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Burgwedel Drohanruf: Richter schickt Mann ins Gefängnis
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00:16 24.12.2018
Urteil am Amtsgericht: Freiheitsstrafe für einen nächtlichen Drohanruf. Quelle: Symbolbild (dpa)
Großburgwedel

„Sie haben hier zweimal eine Freiheitsstrafe bekommen, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ein drittes Mal Bewährung wird es heute hier nicht geben.“ Klare Worte von Richter Michael Siebrecht bei der Urteilsverkündung im Burgwedeler Amtsgericht. Wegen Beleidigung und versuchter Nötigung schickt er am Donnerstag einen 53-Jährigen für zwei Monate ins Gefängnis. Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig, eine Berufung somit möglich.

Der Fall: Im Juli dieses Jahres klingelt mitten in der Nacht das Handy einer 64-jährigen Frau in Großburgwedel, die Mailbox springt an. Und der Anrufer hinterlässt eine eindeutige Botschaft: „Lass’ sie in Ruhe, sonst kommst Du nicht mehr lebend aus dem Haus.“ Als die Frau die Sprachbox abhört, erkennt sie die Stimme sofort. Sie gehört einem Mann aus der Nachbarschaft. In den Wochen zuvor war dessen Frau mehrfach nach tätlichen Angriffen ihres Partners zu ihr geflüchtet.

Die 64-Jährige geht zur Polizei. Die Beamten hören den Anrufbeantworter ab, schreiben eine Anzeige. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Beleidigung und versuchter Nötigung.

Der Angeklagte streitet die Tat ab, er will nicht angerufen haben. „Ich kenne die Telefonnummer der Frau gar nicht. Wie soll ich das dann machen?“, verteidigt er sich vor Gericht. Doch die Frau erkennt auch als Zeugin im Prozess den Angeklagten zweifelsfrei als Anrufer: „Er war es. Es kann niemand anderes gewesen sein. Das ist ausgeschlossen“, bekräftigt sie ihre Aussage, die sie bereits bei der Polizei gemacht hat. Und sie schildert ein weiteres Details: Als der Angeklagte anrief, sei „sehr betrunken“ gewesen.

Bei ihr selbst hat der Anruf Eindruck hinterlassen: „Früher habe ich öfter bis spät am Abend auf der Terrasse gesessen. Nach dem nächtlichen Drohanruf habe ich das kaum noch gemacht. Da war so ein ungutes Gefühl dabei“, schildert sie die ersten Wochen nach der Tat.

Auch wenn der Anrufbeantworter vor Gericht nicht noch einmal abgespielt werden kann – die Zeugin hatte zwischenzeitlich das Handy gewechselt – ist die Sache für Richter Siebrecht klar. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Zeugin hier die Wahrheit gesagt hat“, erklärt er in Richtung des Angeklagten bei der Urteilsbegründung. Zumal der 53-Jährige einschlägig vorbestraft ist. Er musste sich in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Beleidigung und auch Bedrohung vor Gericht verantworten. Die beiden bislang letzten Verurteilungen liegen erst kurze Zeit zurück. Der Mann wurde jeweils zu einer einmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die in beiden Fällen zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Nun allerdings droht dem Angeklagten weiterer Ungemach: Sollte das Urteil rechtskräftig werden, werden auch die beiden Bewährungen überprüft. „Das ist ein Automatismus. Schließlich hat er sich nicht bewährt“, erläutert Siebrecht die Rechtslage. Und so können dann aus zwei ganz schnell vier Monate Gefängnis für einen nächtlichen Drohanruf werden.

Von Thomas Oberdorfer

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