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Burgwedel Kitas werden für Sprachförderung zuständig
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Kitas werden für Sprachförderung zuständig
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15:01 21.09.2018
Burgwedels Kindergärten widmen sich der Sprachförderung seit 12 Jahren nach Konzept in großem Umfang. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Burgwedel

 Sperriger geht es wohl nicht: Für die „Entwicklung der Kommunikations- und Interaktionskompetenz“ sind seit dem 1. August in unserem Bundesland nicht mehr die Grundschulen zuständig, sondern die Kindergärten. Bei dem Wortungetüm im Niedersächsischen Kindertagesstättengesetz geht es im Wesentlichen um nichts anderes als die Sprachförderung. Anders für viele anderen Kommunen in der Region stellt die Neuregelung für Burgwedel keine besondere Herausforderung dar. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Erste Stadträtin Christiane Concilio. Und warum? Der Sprachförderung nimmt sich die Stadt in ihren Kitas schon seit 2006 freiwillig und auf eigene Kosten an. Und zwar in großem Umfang.

Obwohl nicht sein Ressort, ist die Novelle des KitaG für Burgwedels Kämmerer eine gute Nachricht. Hohe Beträge, zuletzt 92.000 Euro, gibt die Stadt alljährlich an Personalkosten für die Sprachförderung in allen Kitas aus – auch an den beiden kirchlichen in Fuhrberg und Großburgwedel sowie an der Kita der Pestalozzi-Stiftung. Obendrauf kommen noch die Ausgaben für regelmäßige Fort- und Weiterbildungen. Künftig bekommt die Stadt für die Erfüllung der Pflichtaufgabe Geld vom Land – die Erstattung werde „auskömmlich“, glaubt Concilio.

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Inhaltlich findet die Erste Stadträtin die volle Übertragung der Sprachförderung an die Kitas „schön und richtig“. Die zentrale Vorgabe des Landes ist dabei eine „alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung“. Dieser Ansatz entspreche eins zu eins dem Konzept, das in allen Burgwedeler Kitas seit 2006 weiter entwickelt werde. Damals hatte die Stadt zunächst mit zwei Kitas und Landesmitteln testweise angefangen. Aber der Landeszuschuss reichte für 2,25 Wochenstunden externer Fachkräfte, die fast allein für Fahrten draufgingen. 2007 – auch unterstützt durch einen Antrag von Isa Huelsz (FDP) – schaltete die Stadt in den Vorwärtsgang: Sieben Stunden Sprachförderung pro Woche und Gruppe werden seitdem von eigenem eigens für die Sprachförderung engagiertem Personal erteilt. „Das hat alles gut funktioniert“, resümiert Concilio. Das neue Gesetz hat keine Stundenvorgaben.

Einige neue gesetzliche Vorgaben gilt es abzuarbeiten. Verbindlich ist nunmehr die Erfassung der Sprachkompetenz im letzten Kita-Jahr ebenso wie eine individuelle Förderung, falls dabei ein besonderer Förderbedarf festgestellt wurde. Förderpläne müssen mit den Eltern und in „Brückengesprächen“ mit den Grundschulen erörtert werden. Aber auch in dieser Hinsicht bedeutet das Gesetz nichts Neues für die Praxis in Burgwedel. Seit 2007 schließen Kitas mit den Schulen, die ihre Kinder aufnehmen, Kooperationsverträge ab. Darin wird beschrieben, wie der Übergang vom System Tagesstätte ins System Schule ablaufen soll – und im Mittelpunkt steht dabei die Sprachförderung.

Von Martin Lauber

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