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Burgwedel Tausende Bücher beim Flohmarkt in der Bücherei Großburgwedel
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Tausende Bücher beim Flohmarkt in der Bücherei Großburgwedel
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18:05 29.08.2019
Beim Büchereiflohmarkt, den Mitarbeiterin Silvia Besener (links) betreut, herrscht reges Kommen und Gehen. Quelle: Sandra Köhler
Großburgwedel

Einmal im Jahr veranstaltet die Bücherei Großburgwedel an der Von-Alten-Straße einen großen Flohmarkt. Und zieht damit Leseratten und Bücherwürmer jeden Alters an. Am Donnerstag machten sich diese schon am Vormittag über die Tausenden von aussortierten und gespendeten Büchern, Hörbüchern, Spielen und DVDs her. Noch etwa vier Wochen können Besucher das üppige Medienbüfett im Foyer nutzen. Vom Erlös werden neue Bücher und Medien angeschafft. Etwa 18.000 stehen in Großburgwedel zur Ausleihe bereit, dazu kommen 21.000 E-Medien über die Onleihe.

Krimis und leichte Lektüre sind gefragt

Bereits am Donnerstagvormittag herrschte reges Treiben beim Büchereiflohmarkt. Manch Besucher des Wochenmarktes vor der Tür nutzte die Gelegenheit, auf einen Sprung hereinzuschauen. Geordnet nach Kategorien wie Sachbücher, Romane, Biografien und andere Medien warteten die Bücher auf Interessenten. „Besonders gerne werden Krimis und leichte Lektüre gekauft“, sagte Büchereimitarbeiterin Silvia Besener. Doch auch anderes fand seine Liebhaber. Zwei Kochbücher und einen Roman trug Antonia Cuny mit nach Hause. „Ich habe zwar schon einige Kochbücher, aber die hier bis eben nicht“, sagte die Neuwarmbüchenerin. Schwer bepackt mit gleich zwei Bücherstapeln verließ Rainer-Elk Anders die Bücherei. Zehn Elternratgeber, Bilderbücher, klassische Kinderfilme von Astrid Lindgren und eine Bertolt-Brecht-Gesamtausgabe hatte er sich ausgesucht.

Ob Weihnachten, Belletristik, Kochbücher oder Comics: Die Bücherei Großburgwedel hält Interessantes bereit. Nicht nur, aber auch beim Büchereiflohmarkt.

„Ich pendele zwischen Universitäten in Deutschland und England. Aber wenn die Burgwedeler Bücherei Flohmarkt macht, dann besuche ich den nach Möglichkeit“, sagte er, sichtlich erfreut über seine Funde. „Es ist toll, dass es hier eine solch gut ausgestattete Einrichtung gibt“, sagte er lobend. In Großbritannien herrsche seit 2008/2009 ein harscher Sparkurs, viele Büchereien seien deshalb bereits geschlossen worden. „Ein kleiner Ort wie Großburgwedel hätte dort wahrscheinlich nur noch einen rollenden Bücherwagen.“ Das fänden die Nutzer der Bücherei sicherlich schade. Denn die Einrichtung ist gefragt: 2051 Nutzer tätigten 2018 insgesamt 85.564 Ausleihen. „Jedes Medium wird im Schnitt 4,6-mal ausgeliehen, das ist ein guter Wert“, sagte Büchereileiterin Jutta Busch.

Dr. Rainer-Elk Anders hat sich beim Büchereiflohmarkt gut mit Lektüre eingedeckt: Bilderbücher, Elternratgeber und eine Brecht-Gesamtausgabe. Quelle: Sandra Köhler

Onleihe um 44 Prozent gestiegen

Auch die 2015 eingeführte Onleihe ist dabei, sich immer weiter zu etablieren. 390 Burgwedeler Leser liehen sich zusammen 13.362 Medien aus. Das sei eine Steigerung von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bezifferte Busch die Entwicklung. Zum Vergleich: In allen 132 niedersächsischen Mitgliedsbibliotheken des NBib24-Verbandes wurden im vergangenen Jahr 1.181.900 digitale Ausleihen getätigt. „Insbesondere zu Beginn der Ferien merken wir das, da gibt es deutlich einen Peak“, sagte die Großburgwedeler Büchereichefin. „Der Koffer dankt es, wenn statt sieben oder acht Büchern nur ein Lesegerät in ihm steckt.“

Was nicht ausgeliehen wird, wird aussortiert

Für den Bücherflohmarkt aussortiert werden Medien, die entweder nicht mehr aktuell sind – etwa im Sachbuchbereich – oder laut interner Statistik nicht mehr häufig entliehen werden. „Gelesen wird hauptsächlich Aktuelles“, sagt Busch. Auch die Umstellung der einzelnen Abteilungen auf eine klare und nutzerfreundliche Systematik mit Stichworten statt kryptischer Buchstaben-Zahlen-Kombinationen sorgt vermehrt für Flohmarkt-Bücher. „Dieses Mal sind deshalb viele Elternratgeber dabei“, sagte sie. Bei den Bücherspenden sei es wichtig, dass diese nicht allzu lange im heimischen Regal verharrten. „Was 1990 erschienen ist, ist auch schon fast 30 Jahre alt. “ Gerade juristische Ratgeber und Computerbücher seien aber sehr schnell überholt. Diese ließen sich dann eben nur noch entsorgen.

Und das tut manchem richtig weh. „Viele Menschen tun sich schwer damit, Bücher wegzugeben oder sogar wegzuwerfen“, erzählt Busch. Ihr Tipp: „Freuen Sie sich darüber, wie lange ein Buch Sie begleitet hat. Dann fällt es oft deutlich leichter, sich davon zu trennen.“

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