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Burgwedel Etappensieg im Klinikstreit
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Etappensieg im Klinikstreit
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21:01 28.11.2014
Von Martin Lauber
Die drohende Schließung der Geburtshilfe hat das Klinikum Region Hannover erst einmal abgewendet.  Quelle: Christian Behrens
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Großburgwedel

Nach heftigen Protesten gegen die drohende Schließung der Geburtshilfe schon im nächsten Jahr hat das Klinikum Region Hannover (KRH) sein Strategiekonzept in diesem Punkt noch verändert. „Wir halten eine wohnortnahe Geburtsmedizin im Osten der Region für einen wichtigen Bestandteil der öffentlichen Daseinsfürsorge“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Hauke Jagau (SPD) nach dem Beschluss. Ein Erhalt der Gynäkologie und Geburtshilfe würde unter Neubaubedingungen geprüft. Sollte sich ein Neubau als Ersatz für die Kliniken in Großburgwedel und Lehrte als nicht finanzierbar erweisen, „werden wir ein geburtsmedizinisches Angebot im Osten der Region vorhalten“.

Dagmar Klatt, Oberärztin in der Geburts- und Frauenklinik in Großburgwedel, hatte mit viel Zivilcourage die Proteste gegen die drohende Schließung an vorderster Front angeführt. Es sei sehr hilfreich gewesen, dass sich die Kommunen rundherum für den Erhalt positioniert hätten, sagte sie am Freitag.

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Burgwedels Bürgermeister Axel Düker (SPD) reagierte erleichtert, dass seine Gespräche sich gelohnt haben: „Man konnte ein so wichtiges Angebot für 50 Prozent der Bevölkerung nicht leichtfertig dichtmachen“, sagte er auch mit Blick auf die Frauenklinik. Für den Fall eines Neubaus sieht er Großburgwedel in Sachen Verkehrsanbindung und Einzugsgebiet als Idealstandort. „Wir haben auch das Wohnumfeld für hoch qualifiziertes Personal.“

Burgwedels CDU-Chef, der Regions- und Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann, ist nur bedingt zum Feiern zumute: „Jagau hat die Geburtsstation weggeputzt. Nach seiner Zusage, sie doch nicht zu schließen, wäre alles andere, als sie in die Prüfung eines Neubaus mit einzubeziehen, inkonsequent“, sagte er. Fredermann verlangt, dass der KRH-Aufsichtsrat den Regionspolitikern vor ihrem Votum über die Medizinstrategie am 16. Dezember die bislang „völlig intransparenten wirtschaftlichen Prüfkriterien“ offenlegt.

Nach einer Zustimmung in der Regionsversammlung will das KRH für die Standorte Großburgwedel und Lehrte einen Konzept­entwurf für einen förderfähigen Neubau erstellen. Der Prüfprozess werde ohne standortbezogene Vorfestlegungen erfolgen, hieß es. Mehr im Hauptteil dieser Zeitung

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