Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Burgwedel Früherer „Farmers“-Küchenchef Torsten Kühnöhl ist tot
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Früherer „Farmers“-Küchenchef Torsten Kühnöhl ist tot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 06.06.2019
Torsten Kühnöhl Quelle: Petrow
Thönse

Torsten Kühnöhl ist tot. Mit ihm hat Thönse eine seiner schillernsten Persönlichkeiten verloren. Er war ein Mann mit vielen Talenten und noch mehr Ideen. Ein „Unternehmer in weltweit“, wie er sich selbst auf seinem Xing-Profil im Internet beschrieb. Und das passte.

„Das Farmers war einfach Kult“

Lange Jahre führte er das legendäre Musiklokal Farmers in Thönse, stand als Chef in der Küche. Das einst eher biedere Restaurant und Hotel Mühlenheide verwandelte er in einen Tempel für Burger und Steaks. „Das Farmers war einfach Kult“, erinnern sich noch heute viele Burgwedeler an das ehemalige Lokal am Thönser Ortseingang. Gleichwohl stand es auch für Kühnöhls tiefe Kontakte ins Rockermilieu, das Thönse zuweilen eher ungewöhnliches Publikum auf zwei Rädern bescherte. Diese Kontakte pflegte er bis zum Schluss.

Kühnöhl packt die Currywurst in die Dose

Ansonsten aber war das Kochen Kühnöhls Ding. Er organisierte Kochshows in Möbelhäusern und im Fernsehen. Und am Herd wurde er bundesweit bekannt. Mit einer seiner skurrileren Ideen. Kurzerhand verfrachtete er vor ein paar Jahren Currywürste samt Sauce in Dosen (auf Wunsch auch halal) und vertrieb diese dann weltweit. Sogar deutsche Soldaten in Afghanistan wurden so bei ihrem Einsatz am Hindukusch mit der ganz besonderen Spezialität aus Thönse versorgt. Typisch Kühnöhl eben.

Der Künstler Kühnöhl war genauso umtriebig. Er schrieb Lieder und Bücher. Vieles davon für Kinder. Er arbeitete nach eigenen Worten mit der frühen Sarah Conner und nahm mit ihr zusammen eine CD auf. Dazu legte der Thönser als DJ in Clubs – wie der Sansibar im Steintorviertel – Musik auf. In den vergangenen Jahren hatte er sich zudem der Malerei verschrieben. In seinem Haus an der Mühlenheide hängen viele Werke von ihm an den Wänden, und es sind etliche Möbelstücke mit kleinen Kunstwerken verziert. Bis zuletzt führte er eine Firma, die sich darauf spezialisiert hatte, unliebsame Graffitis zu entfernen. Diese hatte er vor fast zwei Jahren neu gegründet.

Ein Mann mit einem großen Herz

Aber noch etwas zeichnete Torsten Kühnöhl aus. Er hatte ein großes Herz. Immer wieder kümmerte er sich um Menschen aber auch Tiere, denen es nicht so gut ging. So im Jahr 1996 um einen kleinen Jungen, der eine Rückenmarksspende benötigte. Kühnöhl schrieb für ihn ein Weihnachtsmärchen, nahm es als CD auf und kümmerte sich dann auch noch um den Vertrieb in der hannoverschen Innenstadt. Durch den Verkauf kamen 6000 Mark zusammen, mit dem Geld unterstützte er die Familie des Jungen. Und auch sein letztes Projekt nahm er in Angriff, um das Schicksal anderer zu verbessern. Er schrieb eine Hundegeschichte, die als Hör- und Kinderbuch vermarktet wird. Der Erlös geht an die Herzensstreuner, ein Verein, der sich um Hunde in Rumänien kümmert.

Beisetzung im Friedwald

Kühnöhl starb Ende Mai im Alter von 57 Jahren und hinterlässt seine Lebensgefährtin Britta Maier und zwei erwachsene Kinder. Die Asche von Torsten Kühnöhl wird in einem Friedwald in der Nähe von Bückeburg beigesetzt. Ein Termin steht noch nicht fest. Aber eigentlich hatte er sich einen ganz anderen Abschied von dieser Welt gewünscht. „Nehmt meine Asche und zerstreut sie in alle Winde“, sagte er mehr als nur einmal. Das berichtete seine Lebensgefährtin. „Aber das geht ja leider nicht. Darum hat Torsten sich dann für den Friedwald entschieden.“

Von Thomas Oberdorfer

Das Forstamt Fuhrberg hat eine neue Chefin. Bei einem Spaziergang durch die Niedersächsischen Landesforsten gibt Kerstin Geier einen Einblick in ihr Aufgabenfeld Naturschutz und Ökologie.

06.06.2019

Eine farbenprächtige und informative Reise nach Vietnam und Kambodscha erwartet Besucher des Film- und Diakreises in der Seniorenbegegnungsstätte Burgwedel. Referent ist Hilmar Deichmann.

03.06.2019

Die Zukunft gehört in Fuhrberg den Schützinnen: Alle drei Nachwuchs-Majestäten des Schützenfestes sind treffsichere und ehrgeizige Mädchen.

05.06.2019