begründete die geplanten Arbeiten damit, dass sich die Straße in keinem guten Zustand mehr befindet, die Stadt Burgwedel dort möglicherweise Leitungen erneuern muss und der Ausbau nicht mehr den heutigen Anforderungen an Radverkehr entspricht.

Nach Aussage Schepelmanns hofft die Region, dass die Förderzusage bis Herbst vorliegt, sodass dann die Ausschreibung für das gesamte Projekt starten kann. Parallel dazu liefen die Grundlagenermittlungen. Sie hätten unter anderem ergeben, dass zwischen Rathaus und Bahnhof stündlich etwa 500 Fahrzeuge unterwegs seien und zwischen Rathaus und Hannoverscher Straße etwa 1000 pro Stunde. Ungeachtet der unterschiedlichen Voraussetzung kristallisiere sich heraus, dass die gesamte Fuhrberger Straße Fahrradschutzstreifen erhalten solle. Das bedeute vor allem im Abschnitt zwischen Rathaus und Hannoverscher Straße eine Änderung des Straßenquerschnitts, um Raum dafür zu schaffen. „Wir gehen an die Borde und an die Rinnen heran“, sagte Schepelmann.

Die Planer prüfen derzeit, ob sie die Kreuzung Fuhrberger/Kleinburgwedeler und Von-Alten-Straße in einen Kreisverkehr umbauen. Derzeit gehe es unter anderem um die Frage, ob der Platz dafür ausreicht, sagte Schepelmann.

Sie und ihre Kollegen hoffen auf einen Baubeginn zum Ende des nächsten Jahres – wenn beispielsweise das Plangenehmigungsverfahren entfallen könne. Während der Bauarbeiten gehe sie von einer abschnittsweisen Vollsperrung aus, wenn die jeweilige Strecke voll ausgebaut werde. bis

Von Antje Bismark