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Burgwedel Schulleiterin Renate Koch geht in den Ruhestand
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Schulleiterin Renate Koch geht in den Ruhestand
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13:00 12.07.2019
Geht in den Ruhestand: Renate Koch, Schulleiterin der IGS Burgwedel. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

In Burgwedel endet eine Ära. IGS- und Oberschuldirektorin Renate Koch verabschiedet sich in den Ruhestand. Am Dienstag wurde sie offiziell verabschiedet. Im Gespräch mit HAZ-Redakteur Thomas Oberdorfer blickt die Schulleiterin zurück auf ihre 44-jährige Dienstzeit, vor allem aber auf ihre 21-jährige Tätigkeit in Großburgwedel.

Was ist das für ein Gefühl, jetzt die Schule zu verlassen und in den Ruhestand zu wechseln?

Wenn ich das mal wüsste. Es sind gemischte Gefühle. Einerseits freue ich mich natürlich auf die freie Zeit, aber auf der anderen Seite war und ist Schule für mich eine Herzensangelegenheit.

Sie haben mit der Haupt-, der Real-, der Oberschule und der IGS gleich vier Schulen in Burgwedel geleitet. Im Schuljahr 2016/17 sogar alle vier gleichzeitig. Kennen Sie einen Kollegen, der eine ähnliche Aufgabe zu meistern hatte?

Grund dafür sind ja die – zugegebenermaßen – vielen Wechsel der Schulformen in Burgwedel. Ich bin als Leiterin der Realschule gekommen, habe dann die Hauptschulklassen mit übernommen, als schon klar war, dass die beiden Schulen zu einer Oberschule zusammengefasst wurden. Und schließlich die IGS. Da ja die Schülerinnen und Schüler die Schulform durchlaufen, in der sie eingeschult wurden, gab und gibt es eine Zeit lang die verschiedenen Schulformen nebeneinander. Aber 2021 ist damit Schluss, dann haben wir nur noch die IGS. Und zurück zur Frage: Ja, einen Kollegen kenne ich, der in einer ähnlichen Situation für vier Schulen verantwortlich war.

Wenn Sie jetzt auf Ihre Zeit als Schulleiterin zurückblicken: Was waren besonders schöne Momente?

Es ist schwierig, Einzelnes herauszuheben. Es gab so viele. Schön war der Ausflug in den Harz. Da ist die komplette Schule mit allen Lehrern und Schülern auf den Brocken gewandert. Einige haben zwar ganz schön gestöhnt, aber letztlich haben wir alle den Gipfel erreicht. Das war ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Und es war immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis zu sehen, welche Entwicklung einzelne Schüler genommen haben.

Haben Sie Beispiele?

Da war ein Junge in der fünften Klasse. Sehr schüchtern und mit Schwierigkeiten, den Schulalltag zu bewältigen. Wie der sich in der Gemeinschaft menschlich entwickelt hat, das war einfach toll. Oder ein Flüchtlingskind aus Afghanistan. Der Junge kam ohne Sprachkenntnisse zu uns. Nach dreieinhalb Jahren erreichte er den erweiterten Sekundarabschluss I und ist nun auf dem Weg zum Abitur. Und ... und ... und ... – da gäbe es noch so viele Beispiele.

Sie standen Schulen mit vier verschiedenen Schulformen vor. Welches ist die beste?

Ich will es mal so sagen – die IGS hat sehr viele Vorteile. Bei dieser Schulform geht es nicht nur um Mathe, Deutsch und Englisch. Das gemeinsame Lernen miteinander und voneinander steht im Vordergrund, und das Erlangen von Sozialkompetenzen hat einen besonderen Schwerpunkt. Das sind Fähigkeiten, die wir in unserer Gesellschaft brauchen. Ohne die geht es heute nicht mehr. Und es ist wichtig, dass wir auch Kinder mitnehmen, die einen besonderen Förderbedarf haben. Auch wenn das besser laufen könnte

Wie meinen Sie das?

Für Inklusion brauchen wir mehr Personal. Wir brauchen mehr Sonderpädagogen. Daran fehlt es derzeit. Leider.

Aber trotz aller Erfolge und des großen Engagements: Wenn der Wechsel nach der Grundschule ansteht, dann werden für die fünfte Klasse mehr Kinder auf dem Gymnasium als auf der IGS angemeldet.

Ja, das ist so. Aber es kommen mittlerweile auch mehr Eltern mit ihren Kindern zu uns, die sich ganz bewusst die IGS ausgesucht haben, weil sie von der Schulform überzeugt sind.

Wo steht die IGS Burgwedel in zehn Jahren?

Neue Debatten über die Schulform IGS wird es nicht mehr geben. Da haben wir genug gehabt. Die IGS wird sich weiter entwickeln, sie wird wachsen, und sie wird sich weiter etablieren.

Und wenn man noch ein Stück weiter in die Zukunft blickt?

Dann wird es eine Sekundarschule als einzige Schulform bis zur zehnten Klasse sein. So ist es in fast allen anderen europäischen Ländern bereits. Und die Vorteile liegen ja auf der Hand.

Welche sind das?

Die Schule bietet offene Bildungswege. Wir sehen die Vielfalt als Bereicherung. Wir kennen keine Rückstufungen. Jeder wird nach seinem individuellen Leistungsvermögen individuell gefördert und gefordert. Wenn jemand Probleme hat, muss er nicht die Schule wechseln und schafft so vielleicht doch noch das gewünschte Ziel. Außerdem bietet die IGS zudem viel Praxis, wie beispielsweise mit dem Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik. Und die Berufs- und Studienorientierung ist ein bedeutender Schwerpunkt unserer Schulform.

Wenn Sie jetzt gehen, welchen Tipp haben Sie für Ihre Nachfolgerin oder Ihren Nachfolger?

Stell die Stärken unserer Schule heraus. Das ist wichtig, das fordern auch die Eltern.

Was macht eigentlich eine Direktorin im Ruhestand?

Also erst einmal mache ich etwas nicht: Ich werde nicht in den Urlaub fahren. Das habe ich bislang in jeden Sommerferien getan, jetzt nicht mehr. Ich fahre im Herbst zusammen mit meinem Mann weg. Außerdem werde ich mich mehr um meine drei Enkelkinder kümmern, und alles weitere sehen wir dann ...

Von Thomas Oberdorfer

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