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Burgwedel Schüler informieren sich auf Ausbildungsmesse Startklar
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Schüler informieren sich auf Ausbildungsmesse Startklar
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17:27 12.09.2019
„Das macht er schon ganz gut.“ Michael Springer, Chef der Wettmarer Firma Holzmichel (rechts), lobt die Arbeit des Schülers Qusay Husein an einem Dachstuhl. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

„Irgendwie ist das heute alles andersherum. Es bewerben sich nicht mehr Schüler um Ausbildungsplätze, sondern die Unternehmen werben um Auszubildende“, sagte Schulleiter Marco Gerhard Schinze-Gerber. Und so ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, was der Direktor von Oberschule und IGS bemerkte. Bei der dritten Auflage der Burgwedeler Ausbildungsmesse Startklar präsentierten sich 21 Unternehmen mit 44 verschiedenen Berufen in der Agora der IGS. 75 Oberschüler aus den neunten Klassen und einige Schüler aus den elften Klassen des Gymnasiums informierten sich bei der Veranstaltung.

„Messe ist ein guter Ort, um ins Gespräch zu kommen“

„An so einem Tag werden natürlich noch keine Ausbildungsverträge unterschrieben, aber es werden wichtige Kontakte geknüpft“, sagte Andrea Thun. Als Mitarbeiterin in der Personalabteilung des Elektromaschinenbauers Steinlen weiß sie um die Probleme mancher Betriebe, Auszubildende zu finden. „Da ist unsere Messe Startklar natürlich ein guter Ort, um ins Gespräch zu kommen. Hier lernen Schüler auch Betriebe kennen, die sie bislang wahrscheinlich noch nicht im Blick gehabt haben, wenn es darum geht, später einmal eine Bewerbung auf den Weg zu bringen“, erklärte sie.

75 Oberschüler und einige Elftklässler vom Gymnasium informierten sich in der Agora der IGS über die Ausbildungsmöglichkeiten in Burgwedel.

Denn die Unternehmen haben heute mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Immer weniger junge Leute streben eine klassische Ausbildung an. Immer mehr Schulabgänger zieht es an Universitäten, Fachober- oder Fachhochschulen. Dazu wurden in dieser Woche Zahlen aus einer neuen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht. Danach streben in Deutschland mittlerweile bis zu 60 Prozent eines Jahrgangs einen Universitäts- oder vergleichbaren Abschluss an. Dazu zählt auch die Meisterausbildung. 2006 lag diese Quote noch bei 43 Prozent.

21 Unternehmen stellen sich in der IGS vor

Bei der Organisation der Messe haben viele mitgearbeitet. Offizieller Ausrichter war die Stadt. Aber auch etliche Burgwedeler Unternehmen und die Region Hannover waren mit im Boot. So gingen in den Wochen vor der Veranstaltung die städtische Wirtschaftsförderin Anja Hansch und Jürgen Hansen von der Region in die Schulen und versorgten die Schüler mit Informationen über die 21 teilnehmenden Unternehmen.

Für die 75 Oberschüler war es ein eher stressiger Schultag. Im Laufe des Vormittags mussten sie 14 Stände besuchen – sich dabei im 15-Minuten-Takt auf neue Firmen, Berufe und Gesprächspartner einstellen. Vier Unternehmen durften sie sich selbst aussuchen, zehn weitere wurden ihnen zugeteilt. „Dabei haben wir darauf geachtet, dass Mädchen einmal typische Männerberufe ausprobieren und Jungen sich klassische Mädchenberufe anschauen“, erklärte Anja Hädrich, die für das E-Center dem Organisationsteam der Messe angehört.

Wie setze ich einen Elektromotor zusammen: Schüler Swen Greve (links) und Mika Asmuth, Auszubildender bei der Firma Steinlen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Schüler müssen praktische Aufgaben erledigen

Die Treffen von Schülern und Unternehmen liefen dabei immer nach dem gleichen Schema ab: Die Jungen und Mädchen bekamen eine praktische Aufgabe gestellt, und während sie diese bewältigten, unterhielten sie sich mit Mitarbeitern der Firmen. „Um auf Augenhöhe mit den Jugendlichen sprechen zu können, haben viele Betriebe ihre Auszubildenden zu der Messe mitgebracht“, erklärte Thun.

Trotz vieler positiver Rückmeldungen von Schülern und Unternehmensmitarbeitern herrschte nach der Messe auch ein wenig Ernüchterung bei den Ausstellern. „Die Schüler sind gerade erst in die neunte Klasse versetzt worden. Sie sind noch sehr jung. Für viele von ihnen ist das Thema Ausbildung noch ganz weit weg“, sagte Thun nach der Veranstaltung. Die Ergebnisse der dritten Auflage von Startklar wollen die Vertreter von Unternehmen, Stadt, Region und Schulen in den kommenden Wochen bei einem gemeinsamen Treffen aufarbeiten.

Vierte Auflage von Startklar geplant

Eines allerdings steht für Thun schon heute fest: „Es wird im kommenden Jahr die vierte Auflage von Startklar geben. Aber vielleicht müssen wir uns nur noch einmal Gedanken über den Termin und über die Altersgruppe der teilnehmenden Schüler machen.“

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