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Burgwedel Tierische Liebe in Thönse: Damhirsch ist auf den Esel gekommen
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Tierische Liebe in Thönse: Damhirsch ist auf den Esel gekommen
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00:17 20.04.2019
Der Damhirsch zeigt nur wenig Scheu. Quelle: Frank Walter
Thönse/Engensen

Ein halbzahmer Damhirsch ist bei Kindern in Thönse derzeit „die“ Attraktion. Liebevoll haben sie das junge Wildtier Benni getauft. Und was macht Benni? Der geht am liebsten auf Kuschelkurs mit den Eseln Pepe und Pepeline.

Benni ist „auf den Esel gekommen“

Damwild gilt als besonders soziale Spezies. Nur ältere Hirsche sind auch mal als Einzelgänger unterwegs, sonst leben die Tiere gern in Gruppen. So kann es eigentlich nicht verwundern, dass Benni Anschluss sucht. Und da Damwild abseits der Fuhrberger Wälder in Burgwedel nur selten vorkommt, ist er nun offenbar gründlich „auf den Esel gekommen“.

Dass das Jungtier deutlich weniger auf die Waage bringt und anders aussieht und riecht als sie selbst, scheint die beiden Esel nicht im Geringsten zu stören. In stoischer Ruhe lassen sie es sich gefallen, dass aus ihrem Duo nun ein dynamisches Trio geworden ist. Futterneid kennen die Esel nicht, Benni darf gern neben ihnen an den Grashalmen nagen. Und wenn der Damhirsch mal Körperkontakt sucht und am Eselohr schnuppert, dann erdulden sie auch das mit großer Gelassenheit.

Die Esel Pepe und Pepeline waren ein Weihnachtsgeschenk

Eselhengst Pepe und Eselstute Pepeline gehören in Thönse schon lange fest zum Ortsbild. „Vor 15 Jahren haben wir die beiden von unseren Kindern als Weihnachtsgeschenk bekommen“, erinnert sich Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr, der zwischenzeitlich sogar mal fünf Esel besaß. Früher hat er die Tiere auch zu 40. Geburtstagen von Jungesellen vermietet, doch das ist vorbei. Jetzt stehen Pepe und Pepeline nur noch auf der Weide samt Offenstall, die sich im Ort als Ausflugsziel einiger Beliebtheit erfreut.

Dass sein Eselduo jetzt dank Damhirsch Benni wieder Verstärkung bekommen hat, geht für Rockahr absolut in Ordnung: „Offenbar liebt er ja die Gemeinschaft. Also darf er gern mitfressen.“ Solange sich der Junghirsch am saftigen Gras auf der Esel-Weide bedient, macht er sich wenigstens nicht über die Blumen auf dem nahen Friedhof her. Auch da war Benni schon gesichtet worden, ebenso wie in einigen Gärten der Umgebung. Zwei Kinderspielgeräte in Pferdeform scheinen es ihm dort besonders angetan zu haben. Beim Überqueren der Straßen, so berichtet es ein Anwohner, verhalte sich Benni übrigens vorbildlich: Der Damhirsch gucke erst in beide Richtungen, ehe er losgehe.

Damhirsch Benni ist aus einem Gatter entwichen

Dass sich Benni die Nähe von Menschen gefallen lässt, kommt nicht von ungefähr – stammt er doch aus einer Gatterhaltung. Zu Hause ist Benni eigentlich zwei Kilometer von Thönse entfernt im Ortsteil Engensen. Der ehemalige Ortsbürgermeister Otto Laue betreibt dort seit Jahrzehnten eine kleine Hobbyzucht mit aktuell fünf Tieren, 2017 wurde Benni geboren.

Vielleicht klaffte im Zaun des großen Gatters ein kleines Loch? Vielleicht hatte der jüngere Geschlechtsgenosse vom Platzhirsch gejagt zu einem waghalsigen Sprung über die hohe Einfriedung angesetzt? Christa Laue kann es sich auch nicht recht erklären, wie sich Benni vor etwa drei Wochen davonmachen konnte. „Seitdem bekommen wir ständig Anrufe, wo der Hirsch gerade gesichtet wurde“, sagt sie leicht genervt. Denn eine wirkliche Idee, wie es Bennis Ausflug in die freie (Dam)wildbahn beenden könnte, hat das Ehepaar Laue auch nicht. Ihr Neffe habe schon gescherzt, dass er es ja mal mit dem Lasso probieren könne, sagt Christa Laue. Aus ihrer Sicht wäre das ein untauglicher Versuch: „Den können Sie nicht einfangen“, sagt die Engenserin mit Blick auf den Sicherheitsabstand von einigen Metern, den Benni zu Menschen einhält.

Da Christa und Otto Laue ihre Damtier-Zucht aber ohnehin demnächst aufgeben wollen, kann Benni vielleicht ja auch einfach weiter in Freiheit leben. Immer schön auf Kuschelkurs mit „seinen“ Eseln Pepe und Pepeline – und als Attraktion für den Thönser Nachwuchs.

Von Frank Walter

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