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Burgwedel Wilde Müllkippe gleich hinter der Autobahn
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Wilde Müllkippe gleich hinter der Autobahn
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16:56 24.01.2019
Einfach in der Feldmark abgekippt: Rund einen Kubikmeter zerbrochene Eternitplatten haben Unbekannte am Kraunskamp entsorgt. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Großburgwedel

Eigentlich gibt es in Großburgwedel keine Müllkippe. Eigentlich. Aber wer dieser Tage den Kraunskamp entlang geht, der könnte schnell zu der Überzeugung gelangen, dass dort mittlerweile eine eröffnet wurde. Direkt hinter der Autobahnbrücke türmen sich auf der linken Seite des Weges gut ein Kubikmeter zerbrochene Eternit-Wellplatten, während im Seitenweg gegenüber augenscheinlich seit Jahren Elektroschrott, alte Fässer, Plastikeimer, Unmengen an Verpackungsmaterial und vieles mehr abgeladen wurden.

„Wir werden in den kommenden Tagen den illegalen Müllplatz abräumen“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich. Das Entsorgungsunternehmen aus Hannover ist zuständig, da der Müll außerhalb Großburgwedels abgeladen wurde. Aha – so die Sprecherin weiter – wurde erst am Mittwoch von Stadt Burgwedel über den illegalen Müllplatz informiert. Der Fall wird von dem Entsorger nun mit „erhöhter Priorität bearbeitet“, sagt Herich. Grund dafür sind die Eternitplatten. Sie könnten Asbest enthalten und dann würde von ihnen eine „direkte Gefahr ausgehen“, erklärt Herich weiter.

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Für die Abfallentsorger aus der Landeshauptstadt ist solch eine Meldung beileibe kein Einzelfall. Rund 1400 Tonnen illegal entsorgten Mülls mussten Aha-Mitarbeiter im vergangenen Jahr von wilden Müllstellen außerhalb von geschlossenen Ortschaften in der Region einsammeln. Und: Sie werden immer häufiger zu solchen Einsätzen gerufen, wie ein Blick in die Statistik verrät: Mussten Aha-Mitarbeiter 2010 noch 265 wilde Müllstellen abräumen, waren es 2014 bereits 519 und im vergangenen Jahr 766.

Wird Müll hingegen innerhalb der Ortschaften wild abgeladen, dann ist nicht Aha zuständig, sondern die jeweiligen Kommunen. So auch in Burgwedel. „Das passiert immer mal wieder“, sagt der städtische Umweltkoordinator Malte Schubert und ärgert sich über die Dreistigkeit mancher Mitmenschen. „Viele leben heute nach dem Motto ’Just in time’. Die räumen am Sonntagnachmittag den Keller auf. Gibt es dann keinen Wertstoffhof, der genau in dem Moment den Müll annimmt, dann schmeißen sie ihn halt in die Gegend“, sagt er. Für ihn vollkommen unverständlich, zumal Privatperson Unrat und Überflüssiges kostenlos bei den Wertstoffhöfen abgeben können. Gewerbetreibende müssen für die Entsorgung bezahlen.

Zurück zu der wilden Müllkippe am Kraunskamp. Die Beamten des Polizeikommissariates Großburgwedel versuchen derzeit, dem Umweltverschmutzer auf die Spur zu kommen. Der Müll wurde bereits am Montagnachmittag an dem Feldweg entdeckt. Sollten es der Polizei gelingen, den oder die Täter zu ermitteln, könnte es teuer werden. Denn: In älteren Eternitplatten wurden häufig Asbestfasern verbaut. Sollte das auch bei den Eternitplatten am Kraunskamp der Fall sein, dann gilt der Abfall als Sondermüll. Deshalb haben die Beamten auch nicht ein Ordnungswidrigkeits- sondern ein Strafverfahren eingeleitet. Sie bitten etwaige Zeugen, sich unter der Telefonummer (05139) 9910 beim Polizeikommissariat Großburgwedel zu melden.

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Von Thomas Oberdorfer